EFSA wehrt sich gegen Glyphosat-Vorwürfe

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verteidigt ihr Vorgehen bei der Neubewertung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat. Der Geschäftsführende Direktor der EFSA, Dr. Bernhard Url, wandte sich schriftlich an Prof.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verteidigt ihr Vorgehen bei der Neubewertung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat.

Der Geschäftsführende Direktor der EFSA, Dr. Bernhard Url, wandte sich schriftlich an Prof. Christopher Portier, der an dem Gutachten der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC), wonach Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ sei, beteiligt war und das anderslautende Urteil der EFSA Ende November heftig kritisiert hatte.

„Ich stimme zu, dass das IARC eine wichtige Rolle bei der Sichtung des karzinogenen Potentials von Stoffen spielt. Allerdings sollten wir diese erste Einschätzung nicht mit der umfangreicheren Gefahrenbewertung durch Behörden wie die EFSA vergleichen“, betonte Url in dem auf Englisch gehaltenen Brief.

Glyphosat sei nicht die erste chemische Substanz, bei der die Bewertungen des IARC und der zuständigen Regelungsbehörden voneinander abwichen. Dabei sei die IARC-Sichtung berücksichtigt, aber nicht immer bestätigt worden.

Url stellte fest, dass der EU-Zulassungsprozess als einer der strengsten der Welt betrachtet werde. Über dieses System habe die EFSA seit 2003 hunderte von Wirkstoffen bewertet und mögliche Risiken für Mensch und Umwelt identifiziert. Auf diese Weise sei es der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedstaaten ermöglicht worden, die Anforderungen für die sichere Anwendung von Pestiziden in Europa zu etablieren. „Dasselbe System wurde benutzt, um das Risiko von Neonikotinoiden für Bienen zu bewerten, was anschließend zu einem EU-Moratorium dieser Stoffe führte“, hob der Österreicher hervor.

Vollständige Transparenz

Url wies auf unterschiedliche Klassifizierungssysteme von IARC und EFSA hin. Er erinnerte daran, dass die bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesiedelte Agentur nicht nur den Wirkstoff Glyphosat an sich, sondern auch darauf basierende Pflanzenschutzmittel mit weiteren Inhaltsstoffen untersucht habe. Dafür jedoch seien innerhalb der EU die Mitgliedstaaten zuständig.

Die EFSA hingegen beschränke sich auf das Risiko der einzelnen Substanz. Portiers Vorwurf, die EU-Behörde habe das Ergebnis, Glyphosat sei nicht krebserregend, auf undurchsichtige Weise erreicht, wies Url nachdrücklich zurück.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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