EFSA kritisiert britische Hummel-Studie

Eine britische Studie über Hummeln, mit der das britische Landwirtschaftsministerium die Unbedenklichkeit von Neonikotinoiden für Bienen belegen wollte, ist nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit Schwächen behaftet.

Eine britische Studie über Hummeln, mit der das britische Landwirtschaftsministerium die Unbedenklichkeit von Neonikotinoiden für Bienen belegen wollte, ist nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit Schwächen behaftet.
 
Wie die EFSA mitteilte, sieht sie deshalb keinen Anlass, ihre eigenen Schlussfolgerungen zur Bienengefährlichkeit der Insektizide Thiamethoxam, Clothianidin und Imidacloprid zu revidieren.
 
Die Experten in Parma argumentieren unter anderem, das für die Studie zuständige britische Lebensmittel- und Umweltamt (FERA) habe nur eine einzige Kulturpflanze, nämlich Raps, sowie zwei Pflanzenschutzprodukte mit Clothianidin beziehungsweise Imidacloprid untersucht. Ferner spiegelten die Versuchsorte sowie deren Umgebungen lediglich einen kleinen Ausschnitt der landwirtschaftlichen Bedingungen in Großbritannien wider und könnten nicht als repräsentativ für andere Teile der EU betrachtet werden.

Inwiefern Staubabrieb und Guttationsflüssigkeit Bienen schaden könnten, darauf gehe die FERA-Studie gar nicht ein. Darüber hinaus habe man die eigenen Schlussfolgerungen hauptsächlich für Bienen getroffen, betonte die EFSA. Aufgrund der erheblichen Artenunterschiede könnten Feldstudien an Hummeln nicht zum Verständnis der Risiken für Honigbienen und andere Bestäuber herangezogen werden.
 
Außerdem kritisiert die EFSA Ungereimtheiten und widersprüchliche Aussagen hinsichtlich der Ziele der Studie, das Fehlen geeigneter Kontrollvölker sowie unterschiedliche Umweltbedingungen an den drei Testorten. Schließlich erhebt die EFSA Bedenken bezüglich der Art und Weise, wie die Autoren ihre Studienergebnisse ausarbeiteten und interpretierten. Die Europäische Kommission hat Neonikotinide ab Dezember 2013 für zunächst zwei Jahre als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln unter anderem für Mais und Raps verboten. Hintergrund sind Befürchtungen, die Substanzen könnten im Umfang der bisherigen Anwendung Bienen schaden. (AgE/ad)


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