Landwirtschaft im Dialog

Düngung im Kreuzfeuer

Die DüV und die Klimaziele der NEC-Richtlinie auf der einen Seite sowie stabile Erträge für die regionale Versorgungssicherheit auf der anderen Seite – lässt sich dies zusammenführen?

Stickstoff ist der Motor des pflanzlichen Wachstums. Er ist als Nährstoff Nr. 1 die Grundlage für stabile Erträge und somit essenziell für die regionale Versorgungssicherheit.Beim Düngen mit Stickstoff können jedoch klimaschädliche Ammoniakemissionen entstehen. Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie zu nationalen Obergrenzen für Emissionen bestimmter Luftschadstoffe (kurz NEC-Richtlinie) hat sich Deutschland verpflichtet, den Ammoniakausstoß bis zum Jahr 2030 um 29 % zu senken.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Rahmen der novellierten Düngeverordnung (DüV) erstmalig der Einsatz von Harnstoff an Auflagen geknüpft. Laut einer Studie des Thünen-Instituts werden die derzeitigen Vorgaben der DüV voraussichtlich nur für die kurzfristigen Minderungsziele ausreichen. Für die mittel- und langfristigen Ziele seien die Bestimmungen nicht weitreichend genug.

Mit welchen Maßnahmen die Landwirtschaft das Klimaziel „Verringerung der Ammoniakemissionen“ sinnvoll und wirtschaftlich erreichen kann, darüber wollen wir mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Vertretern der Landwirtschaft, der Umwelt, der Düngemittelindustrie, der Wissenschaft und der Beratung diskutieren.

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Die Veranstaltung "Effizient düngen und das Klimas schützen - geht das überhaupt?", die top agrar im Rahmen des Diskussionsformats „Landwirtschaft im Dialog“ durchführt und moderiert, findet am  11. Februar 2020 in Berlin in der Vertretung des Landes Hessen  statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie unter www.seminare.lv.de. 

Die Redaktion empfiehlt

Mit welchen Düngestrategien lassen sich die Klimaziele erreichen? Darüber wird bei "Landwirtschaft im Dialog" am 11.02 diskutiert. Wir haben Podiumsteilnehmer Ulrich Lehrke vorab befragt.


Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

@ Steffek Top

Das passt zu dem was die Niederländer auch rausgefunden haben - die haben die Tierhaltung. den Verkehr und die Industrie herausgerechnet selbst wenn man die Bevölkerung noch herausnimmt bliebe die Stickstoffbelastung zu hoch also muss sie ha zwangsläufig aus der Luft oder von außerhalb kommen.

von Renke Renken

In diesem unserem Land

muß offensichtlich erst die Nahrungsmittelproduktion zusammenbrechen und Hunger kommen, bevor hier die Leute wieder zu Verstand kommen. So langsam kotzt einen diese gesamte Problemfeld Landwirtschaft ja nur noch an. Wird an den Fachschulen, Fachhochschulen und Uni´s der Lehrstoff eigentlich schon angepaßt an die Erkenntnisse all dieser Schlaumeier und Besserwisser? Mein Lehrwissen ist schon über 30 Jahre alt , aber was machen diejenigen, die heute nach dem Stand von gestern unterwiesen werden und morgen auf eine von Unwissenden eingeforderte Praxis treffen, und dann feststellen, daß sie eigentlich nichts wissen. Armes Deutschland , wirklich armes Deutschland. Übrigens mit unserer Energiewende verhält es sich genauso, aber bekanntlich kommt der Strom ja aus der Steckdose und die Lebensmittel aus dem Supermarkt

von Gerhard Steffek

Nachgehackt -

geht man bei Wikipedia auf die Seite Ammoniak (https://de.wikipedia.org/wiki/Ammoniak), dann kommt man zu dem Schluß, daß es scheinbar ohne Ammoniak kein Leben gibt. Gleichzeitig ist der Nachweis von Ammoniak nicht ohne. Man nimmt in erster Linie wieder nur an, wer der Verursacher ist. In diesem Fall halt mal die Tierhaltung mit den Wiederkäuern. Die wären der größte Verursacher dieses "Umweltgiftes". Aber wie gesagt, anscheinend geht es nicht ohne Ammoniak. Somit stellt sich für mich die Frage, wie hoch ist eigentlich das natürliche "Hintergrundrauschen" von Ammoniak. Wenn in fast jedem natürlichem Prozeß eines organischen Kreislaufes irgendwie immer eine Stickstoffverbindung dabei ist, dann kann auch Ammoniak dabei sein. Wenn schon die Tierhaltung angegriffen wird, dann stellt sich für mich auch die Frage, wieviel Wiederkäuer gäbe es in einem "natürlichem" Deutschland ohne Menschen? In den Great Plains des Amerikas anfangs des 1900 Jhd's. gab es vor auftauchen des Weißen geschätzt 20 bis 30 Mio. Büffel (Bison Bison, für den der es genau wissen will). Wieviel Rindviecher (nicht die Zweibeinigen) gäbe es dann in Deutschland ohne Menschen? Trotz allem auch 12 Mio. oder sogar mehr? Schließlich nehmen ja die Städte und die ganze Infrastruktur ja auch jede Menge Futterfläche weg. Also, wieviel an Ammoniak entsteht schon mal auf natürlichem Wege? Er ist ja sogar im All zu finden. Hinzu kommt ja dann auch heute noch die beliebte Technik der Harnstoffeinspritzung bei den Dieselmotoren (AdBlue) um die NOx-Emissionen zu reduzieren. Wobei hier eigentlich den Teufel mit dem Belzebub austreibt. Man verwendet eine Stickstoffverbindung (Harnstoff) um eine Andere zu verhindern, zu ändern. Eigentlich verrückt oder? Wobei ja eigentlich nur von den NOx die Rede ist, während man Ammoniak geflissentlich verschweigt. Der entsteht nämlich auch, gleichzeitig, bei der Verbrennung in den Motoren. Es wäre also auch mal interessant, wie hoch die Ammoniakbelastung der Luft in den Städten ist. Aber wahrscheinlich verhält es sich hier wie mit Phosphor und Stickstoff. Erst mal feste auf die Bauern als Prügelknabe drauf. Schließlich will und kann man ja nicht selber der Schuldige sein... Komisch ist aber gleichzeitig - wäre Ammoniak so giftig, wieso gibt es dann noch Bauern? Die müßten doch schon längst alle wie die Fliegen weggestorben sein? Abgesehen davon, es gab mal eine Zeit da war jeder Bauer....

