Ratgeber

Expertentipps für den sicheren Schutz vor Krautfäule

In dieser Saison ist der wichtige Wirkstoff Mancozeb letztmalig verfügbar. Optimieren Sie Ihre Strategie, indem Sie punktgenaue Behandlungen mit den richtigen Fungiziden setzen.

Unser Autor: Dr. Hendrik Hanekamp, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Die Kartoffelbestände gesund zu halten, ist eine Herausforderung. Selbst im trockenen Jahr 2020 führten lokale Niederschläge z. B. in Niedersachsen zu einem mittleren bis starken Krautfäuledruck. In Versuchen der LWK Niedersachsen traten im letzten Jahr sogar Ertragsverluste von über 50 % auf, die allein auf Kraut- und Knollenfäule zurückzuführen waren.

Wie hoch die Ertragseffekte durch Krautfäulebefall in den letzten zehn Jahren waren, zeigt folgende Übersicht.

Die Daten belegen anschaulich, dass die durch den aggressiven Erreger Phytophthora infestans hervorgerufene Kraut- und Knollenfäule bei entsprechender Witterung nach wie vor die ertragsrelevanteste Krankheit im Kartoffelanbau ist.

Nachfolgend finden Sie die Strategien und Empfehlungen für die Saison 2021. Das Ziel muss in jedem Fall lauten: Seien Sie der Epidemie mit dem richtigen Mittel immer einen Schritt voraus!

Integrierter Pflanzenschutz – wichtiger denn je

Erste Infektionen gehen häufig von ­befallenen Stängeln von infiziertem Pflanzgut oder zugeflogenen Sporen aus. Treffen diese Sporen auf nasse Blattoberflächen bei Temperaturen von 15 bis 25 °C, kann der Erreger neue Infektionen setzen.

Kommt es zu einer Infektion auf einem Blatt, treten zunächst klar abgegrenzte hellbraune runde Flecken auf. Der Übergang vom abgestorbenen zum gesunden Blattbereich ist an der Blattoberseite hellgrün. Bei frischem Befall ist hingegen an der Blattunterseite vor allem bei feuchtem Wetter bzw. in den frühen taunassen Morgenstunden im Übergangsbereich ein weißer Flaum zu erkennen. Darin bilden sich die neuen Sporen, die letztlich für die massenhafte Verbreitung im Schlag und weit darüber hinaus verantwortlich sind.

Im optimalen Fall wurden die Kartoffelpflanzen gezielt vorbeugend auf Basis von Prognosemodellen gegen Infektionen durch den Krautfäuleerreger geschützt, um eine Sporulation im Bestand zu verhindern. Kommt es dennoch zur Sporulation, ist es wichtig, diese frühzeitig zu erkennen und durch Spritzungen zu stoppen.

Um das Befallsrisiko von vornherein zu minimieren, gilt es, die Primärinokulum-Quellen zu berücksichtigen. Beachten Sie – auch vor dem Hintergrund des Integrierten Pflanzenschutzes – unbedingt folgende Hinweise:

  • Vermeiden Sie Kartoffelaufwuchs an Lager- oder Abfallstätten am Feldrand konsequent.
  • Bekämpfen Sie Durchwuchs- bzw. Unkrautkartoffeln in anderen Kulturen sorgfältig.
  • Prüfen Sie die Pflanzgutqualität, vor allem bei eigenem Nachbau (Knollenbefall!).

Der richtige Spritzstart ­ist entscheidend!

Für die sichere vorbeugende Krautfäulekontrolle steht aktuell noch eine ausreichende Bandbreite wirksamer Fungizide zur Verfügung. Welches Mittel in dieser Saison neu am Markt ist und welche Wirkstoffe in Kürze wegfallen werden, lesen Sie in der Zusatzinfo „Was ist neu, was fällt weg“ unten.

Ziel der Krautfäulebekämpfung muss immer sein, einen nennenswerten Befall gar nicht erst entstehen zu lassen. Der vorbeugende Fungizideinsatz ist gegen Krautfäule somit die effizienteste Maßnahme und absolut notwendig. Strategieversuche haben gezeigt, dass der gewählte Spritzstart und die eingehaltenen Spritzabstände entscheidend für den Bekämpfungserfolg sind.

Um den...


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