Grünlandumbruch

FDP will Verlust des Ackerstatus bei Grünlandnutzung aussetzen

Mehrjährig genutzte Grünlandbestände sollen ihren Ackerstatus behalten können. Die FDP fordert das zur GAP-Reform außerdem für begrünte Gewässerrandstreifen.

Im Zuge der Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen EU-Agrarreform (GAP) steht auch das Thema Grünlandumbruch auf der Agenda. Der Erhalt von bestehendem Dauergrünland ist dabei unstrittig. Vielmehr geht es bei der Diskussion um den Erhalt des Ackerstatus, wenn Landwirte ihre Ackerflächen mehrjährig als Grünland nutzen. Dabei setzt sich die Bundesregierung nach eigenen Angaben für eine Stichtagsregelung ein, ab der Flächen, auch bei einer langjährigen Grünlandnutzung ihren Ackerstatus nicht verlieren sollen. Für danach neu entstehendes Dauergrünland soll keine Erhaltungsvorschrift gelten, so die Bundesregierung. Dadurch entfiele der Anreiz, Grünland vor Ablauf der Frist umzupflügen, um die Entstehung von Dauergrünland zu verhindern.

Die FDP schlägt dafür nun in einem Antrag im Bundestag den Stichtag 1. Januar 2015 vor. Sämtliche Flächen, die bis zu dem Tag als Ackerland galten, sollen auch bei einer langjährigen Grünlandnutzung ohne einen Umbruch ihren Ackerstatus behalten. Gleiches sollte zur Erhaltung artenreicher Gewässerrandstreifen nach § 38 WHG gelten. Darüber hinaus soll die Fünf-Jahres-Frist bis zum Inkrafttreten der neuen GAP ausgesetzt werden, sodass bis dahin keine als Grünland genutzte Ackerfläche ihren Ackerstatus verliert.

„Das Grünlandumbruchsverbot ist eine der unsinnigsten und bürokratischsten EU-Verordnungen. Die Vorschrift bietet keinerlei Mehrnutzen, im Gegenteil: es nutzt weder der Biodiversität noch dem Klima und hat überdies eine Verschwendung von Ressourcen zu Folge“, sagte die Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer (FDP).

Bisher müssen Landwirte ihr Grünland auf Ackerflächen spätestens nach fünf Jahren umbrechen, um nicht in den Grünlandstatus zu laufen. Grünlandbestände reichern jedoch schon in dieser Zeit viel Humus und CO2 an, was ein Umbruch wieder unnötigerweise freisetzt. Gleichzeitig verlieren gerade bei weidegenutzten Beständen, Wildtiere zunächst ihr Habitat, bis sich nach einer Neuansaat wieder eine vollständige Grünlandnarbe gebildet hat. Eine Zusicherung des Ackerstatus, trotz langjähriger Grünlandnutzung würde dies verhindern.

Die Kritik am turnusmäßigen Umbruch von mehrjährig genutzten Grünlandbeständen auf Ackerflächen ist nicht neu. Schon zu Beginn dieser Regelung äußerten u. a. landwirtschaftliche Berater in Grundwasserschutzgebieten ihre Bedenken, da neben CO2 auch unkontrolliert Stickstoff freigesetzt wird, welcher die neuangesäte Grünlandnarbe oder die Folgefrucht nicht immer aufnehmen kann.

Die Redaktion empfiehlt

Bayern soll sich dafür einsetzen, dass das aktuell gültige Grünlandumbruchsgebot zum Erhalt des Ackerstatus an die Anforderungen der Praxis angepasst wird, fordert Ruth Müller von der SPD.

Nach fünf Jahren wird ein unbewirtschafteter Acker zu Grünland. An den Regeln wird sich auch mit der Agrarreform nichts ändern, stellt die Bundesregierung klar.

Grünland

Acker zu Grünland geworden?

vor von Gesa Harms

Wer ist schuld, wenn der Ackerstatus verloren geht?


Diskussionen zum Artikel

von Hermann Helmers

Grünlandumbruch

was mischt sich der Staat da ein. Wenn er Grünland erhalten will sollte er ein Markt schaffen wo man Grünland gewinnbringend einsetzen kann... Beweidung und Wolfsschutz passen nicht zusammen. Alle reden von CO2 Freisetzung aber keiner von CO2 Bindung... Humus wird bei einer Neuansaat ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Es muss eben nur mal festgestellt werden!

Erst dann hat man die Möglichkeit den Umbruch weiter hinauszuschieben! Diese unsinnige Regelung bisher, erreicht nur das Gegenteil einer Umweltschonenden Bewirtschaftung!

von Jürgen Greiner

klimaneutrale Landnutzung besser als Grünlandumbruchverbot

Der Bodenzustandsbericht des Thünen-Instituts sollte Basis für die zulässige Landnutzung sein und nicht willkürlich festgelegte Größen. Aus Umwelt- und Klimagründen sollte die Art der Landnutzung vom Humusgehalt und Wasserstand der jeweiligen Flächen abhängen. Zur ... mehr anzeigen

von Klaus Jensen

Moin

Schon mal was von Eigentum und dessen Schutz in der BRD gehört? Man,Man, Man....Wowollen wir hin? MfG Jens Martin Jensen

von Reinhard Claus

Das ökologisch unsinnigste Gesetz, was es je gab

In Ostdeutschland, speziell in Brandenburg, wurden viele minderwertige Flächen (BWZ 13 bis 20) seit 1991 als Stilllegung genutzt. Durch die Verringerung der Stilllegungsverpflichtung und der Selbstbegrünung wurde ein Teil dann als Ackergras (weiterhin ohne Düngung) deklariert und als ... mehr anzeigen

von Hans-Eggert Rohwer

Glaubt Ihnen nicht !!

Selbst wenn es Gesetz würde, wer soll das riskieren. Neue (grüne) Regierung ob mit schwarz oder rot und man hat verloren. Wer soll unseren Politikern denn noch glauben. Dies gilt für alle (wirklich alle) Parteien.

von Ludger Hengelsberg

Genau hier liegt das Problem

mein Vertrauen, dass dieser Staat im Bereich Landwirtschaft und Umwelt sachgerechte Lösungen trifft und beibehält, ist schon lange vorbei. Zu oft sind wir Landwirte in den letzten Jahren betrogen worden!

von Ottmar Ilchmann

Eigentlich ist es bei allen Parteivertretern Konsens,

dass diese 5-Jahres-Regel unsinnig und sogar kontraproduktiv ist, von CDU bis Grün. Trotzdem tut man sich unendlich schwer damit, etwas zu ändern. Es zeigt sich einfach die extreme Beharrungskraft einmal getroffener bürokratischer Regeln. Es wäre schön, wenn sich hier endlich etwas ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Beharrungskraft natürlich, aber es ist Dummheit der Politik.

von Kirsten Wosnitza

Nichts neues

Was die FDP da fordert. Damit schließt sie sich der berechtigten Kritik vieler Landwirte, Verbände, Politiker und Wissenschaftler an.

von Gerd Uken

Das ist berechtigt

Denn der niedersächsische Weg kennt genau das Gleiche Problem bei dem Gewässerabstandsregelungvauf Ackerflächen.

von Bernhard ter Veen

Schade FDP

Die Sicht ist zwar Richtig und GUT...aber die Gesetze und Verordnungen und Bestimmungen machen die Anderen Parteien. Schade das Ihr kein Gehör finden werdet...

von Wilhelm Grimm

Steter Tropfen höhlt den Stein, das macht die FDP richtig.

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