Dürre2018 Niedersachsen: Bio-Betriebe dürfen konventionelles Raufutter füttern

Ökobetriebe in Niedersachsen erhalten ab sofort die Möglichkeit, Raufutter zuzukaufen, das aus konventioneller Erzeugung stammt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) jetzt erlassen.

Rundballen (Bildquelle: Archiv)

Ökobetriebe in Niedersachsen erhalten ab sofort die Möglichkeit, Raufutter zuzukaufen, das aus konventioneller Erzeugung stammt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) jetzt erlassen. Es ist die erste Nothilfe-Maßnahme für Öko-Futter seit der Einrichtung des LAVES 2001.
 
„Auch Ökofutter ist knapp. Aufgrund der außergewöhnlichen Witterung müssen wir den Tierhaltern unter die Arme greifen“, betonte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. Die Ausnahmegenehmigung regelt Zukäufe bis zum 30. Januar 2019. Das Raufutter darf bis zum 30. Mai 2019 auf den Biohöfen eingesetzt werden. Allerdings müssen die Landwirte nachweisen, dass ökologisch erzeugtes Raufuttermittel nicht oder nur in beschränktem Umfang verfügbar war.
 
Den Text der Allgemeinverfügung finden Sie hier auf der Internetseite des LAVES.

Hinweis: Die Bundesländer müssen derartige Freigaben selbst entscheiden, es gibt kein bundeseinheitliches Vorgehen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernhard ten Veen

Solidarität gefordert...

In Katastrofenjahren war das doch schon immer so und ist ja auch gut das wenigstens noch ein Paar human und normal denkende Landwirte sich untereinander "HELFEN". ...zweifellos dünnes Eis. Denn wenn der Esel Hunger hat ist ihm egal auf welcher Seite des Zauns das Gras wächst. Hinterher vergisst man dann das der eigene engstirnige Idealismus in der Not auch seine Nachteile hat und tritt den Helfern in den Allerwertesten. Irgendwie sind wir doch alle Bauern. sollte man mal drüber nachdenken.

von Hans Merk

wir können die nicht hängen lassen - und die und ihre Verbände würden uns am liebsten aufhängen!

Wo kaufen unsere Besserbauern und Grünenfreunde wenn alle zwangsbiologisiert sind ? Sowas geht gar nicht und was ihre bessere Milch wert ist sieht man wenn jetzt Molkereien das überlegene Zeug mangels Absatz unters konventionelle mischen. Alles Lüge, täuschen und schlechtreden was aus der Ecke kommt. Schlachtet eure Kühe, die haben das bessere Fleisch und wird ganz toll nachgefragt und bezahlt und lebt gefälligst im Einklang mit der Natur oder erklärt öffentlich euer Scheitern.

von Henrik Plaas-Beisemann

Ausnahmesituation

Die derzeitige Futterknappheit ist eine absolute Ausnahmesituation und rechtfertigt auch rigorose Ausnahmetatbestände. Das bedeutet für konventionelle Betriebe, dass sie die ÖVFlächen beernten dürfen und für Biobetriebe, dass sie ausnahmsweise konventionelles Futter füttern können. Wir können unsere Berufskollegen aus dem Biobereich nicht hängen lassen. Der ganz normale Biobauer kann nun auch nichts für die Verklärung in den Medien. Wir sitzen in einem Boot.

von Andrea Rahn-Farr

Solidarität plus Öffentlichkeitsarbeit

Solidarität unter den Landwirten - ob bio oder konvi - ist zur Stunde angesagt. Ich erwarte jetzt aber von den Bio-Anbauverbänden, dass sie der Öffentlichkeit erklären, wieso sie auf diese Hilfe der konventionellen Kollegen angewiesen sind - wo sie doch laut Habeck und anderen (Grünen, NGOs und Medienleuten) alles richtig machen und viel resistenter gegen solche Wetterextreme seien.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Wettbewerbsverzerrung

der Kommentar von Bernd Müller beschreibt die Lage sehr präzise. Konventionell wirtschaftende Betriebe haben kaum noch Futter für ihre Tiere und müssen sie zum Schlachter bringen und die "biologischen" Betriebe dürfen ihre Ideologien über Bord werfen und konventionell erzeugtes Futter zukaufen. Hinzu kommt, dass diese Öko-Bauern noch wesentlich mehr für das Futter zahlen können als alle anderen. Erst große Töne spucken, dass die konventionelle Landwirtschaft die Umwelt verpestet, für die Erderwärmung verantwortlich ist usw. und die biologische Landwirtschaft als die einzige Lösung anpreisen und jetzt sollen die am Pranger stehenden Bauern auch noch ihren profitierenden Kollegen helfen um hinterher wieder als Sündenbock abgestempelt zu werden?. Ich bin der Meinung: gleiches Recht für alle, wenn die konventionellen Tierhalter ihren Bestand durch Futtermangel, mit hohem wirtschaftlichen Verlusten, reduzieren müssen, dann sollten auch die ökologischen Kollegen davon betroffen sein.

von Bernd Müller

Herr Lebold

das ist ja wohl nicht Ihr Ernst! Bio-Landwirten konventionelles Futter zu erlauben ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der konventionellen Landwirtschaft. Wenn Bio - dann auch konsequent Bio! Biobetriebe können aufgrund ihrer höheren Erlöse einfach mehr bezahlen und kaufen dann den konventionellen das Futter weg...

von Walter Lebold

Raufutterhilfe

Da kann sich Frau Klöckner was abschauen wie tatsächlich spontane Hilfe aussieht.

