Bayern

Finanzhilfen für Betriebe mit Engerlingsbefall gefordert

Flächen in Ostbayern sind massiv von Engerlingsbefall betroffen. Den Bauern bleibt oft nichts anderes übrig, als die Flächen zu fräsen. Agrarministerin Michaela Kaniber hat sich dies nun angesehen.

Finanzielle Hilfen für die von Engerlingen geplagten Grünlandbauern im Bayerischen Wald hat die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gefordert. „Die diesjährigen Schäden sind so einschneidend, dass es nicht genügt, sich nur besorgt zu zeigen“, erklärte Müller vergangene Woche im niederbayerischen Grainet, wo sie gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin vom SPD-geführten Bundesjustizministerium, Rita Hagl-Kehl, betroffene Landwirtschaftsbetriebe besuchte.

Diese seien einem massiven Befallsdruck ausgesetzt und hätten keine andere Wahl, als die von den Käferlarven befallenen Flächen abzufräsen. Das führe zu Futterausfall, der durch Zukauf oder Neuansaat ausgeglichen werden müsse. Hagl-Kehl betonte, dass der Bund nur für überregionale Naturkatastrophen zuständig sei. Die aktuelle Engerlingplage liege im Zuständigkeitsbereich der bayerischen Landesregierung.

Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in München erklärte, dass Fraßschäden aller Art ein natürliches Risiko beim Wirtschaften in und mit der Natur darstellten, weshalb grundsätzlich kein Anspruch auf Entschädigungen von Ertragseinbußen bestehe. Angesichts des massiven Befalls dieses Jahr in Niederbayern habe die Landesregierung aber die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Landwirte Förderungen für Agrarumweltmaßnahmen behielten, auch wenn sie die Förderbedingungen wegen der notwendigen Grünlanderneuerung nicht mehr erfüllen könnten. Außerdem habe man für die sehr stark erosionsgefährdeten Flächen am Jochberg im Berchtesgadener Land eine zeitlich befristete Notfallzulassung des Bundes für Melocont-Pilzgerste gegen Engerlinge erreicht.

Schließlich habe es in den Befallsgebieten Versuche unter anderem der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) gegeben, berichtete das Ressort. Über die weiter erforderlichen produktionstechnischen Maßnahmen für das Jahr 2020 werde im Winter entschieden.

Wie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Regen erläuterte, hat sich das seit Jahren in der Region bestehende Engerlingproblem 2019 witterungsbedingt zugespitzt. Aktuell seien insgesamt 232 Betriebe mit einer Fläche von zusammen 1 549 ha als betroffen gemeldet.

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