Fehlende Wissenschaftlichkeit von Anti-Glyphosat-Studien beklagt

Die Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG) hat das fehlende wissenschaftliche Fundament vieler kritischer Studien zu dem umstrittenen Herbizidwirkstoff beklagt. Zugleich begrüßte die AG die jüngste Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), wonach Glyphosat nicht in der Muttermilch nachweisbar ist.

Die Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG) hat das fehlende wissenschaftliche Fundament vieler kritischer Studien zu dem umstrittenen Herbizidwirkstoff beklagt. Zugleich begrüßte der Zusammenschluss verschiedener Pflanzenschutzmittelhersteller die jüngste Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), wonach Glyphosat nicht in der Muttermilch nachweisbar ist.

Die BfR-Studie entlarve die von der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen dazu im vergangenen Jahr in Auftrag gegebene Untersuchung als wertlos, erklärte AGG-Sprecherin Ursula Lüttmer-Ouazane. Ihrer Meinung nach zeigt sich auch bei weiteren „Skandalmeldungen“ zu dem Wirkstoff, dass sie wissenschaftlich haltlos sind.

Die nun „pulverisierte“ Studie der Grünen sei nur ein Beispiel für eine aus den Fugen geratene Debatte. Schon bei der öffentlich inszenierten Bewertung durch die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), wonach Glyphosat möglicherweise krebserregend sei, seien Fakten verschwiegen und Zusammenhänge nicht erklärt worden, monierte die Sprecherin.

So werde beispielsweise nicht erwähnt, dass sich die IARC gerade nicht mit realen Verbraucherrisiken beschäftige, sondern mit theoretischen Überlegungen, unabhängig vom Umgang mit den bewerteten Stoffen im Alltag. Dazu passe, dass die Krebsforschungsagentur auch Wurst als krebserregend eingestuft habe.

Verbraucher nicht fahrlässig verunsichern

Die AGG-Sprecherin beklagte, die öffentliche Diskussion um Glyphosat sei „ein Schauspiel, das die Fakten der schnellen Schlagzeile und dem vordergründigen politischen Nutzen opfert“. Sie verwies in dem Zusammenhang auch auf die sogenannte „Urin-Studie“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu Glyphosat aus dem Jahre 2013, die vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) wegen grober statistischer Fehler zur „Unstatistik des Monats“ erklärt worden sei.

Diese Beispiele zeigten klar, wie wichtig seriös durchgeführte wissenschaftliche Studien und eine fachlich fundierte Bewertung der Ergebnisse seien, unterstrich Lüttmer-Ouazane. Mit emotional geführten Debatten, Angstmacherei und Skandalisierung dürften die Verbraucher nicht fahrlässig verunsichert werden.

Keine Entschuldigung

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte jeweils 16 Proben Muttermilch und Urin auf Glyphosat prüfen lassen und die Befunde im Juni 2015 veröffentlicht. Die gefundenen Gehalte lagen weit unter den festgelegten Höchstmengen für Nahrungsmittel, die in der Rückstandshöchstmengenverordnung aufgeführt werden. Dennoch wurde laut AGG der Befund in 16 Muttermilchproben als „sehr besorgniserregend“ bezeichnet.

Im Auftrag des BfR seien daraufhin zwei unabhängige Analyseverfahren mit hoher Sensitivität entwickelt und insgesamt 114 Muttermilchproben aus Niedersachsen und Bayern untersucht worden. Dabei seien dem BfR zufolge keinerlei Rückstände des Wirkstoffs Glyphosat nachgewiesen worden.

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