Schweiz

Durchbruch bei Genome Editing: Bald lassen sich ganze Gennetzwerke verändern

Schweizer Forscher können jetzt 25 Stellen innerhalb des Genoms einer Zelle gleichzeitig verändern. Das sei sogar steigerbar bis auf hunderte Stellen, heißt es.

Die Genome-Editing-Methode CRISPR/Cas könnte in naher Zukunft deutlich effektiver zur Anwendung kommen. Wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich) berichtete, haben dort ansässige Forscher einen Ansatz entwickelt, mit dem sich 25 Stellen innerhalb des Genoms einer Zelle gleichzeitig verändern lassen. Bislang sei dies nur bei einem Gen auf einmal, in seltenen Fällen auch bei bis zu maximal sieben Genen möglich gewesen.

Die nun erreichte Zahl lasse sich noch weiter steigern, auf Dutzende bis sogar Hunderte von Genen. In jedem Fall habe die neue Methode ein großes Potential für die biomedizinische Forschung und die Biotechnologie. „Mit unserer Methode können wir erstmals ganze Gennetzwerke in einem Schritt gezielt verändern“, erklärte Prof. Randall Platt, der an der ETH Zürich für Biosysteme zuständig ist. Zudem sei es möglich, Zellen auf komplexe Weise und in massivem Umfang zu programmieren und damit die Aktivität von bestimmten Genen beispielsweise zu erhöhen und jene von anderen zu reduzieren. Auch der Zeitpunkt einer solchen Aktivitätsänderung lasse sich genau steuern.

Bedarf für eine solche Anwendung gibt es aus Forschersicht in der Grundlagenforschung, und zwar um zu ergründen, warum sich verschiedene Zelltypen unterschiedlich verhalten, oder um komplexe genetische Erkrankungen zu erforschen. Ein weiterer denkbarer Einsatzbereich sei die Zellersatztherapie, bei der geschädigte mit gesunden Zellen ersetzt würden. Hierbei könnten Forschende die Methode verwenden, um Stammzellen in ausdifferenzierte Zellen wie Nervenzellen oder insulinproduzierende Betazellen zu verwandeln, oder umgekehrt, um aus ausdifferenzierten Hautzellen Stammzellen herzustellen.

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Ein Verfahren führt seine Argumente selbst ad adsurdum

Wenn nun mit Genome Editing auf einmal viele Gene verändert werden können, fällt ein Argument der Befürworter geradezu in sich zusammen: Die Nähe zu ganz natürlichen Mutationen. Diese passieren nämlich nie so. Solche technische Genänderungen wären dann evtl. auch wieder im Genom nachweisbar, als selektive Footprints. Und damit würde ein anderes Argument des Genomeditings zusammenbrechen: die fehlende Nachweisbarkeit der Änderung, weil es nicht von natürlichen Änderungen unterscheidbar ist.

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