England: Nach Neonikotinoideinsatz sank tatsächlich die Wildbienenpopulation

Raps, dessen Saatgut mit Neonikotinoiden behandelt wurde, hat in England wahrscheinlich zu einem großflächigen Rückgang der Wildbienenpopulation beigetragen. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie, die Wissenschaftler vom Zentrum für Ökologie und Hydrologie (CEH) in Wallingford erstellt haben.

Raps, dessen Saatgut mit Neonikotinoiden behandelt wurde, hat in England wahrscheinlich zu einem großflächigen Rückgang der Wildbienenpopulation beigetragen. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie, die Wissenschaftler vom Zentrum für Ökologie und Hydrologie (CEH) in Wallingford erstellt haben.
 
Die neue CEH-Studie dürfte in die für Januar 2017 erwartete Risikobewertung des Neonikotinoideinsatzes durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einfließen.
 
Laut den Forschern wurde die Populationsentwicklung von 62 Wildbienenarten von 1994 bis 2011 untersucht. In diesem Zeitraum habe der großflächige Einsatz von Neonikotinoiden als Rapsinsektizid begonnen. Derweil sei die Wildbienenverbreitung im Durchschnitt drei Mal stärker bei Tieren zurückgegangen, die sich regelmäßig von Rapsblütennektar und -pollen ernährt hätten, als bei solchen, die Blüten unterschiedlicher Pflanzen zur Ernährung genutzt hätten.
 
Allerdings betonte der Hauptautor der Studie, Dr. Ben Woodcock, dass die Wildbienen auch anderen belastenden Umwelteinflüssen ausgesetzt gewesen seien und die Neonikotinoide nicht allein für den Populationsrückgang verantwortlich zu machen seien. „Die Zahl der Wildbienen ist weltweit zurückgegangen, was auch auf den Verlust ihrer Lebensräume, die Fragmentierung der Populationen, Krankheitserreger, den Klimawandel und andere Insektizide zurückzuführen ist“, erklärte Woodcock.
 
Der Bundesrat hatte Anfang Juli einer Verordnung des Ministers zugestimmt, die den Handel und die Aussaat von mit den neonikotinoiden Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid oder Thiamethoxam behandeltes Wintergetreidesaatgut verbietet. Außerdem gilt bereits seit dem 1. Dezember 2013 in der gesamten Europäischen Union ein Teilverbot für die neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in zahlreichen Kulturen, darunter Raps.


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