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Ebend noch hat dieser Habeck oder Hebeck oder wie heißt der Minister doch geschrieben das die Biobauern die einzigen sind die so eine Dürre sauber überstehen können, und nun gibt's konventionelles Heu kann man solche Leuten nicht einen einfachen Job zuweisen das man sich sowas nicht mehr anhören muss

von Thorben Boysen

Ach würde doch nur ....

Manchmal wünschte ich in träumerischen Minuten, dass wir uns... und damit meine ich Deutschland- selbst ernähren müsste. So ganz ohne Importe ... nur von dem was da wäre... es mag verrückt und nicht ganz zu Ende gedacht sein. Nur würde es endlich mal ein Bewusstsein dafür schärfen, dass Lebensmittel nicht vom Himmel fallen, dass vieles von dem was hier weitläufig als selbstverständlich erscheint - die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln- eben nicht selbstverständlich sind... ein bischen Wertschätzung wäre doch ganz nett...

von Michael Behrens

Glyphosat eingesetzt?

Ein Ackerbauer der im Frühjahr Mais im Direktsaat Verfahren bestellt hat und den Aufwuchs vorher mit Glyphosat ausgeschaltet hat, dieser Mais, darf der bei Milchviehbetriebe eingesetzt werden, deren Molkereien kürzlich noch ein Glyphosat Verbot in Ihrer Satzung aufgenommen haben? Sogar für Bio Produkte? Was wird den aus der HEZE von "Gestern"?

von Karlheinz Gruber

Falscher Weg

Öko dürfen kein konv. Futter verwenden. Was sagen denn die Verbände dazu?, Wettbewerbsverzerrung usw. Zuerst sind wir konv. die Deppen und Umwelt und Klimazerstörer, dann kommen die Grünen und sagen nur Öko ist der Weg im Klimawandel, denn die haben mehr Chancen und weniger Probleme und jetzt das. Die Verlogenheit der Grünen Ideologen par Exelance. Wenn konv. Futter, dann aber auch offen bewerben und wieder bei der Umstellung von vorne Beginnen. Dann aber auch nur noch konv. Preise. Eine solche Verlogenheit der Politik ist schrecklich. Da tun einem die Bios schon fast leid für diese Forderungen. Wie wärs mal mit Offenheit bei dem Thema Klimawandel. Wo das Wasser abgeht ist es wurscht was für eine Anbauform wächst. Ohne Wasser wächst nämlich gar nichts. Aber bis das die Politik kapiert, bis dahin ist die Erde eine reine Wüste....

von Wolfgang Daiber

Umkehrschluß!

Ab sofort darf ich meine konventionelle Milch als Biomilch vermarkten,alles andere ist inkonseqent!

von Wilhelm Gebken

Das bedeutet, dass auch Lieferanten von Biofutter, die erheblich höhere Kosten haben, zu konventionellen Preisen an ihre Bioabnehmer liefern müssen

Damit ist die Wettbewerbsverzehrung durch dumme politische Entscheidungen perfekt und die nächste Katastrophe ist da.

von Jörg Meyer

zum Teil nix neues

nach meiner Kenntnis dürfen Biobetriebe Stroh grundsätzlich von konventionellen kollegen zukaufen, wenn sie glaubhaft versichern, dass sie kein Ökostroh zukaufen können ! Der Haken an der Sache ist nur, welcher Bioackerbauer gibt schon Stroh ab, das er selbst als Dünger dringend benötigt...

von Harald Finzel

Eine gewisse Wettbewerbsverzerrung mag gegeben sein, aber so viel Solidarität und gegenseitiger Respekt sollte es geben, dass man auch den Bio-Kollegen Hilfe zugesteht. Im Gegenzug würde ich mich aber über eine sachliche Stellungnahme der alternativen Verbände über den derzeit kursierenden Humbug freuen, wonach die "Agrarwende" in Deutschland die Lösung aller Probleme wäre. Auch die Bio-Verbände wissen ja, was mit ihrer Nische passieren würde, wenn jetzt eine "Ökologisierung" noch massiver vorangetrieben würde.

von Gerhard Steffek

Bin ich nicht dafür -

wo bleibt die Konsequenz? Wenn der Betrieb schon die Ökoschiene fahren will, dann sollte er auch die entsprechenden Nachteile aushalten müssen. Alles andere ist verlogen. So hart es auch klingen mag und so hart es auch dem einzelnen Betrieb anheim kommt, aber diese Rosinenpickerei ist für jeden normal wirtschaftenden Betrieb ein Tritt in den Allerwertesten und Verhöhnung dessen. Von der verlogenen Vertuschung der Schwachstellen für den Verbraucher ganz zu schweigen. Im Grunde ist diese Aktion der Offenbarungseid von Bio.

von Josef Fischer

???

Wenn ich mir die Statements der Grünen-Obrigkeit so durchlese, ist das Problem mit dem Klimawandel nur durch flächendeckende Ökolandwirtschaft zu lösen. Wenn dem so wäre, dann dürften doch diese Betriebe eh keine Probleme haben. Oder liegen etwa Hofreiter und Co. doch falsch?

von Richard Huber

Dies halte ich für einen groben

Fehler. Da bei Bio die Ideologien immer eine große Rolle spielen sollte man auch in Zeiten der Not den eingeschlagenen Weg nicht verlassen. Darüber hinaus können die konventionell wirtschaftenden Betriebe dieses Futter auch gut gebrauchen. Bio ist somit auch "nur" noch konventionell. Allerdings würden sich die Bio Produkte in ihrer Qualität verbessern, denn konventionell erzeugtes Futter hat einen erheblich geringeren Anteil an Mykotoxinen.

von Thomas Janßen

Verzerrung

Das heißt, das Biobetriebe jetzt mit konventionellen auf das gleiche Futter bieten können. Nur bekommen sie deutlich mehr für die daraus erzeugte Milch. Staatliche Wettbewerbsverzerrung

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