Europäische Wissenschafter warnen vor Hemmnissen in der Pflanzenbiotechnologie

Forschungsinstitute aus ganz Europa warnen in einem Positionspapier vor negativen Auswirkungen der Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union vom Juli, dass mit präzisen Mutagenese-Techniken hergestellte Sorten gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) gleichzustellen sind.

Labor (Bildquelle: Dow Chemical)

Forschungsinstitute aus ganz Europa warnen in einem Positionspapier vor negativen Auswirkungen der Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union vom Juli, dass mit präzisen Mutagenese-Techniken hergestellte Sorten gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) gleichzustellen sind. Dies schade der Landwirtschaft, Gesellschaft und Wirtschaft, berichtet aiz.info.

Die Wissenschafter von 75 Forschungsstätten, darunter das Gregor Mendel Institut für molekulare Pflanzenbiologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien, die Universität für Bodenkultur Wien, das Austrian Institute of Technology (AIT) und das Institute of Science and Technology (IST) Austria, zeigen sich "zutiefst besorgt, dass diese Entscheidung de facto zu einem Bann der innovativen Getreidezüchtung führen wird", erklären sie laut APA.

Die europäischen Bauern würden dadurch neuen Generationen von klimawandelverträglichen und nährstoffreicheren Feldfrüchten beraubt, meinen sie. Diese würden dringend gebraucht, um den aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Der Spruch des Gerichtshofs der Europäischen Union würde nicht dem aktuellen Wissensstand entsprechen, kritisieren sie weiter. Organismen, die einem einfachen und gezielten Eingriff in ihr Genom ausgesetzt waren, seien mindestens so sicher wie mit klassischen Zuchttechniken hergestellte Sorten, und nicht mit jenen zu vergleichen, wo fremde Gene eingeführt wurden.

Die Wissenschafter rufen die EU-Politiker in dem Schreiben auf, jene "Innovation in der Pflanzenforschung und Landwirtschaft zu unterstützen" und die Rechtslage dahingehend zu ändern, dass etwa mit der Genschere CRISPR/Cas9 modifizierte Sorten behandelt werden wie klassischen Varietäten, und nicht wie GVOs. Das Positionspapier bietet aiz.info hier als Download an.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Innovation

Wenn diese Forscher wirklich so innovativ wären, dann würden sie sich nicht über das Urteil des EuGH beschweren sondern die Zeit nutzen, neue Ideen anzugehen, umzusetzen und Wege zu finden, ohne diese vom EuGH als Gentechnik eingestufte Methoden, auszukommen. Das EuGH Urteil kann man getrost den Juristen und Politikern zum schwadronieren und lamentieren überlassen.

von Wilhelm Grimm

Was sind denn die Wissenschaftler von 75 Forschungsstätten

gegen die Weisheiten der GRÜNEN mit ihrem Ebner. Mit Ausnahme der "Frankfurter Allgemeine" führen unsere Medien die Bevölkerung in die Irre. Damit die Wähler in Hessen bewusst falsch informiert werden ?

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