von Gerhard Steffek

Gegenrechnung -

Wieviel CO2 wird durch die Düngung aus der Luft wieder rausgenommen, indem das Pflanzenwachstum forciert wird? Ohne Düngung kein Wachstum! Also ist es im Grunde genommen nicht das Düngen, sondern die Herstellung des Düngers. Interessanterweise gibt es ja mittlerweile ein indirektes Eingeständnis unserer "Experten" dahingehend, daß die Wirtschaftsweise der Landwirte mit der Gülle zu erhöhten Ammoniakemissionen führt. Gegenüber dem damals noch gängigen Festmistverfahren erzeugt die Güllewirtschaft mehr Ammoniak. Nur wer hat denn die Landwirte dazu gedrängt. Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern, in der einem die Güllewirtschaft in den höchsten Tönen schmackhaft gemacht wurde. Und heute, heute ist das auch wieder alles nicht recht. Aber die Herren "Experten" halten sich da jetzt sauber im Hintergrund, mimen den Unschuldigen und schieben den Bauern als Schuldigen vor. Auch in Punkto Belastung durch Ammoniak hat man sich eben schnell mal auf den Bauern eingeschossen. Wie mit dem Phosphor, da waren es ja auch nur die Bauern, die für die Gewässerverunreinigung verantwortlich wären. Bis eben das Land Hessen eine entsprechende Untersuchung veröffentlichte. Interessanterweise gibt es ja auch schon eine (sogar ältere) über die Ammoniak- und Methanbelastung der Luft aus Kläranlagen (https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/luft/emissionen/pdf/110107_Kurzfassung_Klaeranlagenbericht.pdf). Erstellt vom LANUV NRW im Jahre 2010. Derzufolge gibt es Ammoniakemissionen aus einer Kläranlage mit 320000 EW von ca. 16 kg pro Tag und bei Methan 145 kg. Hochgerechnet auf die BRD sind das 4150 kg bzw. sogar knapp 38.000 kg/d! Um welche Mengen handelt es sich dann da in der Landwirtschaft? Wobei sich die Frage stellt: wie wichtig ist unseren Politiker eine gesicherte Nahrungsmittelversorgung? Oder will man heutzutage lieber alles aus Übersee einführen, damit VW und Co seinen Absatz sicher hat? Unser System krankt mittlerweile sehr stark an der eigenen Leistungsfähigkeit, aber auch an allgemeiner Einbildung und Unwissenheit. Insofern hat unsere Politik wenigstens in einem Punkt recht: Bildung tut not! Aber bitte die Richtige! Germanistikstudenten, Politikwissenschaftler oder gar Studienabbrecher bringen uns hier nicht weiter!

von Robert Sigmund-Wild

Die Idee der Nährstoffeffizienz...

Die Idee die Nährstoffeffizienz zu steigern ist ein wichtiger Ansatz. Hierzu gibt es neben einer Reihe von ackerbaulichen Maßnahmen Möglichkeiten, die Düngerform und die Ausbringtechnik anzupassen. Laut Studien und auch Praxisberichten zu Folge, sind Effizienzsteigerungen von derzeit maximal 70% auf 90% möglich. Die Depotdüngung ist hierfür ein Schlüsselfaktor. Die entsprechende Ausbringtechnik ist selbst durch Gemeinschaften in kleinstrukturierten Gegenden nicht finanzierbar. Die Idee der Effizienzsteigerung sollte daher nicht zu Lasten der kleineren Betrieb gehen und den Strukturwandel weiter vorantreiben. Daher sollten Wasserversorger mit Landwirten entsprechende Kooperationen in Betracht ziehen, um WinWin-Situationen zu generieren.

von Alois Kellner

Aktionismus

Ist doch klar das die Maßnahmen für das Thünen Institut nicht ausreichen. So hat man neue Gründe für neue teure Studien. Es sollte mehr darüber diskutiert werden inwieweit das Klima überhaupt von uns beeinflußt werden kann. Nämlich wenig, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen (aus Geschäftsgründen?). Der Landwirtschaft soll hier viel zugemutet werden, dann brauchen's andere nicht machen. Also am besten nicht nach Berlin fahren, nicht sinnlos diskutieren und dadurch sofort CO2 sparen!

von Christian Bothe

Klimaschutz?

Und wie verhält es sich mit dem CO2-V e r b r a u c h bei Pflanzenproduktion in Sachen Klimaschutz????Spielt das beim Dialog auch eine Rolle?

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