Forscher präsentieren „Neun-Punkte-Plan“ zur Bekämpfung des Insektensterbens

Neue Verbote für die Landwirtschaft und eine veränderte Agrarförderung haben Forscher aus ganz Europa in einem „Neun-Punkte-Plan“ zur Bekämpfung des Insektensterbens gefordert, der am vergangenen Freitag in Stuttgart unter Mitwirkung der Universität Hohenheim präsentiert wurde.

Neue Verbote für die Landwirtschaft und eine veränderte Agrarförderung haben Forscher aus ganz Europa in einem „Neun-Punkte-Plan“ zur Bekämpfung des Insektensterbens gefordert, der am vergangenen Freitag in Stuttgart unter Mitwirkung der Universität Hohenheim präsentiert wurde.

Um dem Rückgang der Artenvielfalt bei den Insekten entgegenzuwirken, müsse der Pflanzenschutzmitteleinsatz in der Landwirtschaft eingeschränkt werden. Dazu müssten die Zulassungsverfahren verändert sowie vorbeugender Pflanzenschutz, Neonikotinoide und Totalherbizide verboten werden. Wichtig sei zudem die Extensivierung der Landwirtschaft, heißt es in dem Papier. Diese könne zum Beispiel durch die Kopplung der EU-Agrarsubventionen an ökologische Leistungen vorangebracht werden, ebenso durch die Förderung von Brachflächen und Ökolandbau.

Nährstoffüberschüsse müssten begrenzt, strukturreiche Flächen und die Vernetzung der Biotope gefördert werden. Entscheidend ist aus Sicht der Forscher darüber hinaus die Erhöhung der Artenvielfalt im Grünland. Die Bewirtschaftung müsse insektenfreundlicher, der Einsatz von Mulchgeräten und Mähaufbereitern begrenzt werden. Daneben sei der Rückgang der Grünlandflächen zu stoppen.

Auch in der Imkerei sollte es nach Einschätzung der Wissenschaftler Änderungen geben. Allen voran plädieren sie für die Festlegung einer Höchstzahl für Honigbienen, um Nahrungskonkurrenz mit Wildbienen zu vermeiden. Wildbienen sollten zudem einen höheren Schutzstatus erhalten und in die Flora-Fauna-Habitat-(FFH-)Richtlinie aufgenommen werden.

Weitere Punkte des Plans betreffen die Pflege von Naturschutzgebieten, die Gestaltung öffentlicher Grünflächen und die Verringerung der Lichtverschmutzung durch Straßenleuchten. Daneben müsse es eine Forschungs- und Bildungsoffensive und mehr Öffentlichkeitsarbeit zum Thema geben. Der Plan soll laut Angaben der Hochschule Hohenheim in dieser Woche an die Landwirtschafts-, Umwelt- und Bildungsministerien des Bundes und der Länder versandt werden.


Diskussionen zum Artikel

von Bernd Croonenbroek

Sie wissen nicht was Sie tun

Die Wissenschaftler wissen nicht einmal wo das Insektensterben her kommt, aber schon Vorderrungen an die Landwirtschaft stellen !!! Kein Wort über Flächenverbrauch und Versiegelung der Flächen, Autoabgase, Flugzeugabgase, Schiffabgase oder Lichtverschmutzung. Kein Wort über die ... mehr anzeigen

von

Ich bin Basuer, ich bin Schuld

Und wieder einmal wird bei uns gesucht und natürlich auch gefunden! Wie lange geht das noch so weiter. Auch ich beobacht schon länger einen Rückgang und Wandel in der Insektenwelt. Die Windschutzscheibe vom Auto ist nach einer längeren Fahrt suberer als früher, da haben die Autos ... mehr anzeigen

von Georg Vos

Mir stellt sich die Frage was wir eigentlich später noch essen wollen wenn wir alles geschützt haben über größere Naturschutzgebiete und extensivierung!

von Wilhelm Grimm

ich versuch`s mal anders,

was früher das Waldsterben war, ist heute das Insektensterben. Damals wie heute: Jede Menge Forscher.

von Wilhelm Gebken

Sie hüllten sich in seltsame Gewänder und irrten ziellos umher

Mehr kann man dazu nicht sagen

von Gerhard Rieder

Tut schon weh beim lesen....

und sowas kommt von einer Uni. Da hätte ich mehr erwartet, armes Deutschland. ....

von Rudolf Rößle

???

Extensivierung ist ja gut und schön, aber wer bezahlt den Produktionsverlust der Flächen? Gleichzeitig müsste ein Erzeugerpreisaufschlag ähnlich für regenerative Energie erfolgen. Bei extensiver konventionellen Milch min.10 Cent. Biomilch gleich mal auf 80 Cent hochsetzen um den ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Wo nur immer die vielen wissenschaftlichen Aussagen erarbeitet werden? Ich erinnere an das Interview von Bauer Willi mit dem Agrarstatistiker Keckl und dessen Analysen...

von Gerhard Steffek

Umwandlung des Landwirtes -

vom Ernährer der Bevölkerung zum Landschaftsgärtner der Gutmenschen. Damit dieser sich seine Idealvorstellung der Kinderbuchlandwirtschaft behalten kann. Lebensmittel? Die kommen doch vom Discounter. Wir haben's ja und können es uns leisten. Denn schließlich sind wir ja ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Ironie

Das machen wir ganz einfach: wir schmeissen diese unnütze Bevölkerung komplett aus Deutschland raus und wandeln ganz Deutschland in ein Naturschutzgebiet um. Dann haben die Insekten Platz und werden auch durch unsere Aktivitäten nicht mehr gestört. Dann wird endlich alles Gut.

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