Europaparlament kritisiert Abwesenheit von Monsanto und BfR Premium

Die Anhörung von Umweltausschuss und Agrarausschuss am Mittwoch im EU-Parlament zu den Monsanto Papers und dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat hat nach dreieinhalbstündiger Expertenbefragung keine Annäherung der divergierenden wissenschaftlichen Positionen erbracht und stürzt die Volksvertreter in ein Dilemma.

Die gemeinsame Anhörung von Umweltausschuss (Envi) und Agrarausschuss (Agri) am Mittwoch im Europäischen Parlament (EP) zu den Monsanto Papers und dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat hat nach dreieinhalbstündiger Expertenbefragung keine Annäherung der divergierenden wissenschaftlichen Positionen erbracht und stürzt die Volksvertreter in ein Dilemma.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsagentur (Efsa) und die Europäische Chemikalienagentur (Echa) stufen die vom Antragsteller Monsanto vorgelegten Untersuchungsergebnisse zum Pflanzenschutzmittels Glyphosat für die menschliche Gesundheit als unbedenklich ein. Das Krebsforschungsinstitut der Weltgesundheitsorganisation (WHO, International Agency for Research on Cancer), kommt hingegen zu einer ganz anderen Bewertung und stuft Glyphosat für Landwirte als bedingt Krebs gefährdend ein.

Kritik verlautete von vielen Seiten der EU-Parlamentarier daran, dass sowohl der US-Saatgut- und Pflanzenschutzmittelkonzern Monsanto, als auch das in Berlin ansässige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Einladung des Europäischen Parlaments zur Aufklärung des Widerspruchs beizutragen, ausgeschlagen hatten.

Der Vorsitzende des Umweltausschusses Alojz Peterle (EVP) bedauerte die Absagen aus den USA und Deutschland. Dem EU-Parlament gehe es darum vor einer Entscheidung über die Verlängerung des Genehmigungsantrages von Glyphosat zu klären, ob die Methodologie des Risikobewertungssystems zum Schutz der Gesundheit von Landwirten und Verbrauchern bei der Produktion hochwertiger gesunder Lebensmittel gewährleistet sei.

Starke Verbindungen von Mäuse-Tumoren zu menschlichen Tumoren

Erhebliche Zweifel an der Methodik und Transparenz des Bewertungsverfahrens übte Professor Christopher J. Portier von der Universität Maastricht: „Ich habe schwere Bedenken zur wissenschaftlichen Methodik, denn die von Efsa und Echa zugrundeliegenden Daten sind nicht stichhaltig.“ Die beiden EU-Agenturen...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Die Redaktion empfiehlt

Premium

Eine Bewertung von top agrar-Korrespondent Thomas A. Friedrich aus Brüssel: Das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Greenpeace und den Grünen einen Bärendienst erwiesen. Die...

Acker & Agrarwetter / News

Brüssel läuft bei Glyphosat die Zeit davon

vor von Thomas A. Friedrich

Nach der ergebnislosen Behandlung des Tagesordnungspunktes „Verlängerung der Zulassung von Glyphosat“ am Donnerstag diese Woche läuft der EU-Kommission die Zeit davon. Bis zum 15. Dezember...

Die Umweltorganisation Global 2000 hat vergangene Woche erneut versucht, die Glaubwürdigkeit des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bei der Zulassungsverlängerung für den...

Premium

Im Ringen um die weitere Zulassung oder eines Totalverbotes des Pflanzenschutzmittels Glyphosat in der EU verhärten sich die Fronten. In Brüssel unterstrichen am Mittwoch die beiden US-Anwälte,...

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

Schreiben Sie Thomas A. Friedrich eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen