Schärfere Düngeverordnung

Gemüsebau im Roten Gebiet: "So können wir nicht arbeiten!"

Ihr Betrieb liegt in einem roten Gebiet. Ein Landwirts-Ehepaar beschreibt, was das für sie persönlich und für ihren Kohlanbau bedeutet.

Seit letztem Jahr liegen unsere Flächen im roten Gebiet. Wir haben deshalb schon so manche Nacht schlecht geschlafen und erschöpfende Diskussionen am Familientisch geführt.

Was uns so hilflos macht: Keiner weiß, was die Einstufung eigentlich bedeutet. Viele zweifeln die Richtigkeit der Messwerte an. Klar ist: Eine Verringerung der Düngemenge kommt. Wie genau diese umgesetzt wird? Das kann uns keiner sagen. Die Erwartung ist, dass die Entscheidung erst Ende April/Anfang Mai per Eilverfahren gefällt wird. Was diese Informationspolitik für uns Landwirte bedeutet, scheint niemanden so recht zu interessieren.

Für unsere wichtigste Kultur, den Kohl, ist dieser Termin viel zu spät. Die Kohlsetzlinge werden in den nächsten Wochen gepflanzt und wir haben sie bereits geordert und bezahlt. Unser Problem: Der Kohl wächst nur dann gut, wenn er optimal gedüngt wird. Sonst werden die Köpfe gelb und so gut wie unverkäuflich. Wir hoffen also, dass die Düngereduktion über den gesamten Betrieb gilt, und nicht je Fläche. Dann können wir den Kohl weiterhin optimal düngen und würden andere Kulturen noch stärker unterdüngen als die anvisierten 80% vom Pflanzenbedarf.

Erfahren werden wir das erst im Frühjahr. Diese Unsicherheit hemmt uns enorm und birgt ein großes finanzielles Risiko. Oft beschleicht mich das Gefühl, dass die...


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