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Getreide: Strategien für saubere Bestände

Gehen Sie konsequent gegen Ackerfuchsschwanz vor – dazu kann auch der Einsatz eines Striegels gehören. Achten Sie beim Herbizideinsatz immer auf möglichst gute Einsatzbedingungen.

Unser Autor: Günter Klingenhagen, LWK NRW

Eine gute Bodengare, durchfeuchtete Böden und hohe Temperaturen haben die Keimung von Samenunkräutern im Herbst begünstigt. Besonders deutlich wird dies auf Flächen mit Ackerfuchsschwanz – bei einem großen Samenvorrat ist es ernüchternd, wie viele Pflanzen trotz Bodenherbizidvorlage noch auf dem Acker stehen.

Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass die Mittel dennoch gut gewirkt haben oder noch wirken. Pflanzen, die das Herbizid nicht erfasst hat, sind meist aus tieferen Bodenschichten aufgelaufen oder haben sich im Schutz von Kluten oder Steinen entwickelt.

In beiden Fällen sind die Bodenherbizide zu unbeweglich und lassen sich nicht in ausreichender Menge von den Ungräsern aufnehmen. Sind die Gräser am Blattgrund rötlich-blau verfärbt, können sie über Winter noch absterben. Exemplare mit mehr als zwei Blättern und gesunder grüner Farbe wird man dagegen sicher wiedersehen.

Das ist neu

In der kommenden Saison steht für die Ungraskontrolle erstmals Pacifica Plus zur Verfügung, das aber nur über Agravis erhältlich ist. Das neue Herbizid ist vergleichbar mit Atlantis WG, darf aber nur im Weizen eingesetzt werden.

Über die höhere Iodosulfuronmenge (30% mehr) und dem zusätzlich enthaltenen Wirkstoff Amidosulfuron (Hoestar) ist die Unkrautwirkung stärker als beim Atlantis WG. In trockenen Jahren führt der höhere Anteil an Iodosulfuron allerdings dazu, dass sich das Risiko von Schäden an nachfolgendem Raps erhöht. Wie bei Atlantis WG auch, sollte man Pacifica Plus zusammen mit 30 l je ha AHL einsetzen. Insgesamt ist die Fuchsschwanzwirkung von Atlantis Flex, Pacifica Plus und Niantic gleichwertig.

Trümpfe gegen Fuchsschwanz

Auf Problemflächen wird man ausgangs Winter einen bekämpfungswürdigen Besatz an Ackerfuchsschwanz vorfinden – auch nach einer Vorbehandlung im Herbst. In diesen Fällen stellt sich zunehmend die Frage, ob Produkte wie Atlantis Flex, Pacifica Plus oder Niantic noch wirksam sind.

Den Resistenzstatus einer Fläche einzuschätzen, ist schwer. Denn in der Übergangsphase von Minderwirkung zur Resistenz kann eine schlechte Wirkung auch an ungünstigen Anwendungsbedingungen liegen. Am sichersten ist daher eine Resistenzuntersuchung. Weist diese eine Resistenz aus oder ließ sich in der Vergangenheit mit den genannten Fuchsschwanzpräparaten trotz guter Bedingungen keine vernünftige Wirkung erzielen, sind weitere Anläufe sinnlos. Das Getreide wird durch die Behandlung geschädigt und der Fuchsschwanz bei vollkommener Resistenz sogar noch gefördert (Hormesis-Effekt).

Sind die Mittel aber noch wirksam, ist es wichtig, bei passender Witterung so früh wie möglich zu behandeln. Dass sich frühe Termine günstig auf die Leistung von Atlantis und Co. auswirken, zeigt ein Versuch der LWK Nordrhein-Westfalen.

Behandeln Sie möglichst zu Beginn einer hellen und strahlungsreichen Witterungsphase. Noch besser ist es für die Wirkung, wenn es gelingt, im Übergang von einer Tiefdruck- zu einer Hochdruckwetterphase zu applizieren. Denn die Luftfeuchtigkeiten sind dann noch hoch und die Blätter weich. Oft kommt es in der folgenden Hochdruckwetterlage zu Nachtfrösten – Temperaturen bis minus 5°C stellten in der Vergangenheit jedoch kein Problem dar.

Behandelt man hingegen am Ende der Hochdruckwetterlage, können die Wirkungsgrade ins Bodenlose fallen. Die Pflanzen sind dann von der Sonne und vom Frost „gestählt“ und mit einer dicken Wachsschicht ausgestattet. Die Folge davon ist, dass sie weniger Wirkstoff aufnehmen, der in der nachfolgenden eher dunklen Wetterphase zudem noch wenig wirksam ist.

Striegeln gegen Ackerfuchsschwanz im Frühjahr?

Aus den Marschen Ostfrieslands gibt es Ergebnisse zur Leistung von Striegeln gegen Fuchsschwanz. Damit das Gerät auf den schweren Standorten in die Böden eingreifen kann, müssen diese in den obersten Zentimetern brüchig sein.

Optimal ist es, wenn dies durch vorherigen Frost eingetreten ist. Falls das nicht der Fall ist und der Boden festliegt, kann man z.B. mit einer Rotorhacke vorarbeiten. Wenige Stunden danach folgt dann der Einsatz des Striegels. Die Ergebnisse aus Ostfriesland zeigen, dass mit dieser Strategie unter trockenen Bedingungen und bei...

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