Enge Fruchtfolgen darf es in Zukunft nicht mehr geben

"Letztes Jahr war es zu nass, dieses Jahr ist es zu trocken. Es ist extrem schwierig, sich darauf einzustellen“, meint Horst Gömann von der Landwirtschaftskammer NRW. Dabei hätten die deutschen Landwirte durchaus dazu gelernt. Wichtig sei zu erkennen, dass der Boden „das A und O ist“, so der Agrarwissenschaftler.

 "Letztes Jahr war es zu nass, dieses Jahr ist es zu trocken. Es ist extrem schwierig, sich darauf einzustellen“, meint Horst Gömann von der Landwirtschaftskammer NRW. Dabei hätten die deutschen Landwirte durchaus dazu gelernt. Wichtig sei zu erkennen, dass der Boden „das A und O ist“, so der Agrarwissenschaftler in einem Interview mit der Zeit.
 
Und Horst Gömann muss es wissen. Der Agrarwissenschaftler hatte bis 2015 am Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig zu „Auswirkungen des zukünftigen Klimawandels auf Ertrag und Qualität der Nahrungspflanzen“ geforscht.
 
Seiner Meinung nach werden wir in Zukunft häufiger mit schwierigen Wetterlagen konfrontiert sein. Anpassungen könnten diversere Fruchtfolgen, ein Mix aus frühen und späten Sorten und Humus-Aufbau sein, berichtet er der Zeit. In manchen Fällen müsse auch in Beregnungsanlagen investiert werden.
Kritisch sieht er vor allem zu enge Fruchtfolgen. „Wir bräuchten mehr Kulturen, um einen ausgewogenen Sorten- und Kulturwechsel hinzubekommen“, meint Gömann. Dies wäre besser für den Boden und das Klima. Leider konzentriere sich die Pflanzenzucht jedoch auf die ohnehin schon weit verbreiteten hybriden Sorten, kritisiert er in der Zeitung weiter.
 
Die Nachfrage steuere den Markt in eine Richtung, die wenig klimafreundlich und auch ackerbaulich nicht sinnvoll sei. Das führe laut Gömann beispielsweise dazu, dass Weizen aufgrund der Nachfrage auf sandigen Böden angebaut wird, der sich viel besser für den trockenresistenten Roggen eigne. In solchen Fällen seien die Ertragseinbußen wegen Trockenheit natürlich besonders hoch.
 
Damit der Boden in trockenen Jahren mehr Wasser speichern kann, muss er Humus aufbauen. Das dauere schon mal zehn Jahre oder mehr, erklärt Gömann. Für einen Landwirt, der sein Land nur für wenige Jahre gepachtet hat, lohnt sich der Aufwand oftmals nicht, auch wenn es langfristig die bessere Investition wäre.
top agrar meint: Diesen Widerspruch gilt es zu beheben, um nachhaltig wirtschaften zu können.

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Artikel geschrieben von

Lissa Peters

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Oder der hervorragende Acker-und Pflanzenbaulehrer Dr. von Spreckelsen von der Landwirtschaftsschule in Mölln

hätte mich nicht zur Prüfung zugelassen. Er hat es aber gerne getan. Da Wut und Schweigen nicht weiter helfen, werde ich , da Landwirt, weiter kämpfen. Diesen sogenannten Agrarwissenschaftlern, die ihr "Wissen" zum Besten geben wollen, mangelt es offensichtlich an praktischer Erfahrung.

von Claus Sylvester

Auf Sandboden..

28 bis 33 Bodenpunkte, 30 bis 35 cm Mutterboden, darunter nur Sand u.kiesiger Sand, Grundwasserstand je nach Jahreszeit u. Niederschlag auf 9 bis 12 m Tiefe, Humusgehalt nach Jahrhunderte langer Humuswirtschaft unserer Altvorderen und unserer Generation zwischen 4,2 und 4,7%, ( bis ca. 1850/1880 war hier nichts als Heide und Gestrüpp auf Podsolboden mit teilweise Ortstein ), nach neuer Düngeverordnung absolut zu hoch im Humusgehalt und dadurch Zwang zum Abbau der org. Substanz ? JA WAS DENN NUN ? der Mais bildet ohne Beregnung gute Kolben aus, und das mit nur 50mm Niederschlag seit Ende April, also kann nicht alles falsch sein ! Aber die Lüneburger Heide liefert als absolutes Raubbaugebiet selbstverständlich etwas viel wichtigeres und daher schützenswerte als Nahrungsmittel : eine schön anzusehende Heide.

von Wilhelm Grimm

Schweigen oder Weißglut?

Dr. Hesse, der hervorragende Acker-und Pflanzenbauer von der Ingenieurschule Celle hätte mich vor 50 Jahren verprügelt. Da er es nicht getan hat, kann ich derart einfältig nicht gewesen sein.

von Gerhard Steffek

Hättest du geschwiegen,

man hätte dich für klug gehalten. Aber so trifft zu was der Mediziner Gerd Uhlenbruck treffend ausdrückte: "Besserwisser entstehen in der Umgebung von Unwissenden oder durch das höfliche Schweigen der Wissenden". Den ganzen Salm, den er da zum Besten gibt hatten wir doch schon alles xmal in den einzelnen Schulen durchgekaut. Angefangen bei der Berufsschule vor 40 Jahren. Damit braucht er mir nicht kommen. Aber ich weiß auch noch wie wir damals die ganzen Deckungsbeiträge berechneten um die für den Betrieb wirtschaftlichsten Varianten zu berechnen. Da wurde die weite Fruchtfolge sehr schnell enger. Nett war damals für mich, daß ich meinen Lehrer, schon im ersten Lehrjahr, darauf hinweisen mußte das der Mais in der Berechnung der Nährstoffe nicht schlechter dasteht als der Weizen.

von Wilhelm Gebken

Die Borniertheit der Besserwissis bringt mich langsam zur Weißglut

Aus seinen Sätzen geht eindeutig hervor, dass er die Landwirte für zu dumm hält um ihre Betriebe zu führen. Das was er vorschlägt, wissen und machen wir schon seit ewigen Zeiten. Leider gibt es z.B. eine DüngeVO, gestaltet von Leuten wie Göman, die uns inzwischen vorschreibt, dass wir keinen Humus mehr aufbauen dürfen. Und, ach ja, wer es wie er bemängelt, dass die Landwirte sich bei ihren Anbauentscheidungen an der Nachfrage, also am Bedarf orientieren, sollte sich überlegen, ob er nicht in Nordkorea, Kuba oder Venezuela besser aufgehoben ist. Dort leben die Menschen im sozialistischen Saus und Braus, also in der Warteschlange vor dem letzten Brot, eben weil sich dort die Verantwortlichen einen Dreck um marktwirtschaftliche Zusammenhänge scheren.

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