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Erfolgreich mit Bioraps: An den Herausforderungen gewachsen

Bioland-Landwirt Hermann Künsemöller hat viel Erfahrung mit Raps gesammelt und selbst erfolgreiche Anbaumethoden entwickelt. Sein schwarzes Gold verarbeitet die Teutoburger Ölmühle zu wertvollen Ölen.

Der Artikel ist zuerst erschienen hier im bioland-Fachmagazin für ökologischen Landbau 12/2020.

Elementarer Schwefeldünger steht momentan im Fokus einiger Diskussionen rund um die biologische Landwirtschaft. „Ein Verbot von elementarer Schwefeldüngung hätte das Aus für biologischen Rapsanbau bedeutet“, sagt Hermann Künsemöller, der auf seinem 120 ha-Betrieb in Halle in Westfalen seit 14 Jahren Bio-Raps anbaut.

Der Anbau von Bio-Raps ist mit vielen Höhen und Tiefen verbunden, doch der Bioland-Landwirt hat über viele Jahre seine ganz eigenen erfolgreichen Anbaumethoden entwickelt. Knifflig ist unter anderem die Nährstoffversorgung. „Ich bringe im Herbst 30 kg/ha elementaren Schwefel zusammen mit Bor aus“, erklärt er seine Düngestrategie.

Bor ist für eine gute Entwicklung des Rapsbestandes wichtig. Der Stickstoffbedarf ist außerdem höher als bei Weizen. Insbesondere zur Aussaat im Herbst ist die N-Verfügbarkeit bedeutend. „Ursprünglich habe ich Raps nach Kleegras, nach Winterwicke oder mit dem System Cut & Carry mit Kleegrasaufwuchs angebaut. Aber durch die Vorsommertrockenheit der vergangenen Jahre bekomme ich keine vernünftigen Kleegrasbestände bis Mitte Juli mehr hin“, beklagt der erfahrene Bio- Ackerbauer.

Deshalb folgt der Raps nun nach Braugerste. Dazu düngt er Schweine- und Geflügelmist, den er aus einer Kooperation mit einem anderen Bio-Landwirt erhält. Die Menge reicht gerade aus, um die Obergrenze von 30 kg Ammonium-N oder 60 kg Gesamt-N für Raps laut Düngeverordnung im Herbst auszuschöpfen.

Auch im Frühjahr versucht Hermann Künsemöller, Stickstoff in die Kultur zu bekommen, bisher hat er aber noch nicht die richtige Methode gefunden. Im Bioland-Anbau steht kein schnellwirkender Dünger zur Verfügung, den die Pflanzen dann noch zur Knospenentwicklung nutzen könnten. Wichtig ist, dass der Raps vor Winter mindestens das 8-Blatt-Stadium erreicht hat, damit er im Frühjahr genügend Seitentriebe bildet. Das klappt nur bei guter Nährstoffversorgung im Herbst.

Im Frühjahr genügt die Nachlieferung aus dem Boden nicht, um noch auf denselben Ertrag zu kommen. „Es gibt allerdings auch Jahre, in denen der Raps bereits im Herbst zu schnell ins Schossen kommt und ich ihn bremsen muss, um die Winterfestigkeit zu erhalten“, so Künsemöller. Solche Bestände walzt er, um die Entwicklung zu verlangsamen. „Eine ungewöhnliche Methode, aber sie funktioniert.“ Zurzeit sät der Ackerbauer die Ölfrucht auf 16 ha aus, seine Erträge schwanken zwischen 0,5 und 3,5 t/ha.

Streifenanbau mit Wicke und Co.

Der Landwirt sät den Raps nach einer Pflugfurche oder im Mulchsaatverfahren mit Tiefenlockerung. Der Termin liegt zwischen dem 18. und dem 25. August. Mit zwei Sätanks drillt er alle 50 cm eine Doppelreihe Raps, auf 35 cm zwischen den Rapsreihen sät er Sommerwicke mit Rohrschwingel oder Buchweizen.

Die Sommerwicke soll...

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