Ausfallraps

Geht’s auch ohne Glyphosat? Plus

Nach derzeitigem Stand läuft die Zulassung für Glyphosat in der EU im Dezember 2022 aus. Setzt die Politik dies durch, ist eine Neuausrichtung der Ackerbausysteme erforderlich.

Die Zulassung von Glyphosat wird Ende 2022 voraussichtlich enden. Von Beginn an war dieses Totalherbizid der Eckpfeiler der pfluglosen Bodenbearbeitung. Technische Entwicklungen, Vorteile bei vielen umweltrelevanten Aspekten im Ackerbau und nicht zuletzt geringere Kosten machten in der jüngeren Vergangenheit die konservierende Bodenbearbeitung praxistauglich. Fällt Glyphosat weg, stehen Mulch- und Direktsaatsysteme auf der Kippe. Denn der Wirkstoff spielt in diesen Verfahren eine tragende Rolle. Ob es gelingt, Ausfallraps glyphosatfrei zu beseitigen, zeigen aktuelle Praxisversuche.

Wie breit kommt Glyphosat zum Einsatz?

Weltweit gesehen hat das Totalherbizid beim Anbau gentechnisch veränderter Kulturen eine herausragende Bedeutung. Das macht es allerdings nicht nur zum meist angewandten Herbizid, sondern lenkt auch den Blick der Gentechnikkritiker auf diesen Wirkstoff. In Deutschland ist dieser Anwendungsschwerpunkt verboten.

Vielmehr wird Glyphosat in hiesigen Anbausystemen wie folgt eingesetzt:

  • Zur Bekämpfung von mehrjährigen Unkräutern/Ungräsern,
  • zum Beseitigen resistenter Ungräser vor der Saat,
  • zur Unterbrechung der Grünen Brücke in pfluglosen Anbausystemen,
  • zur Grünlanderneuerung und
  • in geringem Umfang zur Sikkation.

Vor allem bei der Entwicklung umweltgerechter Anbausysteme spielte der Verzicht auf die wendende Bearbeitung mit dem Pflug in den letzten Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Weitreichende Vorteile für Agrarökosysteme sind z. B. die verringerte Bodenerosionsgefahr – und somit geringere Einträge von Pflanzenschutzmitteln und Phosphat in Oberflächengewässer – sowie eine geringere Stickstoffmineralisation im Herbst (Grundwasserschutz). Für die landwirtschaftliche Praxis kommen neben diesen Argumenten geringere Kosten zum Tragen – eine klassische Win-win-Situation.

Auch die staatlich gestützte landwirtschaftliche Umweltberatung z. B. in Wasserschutzgebieten befürwortete in der Vergangenheit die pfluglose Wirtschaftsweise. Befragungen des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen unter Landwirten und Auswertungen von Dauerversuchen zur Bodenbearbeitung zeigen für konventionell wirtschaftende Betriebe immer wieder Folgendes: Ressourceneffiziente, umweltverträgliche Wirtschaftsweisen im Ackerbau nutzen Glyphosat als Systembaustein. Ein einfaches Praxisbeispiel ist in der Übersicht auf Seite 72 dargestellt.

Glyphosat – ein Systembaustein

Diese Beispielfruchtfolge zeigt, wie man Problembereichen im Pflanzenbau (Bodenerosion, Biodiversität, zu geringe Nährstoffeffizienz, starker Ungrasdruck, hoher...


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Zuckerrübenanbau ohne Gentechnik und Glyphosat geht nicht mehr.

Die Unkrautbekämpfung kostet mich 250 Euro/ha. Mit Glyphosat würde das höchstens 50 Euro kosten. Dazu kommt noch die Direktzahlung in anderen EU-Ländern. Das geht nicht gut.

von Andreas Gerner

Die Befürworter eines Verbots bilden sich halt ein,

man könne einfach darauf verzichten und das war´s. Der Bauer spart sich Mittel und Überfahrt, es gesellen sich ein paar Pflänzchen zur Kultur und alle sind glücklich. Dummerweise ist die Realität anders. In Fällen, wo wir Glyphosat anwenden, hat es absolute Berechtigung. ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Es wird Widersprüchliches verlangt!

Weil keiner mehr ein Ahnung von der Materie hat, weil es keiner selber machen muß und, daß Wichtigste, es genügend "Besserwisser" gibt, die meinen es zu wissen und deshalb dem 08/15-Bürger ein X für ein U vormachen. Das ist aber auch nur möglich, weil wie gesagt keiner mehr Ahnung ... mehr anzeigen

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