Nitrat

Düngeverordnung: Mit den Vorschlägen geht's nach Brüssel Premium

Heute fahren die Ministerinnen Klöckner und Schulze nach Brüssel, um die EU-Kommission von ihrem Konzept zur Düngeverordnung zu überzeugen. So sehen die Vorschläge konkret aus:

Seit Januar hat die Bundesregierung ihre Vorschläge zur erneuten Reform der Düngeverordnung mehrmals korrigieren müssen. Die von der EU-Kommission angedrohten Strafzahlungen von mehr als 800.000 € pro Tag will die Bundesregierung damit unbedingt vermeiden. Mit diesem Gesamtpaket an Maßnahmen für die Düngeverordnung fahren Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze am 28. August nach Brüssel:

Auf allen Flächen:

  1. Flächenscharfe Düngung und Aufzeichnung nach Düngebedarfsermittlungswerten, der bisherige Nährstoffvergleich von N und P und der Kontrollwert von 60 kg N pro ha werden gestrichen.
  2. Verlängerte Sperrfrist für Festmist und Kompost vom 1. Dezember bis 15. Januar.
  3. Obergrenze für die Ausbringung von Festmist auf gefrorenem Boden von max. 120 kg...

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Die Bundesregierung legt auf Druck der EU zur Düngeverordnung erneut nach. Sie schlägt nochmal längere Sperrfristen und weitere Verschärfungen für Hanglagen vor.


Diskussionen zum Artikel

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von Harald Finzel

Das Bundesumweltministerium schreibt in seiner jüngsten Pressemeldung: "Seitens der Bundesländer und Verbände gab es dafür weitgehende Zustimmung bei einem Treffen vergangene Woche." (https://www.bmu.de/pressemitteilung/nitratrichtlinie-bundesministerinnen-stellen-der-eu-geplante-verschaerfungen-vor/). Kommt dazu noch was vom Bauernverband???

von Wilhelm Grimm

800000 pro Tag würde die Bundesregierung niemals bezahlen.

Dann müsste sie vor den EuGH ziehen. Aber dann müssten die Messstellenergebnisse auf den Tisch. Das wird sie zu vermeiden wissen. Alles Lug und Trug. Demokratie, wo bist du geblieben ?

von Wilhelm Grimm

Strafzahlungen ?

Berlin und Brüssel spielen sich die Bälle zu und der Bauernverband hat die Hosen voll. Das wäre bei Sonnleitner nicht passiert. Unterwürfigkeit ist der Anfang vom Ende.

von Joachim Pehle

Strafzahlungen

Die Strafzahlungen betragen nach meiner Rechenweise ziemlich exakt 5 % der Flächenprämie. Das Geld ist nicht weg,- es wird von der öffentlichen Hand (EU) eben am vorgesehenen Empfänger (Landwirte) vorbei wieder zurück in den öffentlichen Haushalt gebucht. Es war schon auf der Münsteraner Kundgebung zur Verschärfung der Dünge-VO von unserem "Goldmädchen" Klöckner eine ziemlich verlogene Darstellung, mit den 800 000 € ("..-nicht pro Jahr, nicht pro Monat, nicht pro Woche,- pro Tag...") zu dramatisieren. Man muß als Landwirt noch nichtmals vom roten Grundwasserkörper betroffen sein, um statt 100 % Flächenprämie dann doch lieber nur 95 %, aber ohne unüberlegte neue Vorschriften, zu wählen. Die Kosten, die auf uns zukommen und alleine aus der überhetzten Novellierung der Novelle kommen, übertreffen die 5 % Strafe bei weitem.

von Harald Finzel

Werner Schwarz war heute im ZDF

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/werner-schwarz-vom-bauernverband-zu-nitratwerten-100.html --- Mein Gott, wie duckmäuserisch! Keine Kritik am Messnetz; keine Kritik an der völlig sinnlosen Abgrenzung roter Gebiete; keine Kritik, dass "die Landwirtschaft" mit all ihrer Vielfältigkeit einmal mehr über einen Kamm geschert wird; keine Kritik, dass ein Großteil der Bauern schlicht nicht mehr versteht, warum sie unter ständig neuen Gängeleien leiden müssen. Dabei halte ich Herrn Schwarz noch für den Fähgsten in der Bauernverbände-Führungsriege (was schon einiges aussagt über meine Einschätzung der anderen Funktionäre...). Herr Schwarz, was bezweckt der DBV mit einer solchen Demutshaltung? Meinen Sie wirklich, die Hetzer und Besserwisser lassen locker, wenn sich die Bauern diesmal nur tief genug bücken? Einfach nur noch peinlich, was da abläuft...

von Willy Toft

Oha bei dem Sachverstand wird die Landwirtschaft wieder geopfert!

Bei der Welt- Klimalage müssen wir uns einschränken, und das bringen die auch noch den Brüssler Sportsfreunden rüber. Die ganze Welt darf uns "beliefern", egal wie Klima- und Umweltfreundlich! Nur wir sollen von Luft und Liebe gesunde Lebensmittel erzeugen, so lassen die Politiker und Bürokraten uns hier im Regen stehen!

von Jens-Martin Keim

HILFE - wo bleibt der Fachverstand

Da haben sich aber jetzt wirklich welche von der real Existenz verabschiedet? Völlig verfahrene Sache. Sperrfristenverlängerung sind absolut KONTRAPRODUKTIV - und machen die Probleme noch schlimmer. Die Sperrfristenregelung für organischen Dünger gehört KOMPLETT ABGESCHAFFT. Ersetzt durch eine "fachlich gute Güllepraxis" - in der man über Sperrzeiten bei extrem hohen Temperaturen nachdenken muss. Für die Leute die jetzt gleich mit NITRAT kommen - Gülle ALLEIN ist nicht für das Nitratproblem verantwortlich! - Der MIX mit minieralischem Dünger "on Top" ist das Problem. Jeder Fachmann weiß es - aber keiner traut sich an das Problem ran. Warum nur? Das Leben könnte doch so einfach sein...

von Harald Finzel

Jeden Tag ...

