EP stimmt für schrittweises Verbot von Glyphosat bis 2022

Das Europäische Parlament (EP) hat sich heute für ein Totalverbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat in der Landwirtschaft innerhalb von fünf Jahren bis 2022 ausgesprochen. Die EU-Parlamentarier lehnten den Vorschlag der EU-Kommission ab, das Herbizid für weitere zehn Jahre zuzulassen.

Das Europäische Parlament (EP) hat sich heute für ein Totalverbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat in der Landwirtschaft innerhalb von fünf Jahren bis 2022 ausgesprochen. Die EU-Parlamentarier lehnten den Vorschlag der EU-Kommission ab, das Herbizid für weitere zehn Jahre zuzulassen.

Die EP-Entschließung läuft darauf hinaus, Glyphosat im nicht-landwirtschaftlichen Bereich bereits kurzfristig vollständig zu verbieten. In der Landwirtschaft soll Glyphosat in einem Übergangszeitraum von fünf Jahren noch erlaubt bleiben. Gleichzeitig sollen die Erforschung und der Einsatz der Integrierten Schädlingsbekämpfung innerhalb der kommenden fünf Jahre forciert werden. Bis zum 15. Dezember 2022 soll Glyphosat in der EU aber nach Vorstellung des EU-Parlamentes vollständig verboten werden. Insbesondere will das EP das Spritzen von Glyphosat unmittelbar vor der Ernte, was in Deutschland bereits nicht mehr erlaubt ist, auch europaweit verbieten.

Parlamentarier sprechen von einem Kompromiss

Der umweltpolitische Sprecher der Christdemokratischen Parteien (EVP) im EU-Parlament, Peter Liese, begrüßte den erreichten Kompromiss: “Das EP zeigt auf, dass es möglich ist zu vernünftigen Kompromissen zu kommen. Ein sofortiges Verbot von Glyphosat hielte ich für nicht vertretbar, da es keine halbwegs akzeptablen Alternativen gibt“, sagte er. Gleichzeitig kritisiert er den späten Glyphosat Einsatz vor der Ernte: „Ich finde es unerträglich, dass in vielen Ländern immer noch unmittelbar vor der Ernte Glyphosat eingesetzt wird und damit die Kulturpflanze abgetötet wird, um die Arbeit mit den Erntemaschinen zu erleichtern. Das ist aus meiner Sicht keine nachhaltige Landwirtschaft“, so Liese weiter. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im EP, Martin Häusling, pflichtete bei: „Das Europäische Parlament hat deutlich gemacht, dass Glyphosat die rote Karte gezeigt werden muss. Es hat eine klare Regelung für die Übergangszeit in Aussicht gestellt, während der die Landwirte ihren Betrieb auf nachhaltigere Alternativen umstellen können.“

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