Klimawandel

Extreme Dürreperioden in Mitteleuropa werden voraussichtlich zunehmen

Die Häufigkeit und das Ausmaß außergewöhnlicher, aufeinanderfolgender Sommer-Dürren dürften bis zum Ende des Jahrhunderts in Mitteleuropa zunehmen, wenn wir so weitermachen.

Seit dem Frühjahr 2018 befindet sich ein großer Teil Europas inmitten einer außergewöhnlichen Dürre. Ein deutsch-tschechisches Wissenschaftlerteam unter Leitung des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hat nun die beiden Dürrejahre 2018/2019 in die Reihe langfristiger globaler Klimadaten der letzten 250 Jahre eingeordnet.

Dabei zeigte sich, dass es seit 1766 in Mitteleuropa keine zweijährige Sommer-Dürre dieses Ausmaßes gegeben hat. Mehr als 50 % des Ackerlandes war davon betroffen. "Es ist wichtig, dass wir die Bedeutung von Dürren in aufeinander folgenden Jahren erkennen und einen ganzheitlichen Rahmen zur Modellierung des Risikos entwickeln", betont Dr. Rohini Kumar, einer der Autoren, die Relevanz der Studie.

UFZ-Dürremonitor vom 9. August 2020

UFZ-Dürremonitor vom 9. August 2020 (Bildquelle: UFZ)

Um vorherzusagen, wie häufig solche Dürren in den kommenden Jahrzehnten auftreten könnten und welchen Einfluss Treibhausgasemissionen darauf haben, nutzten die Autoren Klimasimulationsmodelle. Die Auswirkungen zeigen sie anhand von drei Szenarien zukünftiger Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2100, den sogenannten "Repräsentativen Konzentrationspfaden" (RCPs).

Bei der Modellierung von Klimaszenarien, die den höchsten Anstieg der Treibhausgase bis zum Jahr 2100 annehmen (RCP 8.5), prognostizieren die Autoren eine Versiebenfachung der Anzahl zweijähriger sommerlicher Dürreperioden in Mitteleuropa in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts (2051-2100). Die Projektionen legen auch nahe, dass sich die von der Dürre betroffenen Ackerflächen fast verdoppeln werden - auf mehr als 40 Mio. ha.

Nimmt man einen moderaten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen (RCP4.5) an, verringert sich die Zahl der zweijährigen Sommer-Dürren im Vergleich zum RCP 8.5-Szenario um fast die Hälfte und die davon betroffene Ackerfläche um 37 %, prognostizieren die Wissenschaftler.

Werden niedrige Treibhausgaskonzentrationen (RCP2.6) angenommen, dann nimmt die erwartete Häufigkeit von zweijährigen Sommerdürren sogar um über 90 % ab. Die Zahl der dürregefährdeten Ackerflächen verringerte sich entsprechend um 60 %.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine wirksame Minderungsstrategie für die Emission von Treibhausgasen dazu beitragen könnte, das Risiko häufigerer und ausgedehnterer aufeinanderfolgender Sommer-Dürren in Mitteleuropa zu verringern.


Diskussionen zum Artikel

von Jürgen Greiner

Klimawandel stoppen durch Einstellung des Frackings in Amerika

In einigen Regionen Deutschlands ist der Boden seit 2018 viel zu trocken. Selbst bei einer unveränderten Nutzung von fossiler Energie werden die Temperaturen schneller steigen als prognostiziert und damit Extremwetterereignisse die Regel und nicht die Ausnahme sein. Eine sichere und ... mehr anzeigen

von Jens Geveke

...aber genau da können doch die Erdgaskraftwerke eingesetzt werden. Jeder Strom, der in Boom-Zeiten zuviel porudiert wird, kann in Form von Wasserstoff oder besser Methan ins Erdgasnetz eingespeist werden. Erdgaskraftwerke können innerhalb von wenigen Minuten von "aus" auf "vollast" ... mehr anzeigen

von Bernd Nienhaus

Bitte aufwachen!

Die Probleme in der Lebensmittelerzeugung sind in Europa angekommen. Es fehlt nicht mehr viel, dann können komplette Ernten hier ausfallen. Und dann? Die Worte Hunger und Frieden passen nicht zusammen! Aber wir reichen Leute können ja den armen Ländern noch weiter die Lebensmittel ... mehr anzeigen

von Anton Hoser

Ob das die Politik weiss.

von Manfred Schumacher

Irrsinn ist besser als gar kein Sinn

Das mit dem kompletten Schwachsinn kann schon sein, da wir (nördliches RlP) aktuell das 3te Dürrejahr in Folge haben. Ich fürchte eher, dass das einer der berühmten Kipppunkte sein könnte. Aber was solls, heute noch ein bisschen Wachstum und nach mir die Flut.

von Albert Maier

Das mit sem kompletten Schwachinn ...

... bezieht sich auf Modellierung von Klimaszenarien, RCP´s, Vorhersagezeiträume von 2051-2100 ect. Das ist schlicht Schrottwissenschaft!

von Rudolf Rößle

In

verschiedenen Gemeinden hatten wir in den letzten Jahren schon kurze Zeit Trink bzw. Tränkewasserprobleme. Wer die Klimakarten regelmäßig anschaut wundert sich wie die Südländer mit so langen Hitzeperioden das aushalten.

von Albert Maier

Kompletter...

... Schwachsinn!

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen