DuPont konzentriert sich stärker auf das Agro-Geschäft

Die schwache Konjunktur hinterlässt beim Chemiekonzern DuPont Spuren. Er rechnet in 2012 mit einem starken Gewinnrückgang. Positiv läuft aber die Agrarsparte. Sie macht mit dem Bereich Nachwachsende Rohstoffe ein Drittel des Gesamtumsatzes (29,85 Mrd Euro) aus. Da Sich Dupont von der Sparte „Lacke“ trennt, wird der Agrar-Anteil auf 40 % steigen.

Die schwache Konjunktur hinterlässt beim Chemiekonzern DuPont Spuren. Er rechnet in 2012 mit einem starken Gewinnrückgang. Positiv läuft aber die Agrarsparte. Sie macht mit dem Bereich Nachwachsende Rohstoffe ein Drittel des Gesamtumsatzes (29,85 Mrd Euro) aus. Da Sich Dupont von der Sparte „Lacke“ trennt, wird der Agrar-Anteil auf 40 % steigen. Strategisch wird sich DuPont daher stärker in Richtung Landwirtschaft bewegen, berichtete kürzlich Dr. Hans G. Drobny, Leiter der Beratung Nordeuropa, auf einer Regionalveranstaltung in Bremen.
 
DuPont ist eins der wenigen Chemie-Unternehmen, die noch in die Forschung  und Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe investieren. Der Erfolg sei hier nicht kalkulierbar. Einen neuen Wirkstoff zu entwickeln dauere im Schnitt 9,8 Jahre und koste 2012 Mio. Euro, so Drobny. Das Unternehmen hat einiges Neues zu bieten:

  • Passend für die Saison 2013 wird die Zulassung von „Acanto“ (Picoxystrobin) für die Blütenbehandlung in Raps erwartet.
  • Ebenfalls für 2013 soll das neue Maisherbizid „Arigo“ (Mesotrione, Nicosulfuron, Rimsulfuron)  auf den Markt kommen.
  • In 2014 wird voraussichtlich mit „Collage“ ein Herbizid, ebenfalls für Mais, mit einer sehr innovativen Flüssigformulierung folgen.
 
In der Pipeline hat DuPont zudem ein neues Insektizid, das in 5 bis 6 Jahren auf den Markt kommen soll. Auch ein neues Nematizid ist zu erwarten. Ein Fungizid aus der Carboxamid-Gruppe (SDHI) steht vor der Markteinführung, berichtete Drobny. Er kündigte ein neues Oomyceten-Fungizid mit einem völlig neuen Wirkmechanismus an, das in 3 Jahren kommen soll. Ebenfalls neu in Raps wird das Herbizid „Salsa“ sein.
 
Im Agro-Geschäft fährt DuPont seit 1999 Jahren zweigleisig: Damals erwarb der Konzern das US-Pflanzenzuchtunternehmen Pioneer Hibred.  Weltweit bietet es ca. 4.500 Sorten (Mais, Soja, Sonnenblumen, Raps, Luzerne, Sorghum, Reis) an und setzt stark auf biotechnologische Verfahren in der Züchtung. Im August 2012 verurteilte ein Gericht in St. Louis/USA DuPont zur Zahlung von 818 Mio. Euro Schadensersatz an Monsanto wegen Patentverletzung bei RoundupReady-Soja. (hm)