Mäuseplage

Feldmäuse vernichten Neuansaat Plus

Vor allem in Thüringen herrscht momentan eine enorme Feldmausplage. Betroffen sind Raps-, Getreide und Zwischenfruchtbestände. Wir haben mit zwei Landwirten über die Bekämpfung gesprochen.

Bereits aus der Ferne sind schwarze Flecken unterschiedlicher Größe auf den ansonsten grünen, hügeligen Feldern Thüringens zu erkennen. „In den letzten Wochen haben Heerscharen von Mäusen bei uns 5 bis 10 % des gerade aufgelaufenen Winterrapses vertilgt“, berichtet Landwirt Björn Bottin, der 1 800 ha Ackerland in der Agrargenossenschaft Großobringen nahe Weimar verantwortet. „Noch nie war es mit den Mäusen so schlimm wie dieses Jahr. Im Sommer haben wir bereits über alle Getreidearten hinweg wegen der Feldmausplage rund 30 % weniger geerntet.“

Hotspot der Nager

Betroffen ist auch Landwirt Eckart Weirich, der etwa 15 km weiter östlich nahe Apolda zusammen mit seiner Familie einen Ackerbaubetrieb mit ca. 470 ha bewirtschaftet. „Sollte ich schätzen, würde ich den Ausfall im Raps aktuell auf 20 bis 25 % beziffern,“ sagt er. Monetär nicht so gravierend, aber mindestens genau so ärgerlich, sei der Schaden in den Zwischenfrüchten. „Auf einem 42 ha-Schlag haben die Na­­ger ca. 80 % der Begrünung inklusive des Ausfallgetreides weggefressen. Aber scheinbar verschmähen die Mäuse Hirse. Auf einem anderen Acker ist sie nämlich das Überbleibsel einer artenreichen Mischung“, so Weirich.

Die Berichte der beiden Betriebsleiter sind keine Ausnahmen. „Wir haben es momentan  in Thüringen mit einem extremen Feldmausaufkommen  zu tun“, berichtet Katrin Weidemann vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR). Die Übersicht dazu finden Sie auf Seite 74. „Das Aufkommen ist dieses Jahr sogar stärker als im Extremjahr 2012. Besonders betroffen ist die Region nördlich der A4 mit den Landkreisen Sömmerda und Weimarer Land.“ Die Pflanzenschutzberaterin weiß aber auch, dass es sich nicht nur um ein thüringisches Problem handelt. Die Nachbarn in Sachsen-Anhalt kämpfen ebenso mit den Mäusen. Bezieht man Grünland und den Ackerfutterbau mit ein, so kann man sogar von einem deutschlandweiten Problem sprechen.

Milde, trockene Witterung spielt Mäusen in die Karten

Zwar gilt Thüringen seit jeher als Starkbefallsgebiet, laut Katrin Weidemann hat jedoch Folgendes die Ausbreitung der Mäuse weiter gefördert: 

  • Zu warme und zu trockene Winter in den letzten Jahren, die für geringe...

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Auf Winterrapsflächen, die von Feldmäusen geschädigt sind, können Thüringer Landwirte Blühflächen anlegen. Das Thüringer Umweltministerium stellt mit einem Förderprojekt rund 2 Mio. €...

Landwirte in Sachsen-Anhalt können die Mausbekämpfung auf dem Acker jetzt selbst durchführen, wenn sie es vorher dem Pflanzenschutzdienst melden. Der sagt, ob da Hamster leben oder nicht.

Das Thüringer Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium haben nun doch noch einen Kompromiss gefunden, wie die Mäuseplage im Land eingedämmt werden kann und darf.

Die Bundesländer sollen ihren Spielraum zur Bekämpfung von Mäusen besser nutzen. Dazu erwägt Landwirtschaftsministerin Klöckner Notfallzulassungen für Rodentizide.

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Diskussionen zum Artikel

von Thorsten Holtmeier

Probleme ohne Pflug die es vorher nicht gab

Was man in 15 Jahren an Mäusen mit Pfluglos gezüchtet hat lässt sich natürlich nicht mit einmal pflügen wieder richten das braucht es schon ein ganzheitliches Konzept!!!

von Anton Bedenk

Ratschlag

Man kann unseren Berufskollegen in Thüringen nur anraten den Pflug einzusetzen um die Mäuse zu bekämpfen.

von Dirk Krey

Der Pflug ist auch kein Wundermittel

Wir haben in vergangenen Mäusejahren ( 98 , 05 und 12 ) anfangs sehr viel mit dem Pflug gearbeitet . Die Mäuse wandern von den Feldrändern wieder ein , sobald der Raps 3 Blätter hat . Das ist dies Jahr auf den Pflugflächen auch wieder zu sehen . Mäuse laufen und suchen bei trockener ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Problem

Ich bin der Meinung, dass man nur durch den Einsatz eines Pfluges diese Plage bekämpfen kann. Solange diese Vorgehensweise nicht in den Köpfen der Landwirte ankommt, müssen sie mit den Feldmäusen leben.

von Christian Bothe

Mäuse

Machen einige Betriebe mit Teilen ihrer LN seit längerem!Aber ohne „chemische Keule“ bekommt man die Mäuse nicht in Griff, falls es weiter so milde Winter gibt.

von Christian Bothe

Mäuseplage die 5...

„Sehr gut“für unsere Landwirte,das die doch so kompetenten Minister Hoff+Siegesmund so lange geschlafen haben...Einfach grauenvoll und das wegen „3,5 Hamstern“in der Region,welche ja auch Schaden machen...Und jetzt noch die Idee mit Hamsterschutz in Buttelstedt.Ich glaube unser ... mehr anzeigen

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