Dürre: Länder melden 3 Mrd. € Schäden

Diese Woche soll die Entscheidung über nationale Dürrehilfen fallen. Die Bundesländer haben Schäden von mehr als 3 Mrd. € an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gemeldet. Das Bundesfinanzministerium dämpft derweil zu hohe Erwartungen an mögliche Entschädigungen.

Diese Woche soll die Entscheidung über nationale Dürrehilfen fallen. Die Bundesländer haben Schäden von mehr als 3 Mrd. € an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gemeldet. Das Bundesfinanzministerium dämpft derweil zu hohe Erwartungen an mögliche Entschädigungen.

Die von den Bundesländern an die Bundesregierung gemeldeten Dürreschäden in der Landwirtschaft umfassen mehr als drei Milliarden Euro. Das ergibt die Summe der von den Ländern bisher veröffentlichten Schadenshöhen. Schon in der vergangenen Woche kursierten die Zahlen für Schleswig-Holstein mit einem geschätzten Dürre-Schaden von 422 Millionen Euro, Sachsen von rund 308 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt von 237 Millionen Euro, Brandenburg von 260 Millionen Euro, Mecklenburg-Vorpommern von 531 Millionen Euro und Hessen von bis zu 150 Millionen Euro. Laut der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) kommen allein für Niedersachsen 980 Millionen Euro hinzu. Außerdem berichtet die Zeitung noch über gemeldete Schäden in Rheinland-Pflanz von 180 Millionen, in Thüringen von 150 Millionen und dem Saarland von 5,3 Millionen Euro.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat bisher die Summe der von den Bundesländern gemeldeten Schäden nicht bestätigt. Die Länder hätten Schäden bei Getreide und Raps wegen der Trockenheit angegeben, die zwischen 20 und 60 Prozent der Erntemenge lägen, hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vergangene Woche lediglich gesagt.

An diesem Mittwoch soll das Bundeskabinett den Erntebericht des BMEL beschließen. Er soll Grundlage für die Entscheidung sein, ob es sich um eine Extremwettersituation von nationalem Ausmaß handelt und der Bund sich damit an Entschädigungen für die Landwirte beteiligt.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) dämpft allerdings bereits die Erwartungen an umfassende Entschädigungen durch den Bund. Die vom Deutschen Bauernverband (DBV) seit Wochen geforderten Entschädigungen in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro werden laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ nicht erreicht werden. "Wir werden weit unter dieser Summe bleiben", zitiert das Magazin einen Mitarbeiter des Finanzministeriums. Im Gegenzug zur Dürre seien auch die Preise für landwirtschaftliche Produkte gestiegen, so dass der Markt einen Teil der Verluste kompensieren werde, heißt es dort zur Begründung weiter. Die Bundesregierung werde sich voraussichtlich an der Größenordnung orientieren, die 2003 bei der letzten Stützungsaktion des Staates wegen Dürreschäden für die Landwirtschaft ausgezahlt worden sei. Damals seien 72 Mio. Euro an Hilfen ausgezahlt worden, die von Bund und Länder zu gleichen Teilen kofinanziert worden seien.

Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied hatte am Wochenende erneut auf die Nothilfezahlungen gedrängt. Die Zahlen aus den Bundesländern bestätigten die Befürchtungen des DBV, sagte er der NOZ. Die Schäden seien enorm, etliche Betriebe seien in Existenznot. „Deshalb fordern wir Bundesländer und Bund auf, die Nothilfesituation zu erklären und ein Hilfsprogramm für die betroffenen Landwirte auf den Weg zu bringen“, sagte Rukwied. Nur wenige Stunden vor Klöckner wird Rukwied am Mittwoch selbst den diesjährigen Erntebericht des DBV in Berlin vorstellen.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans Nagl

Eins Zwei Drei

Wer bietet mehr.

von Gerd Uken

@Renke den

Einigen Verband sehe ich auch nicht -mit einer Stimme sprechen die auch schon lange nicht. Aber sich immer mal hinstellen und hier Geld zu fordern kann’s ja nicht sein. Müssen jetzt die Fährbetreiber an der Elbe auch unterstützt werden ??

von Renke Renken

Und wenn

die Landwirte nicht endlich einig hinter einem starken Verband zusammenstehen, wird da nichts kommen - das Problem: Wo ist der starke Verband? Die Landwirtschaft wird schon lange verraten und verkauft, aber irgendwann werden auch die Investoren merken, daß ihr Grund und Boden ohne Landwirte nichts Wert ist.

von Renke Renken

Der Staat

in Auflösungserscheinung - das Geld versumpft an alle Ecken und Enden, keiner, wirklich keiner hat mehr einen Durchblick und Überblick. Milliarden versumpfen in der Flüchtlingspolitik, im Berliner Flughafen, in Stuttgart 21 usw. - und nach der nächsten Wahl wundern sie sich wieder über ihr schlechtes Abschneiden, weil immer mehr Bürger im eigenen Staat sich im Stich gelassen fühlen.

von Wilhelm Gebken

Also Anne Will hat gestern Abend von einer "gigantischen Summe" gesprochen die die Bauern gefordert hätten

und auch Annalena Baerbock (das ist die Grüne die glaubt man könne elektrischen Strom in Kupferkabeln speichern) hat ihr beigepflichtet. Ja, gegen die unglaublichen Forderungen der Bauern (1 Mrd für unser aller täglich Brot) wirken die 400 Milliarden für Griechenland (bis jetzt!), das Target 2 Saldo von 1.000 Milliarden (bis jetzt!) die 90 Milliarden jährlich für die illegalen Einwanderer in unsere Sozialsysteme (bis in alle Ewigkeit), die Selbstbedienung der Parteien und ihrer Eliten (bis der Krug bricht), die klammheimlichen Zuwendungen Merkels an irgendwelche Despoten damit sie mit auf´s Foto darf (solange sich Despoten noch mit ihr fotografieren lassen), die geplanten Hilfen für die Türkei (damit Erdogan uns auch weiter erpressen kann), usw. usw, geradezu mickrig.

von Gerd Uken

Ich vermisse

Die Furtervaubetriebe die nun wirklich gebeutelt sind. 6 Wochen geht jetzt die Diskussion schon- und vom rumlammentieren werden die auch nicht satt! Die Griechen haben über 400 Mrd.€ erhalten.

von Frank Groenewold

Die Griechen haben weit über 300 Milliarden bekommen und das meiste aus Deutschland

von Christian Bothe

Leider hat sich meine Voreinschätzung vor einigen Tagen in Zusammenhang mit der Forderung des DBV (1Milliarde Euro Dürreschäden) bewahrheitet und die ganze Diskussion (Imageschaden etc.) darüber ad absurdum geführt. Bin gespannt wie das Kabinett den dann vorliegenden Erntebericht des BMEL interpretiert und ob den Bauern endlich Hilfe angeboten wird wie in Polen, Schweden, Schweiz und Australien...

von Martina Junker

Ich kann nur jedem der Hilfe braucht raten:, wartet nicht auf den Staat, dann geht ihr unter. Nur wer es schafft sich selbst zu Helfen wird diese Dürre überstehen.

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