...frage ich mich ein wenig mehr, warum ich noch Mitglied im Bauernverband bin... (Und kommt mir bloß nicht wieder mit euren lächerlichen WAS-WIR-ALLES-ERREICHT-HABEN-Geschichten - NICHTS habt ihr erreicht!)

von Heinrich Steggemann

Keiner spricht vom Bodenlebe

In der Tierhaltung sind wir seit Jahrzehnten damit beschäftigt übers Futter und durch Impfungen etc. positiven Einfluss auf die mikrobielle Besiedlung der Tiere, besonders der Darmflora zu nehmen. Will man positiven Einfluss auf das Mikrobiom des Bodens nehmen, kann man dies z. B. über eine frohwüchsige, wurzeldominante, vielfältige teils winterharte Zwischenfruchtmischung tun. Ein nicht unerheblicher Teil des organischen Düngers für die folgende Hauptfrucht sollte bereits in mehreren Teilgaben in den wachsenden Zwischenfruchtbestand gedüngt werden, um die enthaltenen Düngesalze vorzuverdauen und Humus über den flüssigen Kohlenstoffweg aufzubauen (Klimaschutz). Beim Umbruch vor der nächsten Hauptkultur muss alles getan werden, um ein faulen der eingearbeiteten Biomasse und einen Nitratschub zu verhindern ( Grundwasserschutz durch mikrobielle Verbauung der Düngesalze). Anstatt eines Verbotes der Düngung in Gründüngungszwischenfrüchte sollten dringend Versuche im Sinne von Humusaufbau gemacht werden und sei der Ansatz auf den ersten Blick noch so spinnert.

von Bernhard ter Veen

jetzt schon absehbar

das danach "Strafzahlungen" für Deutschland anstehen. Die EU hat Lunte gerochen wie man einfach zu VIEL Geld kommt. ...da können wir machen was wir wollen...wird alles nicht fruchten.

von Eike Bruns

In der Nordwestzeitung (NWZ) gab es einen Artikel

Die NWZ hat in dieser Woche eine Karte mit den Roten Gebieten veröffentlicht. Die roten Gebiete gingen für Niedersachsen sehr weit Richtung Ostniedersachsen also in eine Region wo es fast keine Tierhaltung gibt. Wie also ist die 170 kg Grenze fachlich begründet. Es ist jetzt schon abzusehen das diese VO nicht das Nitratproblem löst sondern a. Sehr viel Verwaltung und damit Fehlerquellen bringen wird und b. noch mehr "Umgehungstatbestände" schafft. Warum wird nicht mal etwas gemacht was wirklich etwas bringt z. B. jährliche Bodenproben auf P verpflichtend und einen Anstieg sanktionieren etc. Aber das wird wohl nicht kommen weil dann ja ein Wahlkampfthema wegfällt armes Deutschland.

von Wilhelm Grimm

Will die CDU/CSU diesen Bauernkrieg mittragen ?

Das würde die AfD mit uns nicht machen !

von Michael Behrens

Deshalb brennen die Urwälder!

Unsere Administration sorgt dafür das die Urwälder auf diesem Planeten brennen! Die Regierenden in diesen Ländern haben längst erkannt, das durch die verschärften Umweltauflagen in Europa ein Vakuum für Nahrungsmittel Produktion entsteht und Sie bereiten sich vor dieses Vakuum auszugleichen! So funktioniert Globaler Umweltschutz. Weiter so, Frau Klöckner!!!

von Klaus Fiederling

Öko-Landbau auf der Überholspur!

Schon heute darf man gesichert aus obigem Maßnahmenkatalog den Rückschluss ziehen, dass sich die hieraus resultierenden Produkte vom Acker nicht mehr wohlgefällig überhaupt noch mit den nochmals verschärften „Einheitsbedingungen des Deutschen Getreidehandels“ in Einklang bringen lassen. Neue Sorten braucht das Land, die von Luft und immer währender Bauernliebe leben können... // Die Mühlenwirtschaft hat, wie gehabt, mit eben diesen Vorgaben, Richtlinien und Erlassen wirklich überhaupt nichts am Hut, gefordert sind aus deren Reihen nach wie vor knallhart glasklar definierte „Standardqualitäten“ gemäß vorstehendem Pamphlet; ansonsten gibt‘s empfindliche Abzüge für den Bauern! - Chapeau, wirklich eines der besten Umstellungsprogramme in Richtung ÖKO-Landbau!

von Ahrend Höper

Ministerinnen Klöckner und Schulze fahren nach Brüssel?

Min. Schulze zum Thema Nitratproblematik nach Brüssel zu schicken, ist genau so sinnvoll, als wenn man ein Rudel Wölfe zum Schafe hüten schickt. Min. Klöckner wird doch wohl wissen, dass das Nitratkataster in der BRD nicht der Realität entspricht? Wie kann man sich als Landwirtschaftsministerin zum Handlanger dieser verlogenen NABU und BUND hörigen Min. Schulze machen?

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