Wirkstoffverlust

EU-Genehmigung von Thiacloprid nicht erneuert

Das Produkt Biscaya war lange Zeit fester Bestandteil von Insektizidstrategien in Raps. Die EU-Kommission hat nun die Genehmigung des Wirkstoffs nicht erneuert.

Die EU-Kommission hat kürzlich entschieden, die Genehmigung des Wirkstoffs Thiacloprid nicht zu erneuern. In der Durchführungsverordnung (EU) 2020/23 ist festgelegt, dass die EU-Mitgliedstaaten bestehende Zulassungen für Pflanzenschutzmittel, die Thiacloprid enthalten, spätestens am 3. August 2020 widerrufen müssen. In Deutschland sind gegenwärtig zwei Pflanzenschutzmittel mit Thiacloprid zugelassen:

  • Biscaya hat gegenwärtig noch eine Zulassung bis zum 30. April 2021. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wird deshalb dem Zulassungsinhaber dieses Mittels den Widerruf der Zulassung ankündigen. Sollte der Zulassungsinhaber einen Antrag auf Widerruf stellen, wird das BVL die Zulassung antragsgemäß widerrufen. Es gilt dann die in der Durchführungsverordnung (EU) 2020/23 geregelte Aufbrauchfrist. Sie endet spätestens am 3. Februar 2021. Falls der Widerruf der Zulassung ohne einen solchen Antrag erfolgt („von Amts wegen“), darf das Pflanzenschutzmittel ab dem Widerrufsdatum (3. August 2020) weder verkauft noch angewendet werden, da in diesem Fall das Pflanzenschutzgesetz keine Abverkaufs- und Aufbrauchfristen vorsieht.
  • Die Zulassung für Calypso endet durch Zeitablauf am 30. April 2020. Die Abverkaufsfrist endet hier gemäß Pflanzenschutzgesetz am 30. Oktober 2020. Es gilt jedoch gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2020/23 eine verkürzte Aufbrauchfrist bis zum 3. Februar 2021.

Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste aller Pflanzenschutzmittel mit Thiacloprid entsorgungspflichtig.


Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Gerner

Ruhet in Frieden, Ihr verhungernden Bienen! Es war schön mit Euch.

Wieder mal wird, ohne die Vor- und Nachteile abgewogen zu haben, auf Verdacht ein vermeintlich nicht ganz unschädliches Mittel verboten, obwohl man wissen müsste, dass ohne eine wirksame Möglichkeit zur Bekämpfung der zahlreichen Rapsschädlinge, der Rapsanbau zum Erliegen kommen wird (Deutschland baut knapp 1 Mio ha Raps, davon nur 100 ha Bio, trotz abgehobener Preise; 18 ha davon konnte nur beerntet werden). Es wird also die mit weitem Abstand wichtigste Trachtpflanze (1 Mio ha x 114 kg Nektar/ha) fehlen und damit halbiert sich das Nahrungsangebot für die Bestäuberinsekten. Also verhungern in kurzer Zeit deren Zahl in einer bisher nie gesehenen Dimension. Es wird aber in der öffentlichen Wahrnehmung, dank der einseitigen Darstellung in den Medien, nicht die Politik schuld sein, die das Pflanzenschutzmittel verboten hat, sondern die böse Landwirtschaft, die nichts blühendes mehr anbaut. - - - - - - - Fazit: vielleicht werden die Bienen mit Neonics ein wenig geschadet. Ganz bestimmt wird den Bienen ohne Neonics gewaltig geschadet!

von Willy Toft

Insektizide sind Mittel zum Schutz der Pflanzen vor Schäden(Prävention), die auch das BMU ablehnt!

Wir werden es erleben, dass die ganzen Präventivmaßnahmen zurzeit auf dem Prüfstand stehen, und uns bald vorenthalten werden! Dazu gehören auch Saatgut- Beizen, was fatale Schäden nach sich ziehen kann! Da muss sich dann eine Regierung fragen lassen, warum bald kein Raps mehr auf den Feldern blüht!

von Albert Maier

Offensichtlich!

Es wird jetzt offensichtlich was ich immer gesagt habe: die Glyphosatdebatte war nur Türöffner für die völlige Abschaffung des chemisch-synthetischen Pflanzenschutzes.

von Harald Finzel

Bayern - Kulap B43: "Vielfältige Fruchtfolge" (mind. 30% sichtbar blühende Kulturen)

Ich wünsche allen Teilnehmern am obigen Kulap-Programm viel Vergnügen bei den Diskussionen, ob Raps noch als "sichtbar blühende Kultur" gilt, wenn der Rapsglanzkäfer mangels Bekämpfungsmöglichkeit alle Knospen zerstört hat...

von Gerd Uken

Ich dachte Biokraftstoffen

Sind im kommen!!

von Wilhelm Grimm

Die Schlinge zieht sich zu.

Was mache ich nun mit dem Raps, den ich eigentlich in der Fruchtfolge brauche ?

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