Ertrag von oben bestimmen: Erste Anwendungen des Copernicus-Satellitenprogramms auf dem Markt Premium

Erträge und Grünlandschnitte per Satellit bestimmen sowie Minderertragsareale erkennen: Dazu liefern die Satelliten des europäischen Copernicus-Programms die nötigen Daten. Die ersten Anwendungen sind auf den Markt. Infos von Dr.

Erträge und Grünlandschnitte per Satellit bestimmen sowie Minderertragsareale erkennen: Dazu liefern die Satelliten des europäischen Copernicus-Programms die nötigen Daten. Die ersten Anwendungen sind auf den Markt. Infos von Dr. Klaus Wagner, freier Journalist für Technik, Wissenschaft und Kultur in der top agrar 2/2018: Die Satelliten rasen paarweise in nahezu polaren Orbits in mehreren hundert Kilometern Höhe um die Erde. Jedes Paar auf einer eigenen Umlaufbahn, die beiden Satelliten jeweils um 180 Grad versetzt. Ungefähr alle sechs Tage liefern die baugleichen Satelliten der Sentinel-1A und -1B-Mission in einem Rund-um-die-Uhr Betrieb ein vollständiges Radarbild der Erde. Die Zwillingssatelliten Sentinel-2A und -2B hingegen erzeugen mit ihren hochauflösenden Multispektralinstrumenten durch Messung von reflektiertem Sonnenlicht bei wolkenfreien Bedingungen alle zwei bis drei Tage ein optisches Bild der Erdoberfläche. Zehn mal zehn Meter beträgt die Auflösung der von den Satelliten generierten Aufnahmen. Flächenscharfe Bestimmungen sind durch überlagern der Satellitenbilder mit exakten Schlaggrenzen möglich. Die Satelliten stehen nicht primär im Dienst der Landwirtschaft. Wie die übrigen Himmelskörper von Copernicus überwachen sie das Ökosystem Erde. Die erhobenen Daten sind für jeden kostenfrei zugänglich. Da Copernicus ausschließlich der zivilen Nutzung unterliegt, besteht keine Gefahr, dass die Satelliten in Krisenzeiten abgeschaltet werden. Mathematik und IT Für Ertragsprognosen sowie Karten für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung einzelner Schläge verwendet die VISTA-​Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH in München überwiegend Copernicus-​Daten. Aber nicht nur. Analog zur Satellitennavigation sind auch Ertrags-, bzw. Biomassekarten umso genauer, wenn zusätzliche Daten anderer Satelliten mit einfließen, z.B. von Landsat. Zu verschiedenen Zeitpunkten zwischen dem Keimen der Saat und der Ernte berechnen die Wissenschaftler zu erwartende Biomasse- oder Körnererträge an Hand zweier miteinander gekoppelter mathematischer Modelle. Mit dem Ersten ermitteln sie die grüne, photosynthetisch aktive Blattfläche sowie den Anteil brauner Pflanzenbestandteile über das von den Pflanzen reflektierte Sonnenlicht. Diese Ergebnisse münden in das verknüpfte Pflanzenwachstumsmodell Promet ein, zusammen mit meteorologischen Daten, sowie Angaben zu Boden- und Geländebeschaffenheit. „Das Modell Promet kann zwischen Korn, Stängel, Blatt und Wurzel unterscheiden. Somit ist ...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Artikel geschrieben von

Aus dem top agrar-Magazin

Schreiben Sie Aus dem top agrar-Magazin eine Nachricht

Die Redaktion empfiehlt

Nordrhein-Westfalen will die bisher noch kostenpflichtige Nutzung der Daten des Satellitenpositionierungsdiensts der deutschen Landesvermessung (SAPOS) künftig kostenfrei zur Verfügung stellen.

Einbruch auf Hof Röring: 900 Mastschweine verenden

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen