Düngeverordnung

Grundwasser & Nitrat: Beamter mahnt, EuGH-Urteil vollständig umzusetzen

Das Urteil des EuGH zur Verschärfung der Düngeverordnung muss vollständig umgesetzt werden, um die Wiederaufnahme des Vertragsverletzungsverfahrens zu vermeiden, mahnt ein BMEL-Beamter.

Um eine Fortführung des Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland wegen zu hoher Nitrateinträge ins Grundwasser zu vermeiden, müsse dem diesbezüglichen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in allen Punkten entsprochen werden. Das hat Stefan Hüsch vom Bundeslandwirtschaftsministeriums kürzlich betont.

Laut Hüsch sind somit neben der Verringerung der Nitratgehalte in den Roten Gebieten auch Regelungen zur Düngung gefrorener Böden, Abstände zu Gewässern und die Streichung des Nährstoffvergleichs von Bedeutung. Die Absenkung des Düngebedarfs in belasteten Gebieten um 20 %, das Verbot der Herbstdüngung von Zwischenfrüchten und der verpflichtende Zwischenfruchtanbau vor Sommerungen spielten ebenfalls eine Rolle.

Konkrete Anpassungsmöglichkeiten für Anbausysteme zeigte Dr. Ulrich Lehrke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf. Die Anforderungen in den Roten Gebieten könnten nur durch die Anpassung der Fruchtfolge gemindert werden, so Lehrke. Ertragsverluste seien vor allem auf schwachen Böden zu befürchten. Weitere Anpassungen wie Zweitfruchtanbau, Leguminosen als Haupt- und Zwischenfrucht oder die Intensivierung der Bodenbearbeitung seien nötig.


Die Redaktion empfiehlt

Die Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten (AVV) ist durch den Bundesrat. So werten BBV, Kaniber und Wassserverband die Entscheidung.

Mit einigen Änderungen stimmt der Agrarausschuss des Bundesrates der neuen Verordnung zur Ausweisung der Roten Gebiete zu. Entscheidend wird aber die Bundesratssitzung am 18. September sein.

Vier von zwölf Punkte aus dem EU-Umsetzungsplan der Nitrat-Gebietsausweisung in Deutschland entsprechen offenbar nicht den EU-Vorgaben. Brüssel droht, dass ruhende Verfahren wieder zu eröffnen.

NRW weist erstmalig Gebiete in Einzugsgebieten von Oberflächengewässern aus, die nachweislich durch Phosphateinträge aus der Landwirtschaft belastet sind.


Diskussionen zum Artikel

von Willy Toft

Ein Vertragverletzungsverfahren was von Regierungsseite fingiert wurde!

Da bekommen wir keine Ruhe mehr rein, und wie hier mit uns umgegangen wird, ist MITTELALTER!! Ich suche auch immer einen Prügelknaben, Ironisch! Ob der im Beamtenapparat gesessen hat, oder sogar in der Politik mitgewirkt hat, überlasse ich mal der Phantasie!

von Rudolf Rößle

Sicher

ist, dass im Frühjahr so viel Gülle ausgebracht wird, dass die Pflanzen das nicht mehr aufnehmen können. Im Sommer geht es nicht wegen Trockenheit und Hitze . Im Herbst darf man nicht.Im zeitigen Frühjahr darf man auch nicht mehr und im März ist es oft zu nass in vielen Gebieten.

von Wilhelm Grimm

Diese Aussage hätte uns die Ministerin selbst überbringen müssen.

Die Drecksarbeit lässt sie von ihren Beamten machen. Ihr Vorgänger ist ehrlicher gewesen.

von Gerhard Steffek

Geht's noch?

Weiß der Mann schon von was er da spricht? Mit seiner Aussage: "Weitere Anpassungen wie Zweitfruchtanbau, Leguminosen als Haupt- und Zwischenfrucht oder die Intensivierung der Bodenbearbeitung seien nötig", kann ich das nicht glauben. Das sind doch genau zwei Faktoren, die mir ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Der Mann ist ganz offensichtlich nicht für den Posten geeignet.

Kann man sich da bewerben?

von Klaus Fiederling

Ursachenforschung / Verursacherprinzip

Die innerstädtische Messstelle in Schweinfurt weist hohe Nitratwerte aus. Kommen als Verursacher dort die vorhandenen Sportplatz- u. Kleingartenanlagen sowie insbesondere ein „absolut dichtes(?)“ Kanalsystem ggf. in Frage!? Solche grundlegenden Diskussionen müssen aber leider ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

innerstädtische Meßstelle -

bei solchen Meßstellen braucht man eigentlich wirklich nicht mehr fragen. Welcher Kleingartenbesitzer hat denn schon eine Ahnung von effektiver aber sparsamer Düngung. Selbst wenn nur "Kompost" gedüngt wird, wird hier in aller Regel hoffnungslos überdüngt. Gekaufte Komposterde ist in ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Wenn falsche Erwartungen im Ergebnis enttäuschen - unser Überfluss lässt grüßen!

Welche Konsequenzen hat der verstärkte Leguminosenanbau auf den Nitratgehalt im Grundwasser? // Bitte teilen Sie den betroffenen Bewirtschaftern innerhalb der roten Gebiete mit, denen Sie obige Empfehlungen schließlich zur Hand gereichen, mit welchen individuellen Niederschlagsmengen ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Sch...t auf das "Vertragsverletzungsverfahren !

Das wirtschaftlich um einiges stabilere Deutschland muss dem Rest der EU mit zig Milliarden unter die Arme greifen, dass es unter der Coronalast nicht zusammenbricht. Ob da jetzt ein paar Drehstuhlpiloten in Brüssel einige Milliönchen als "Strafe" umetikettieren, ist doch völlig ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Lasst uns die nächste Schritte vorbereiten, Herr Gerner, Steffek und viele andere.

Gestern Frau Heinen-Esser, heute Frau Klöckner durch einen ihrer Beamten. Es geht jetzt los,

von Wilhelm Grimm

Alle Vorschläge kosten Ertrag

und erhöhen die Kosten. Perpetuum mobile. Zeigt uns,wie es geht .

von Wilhelm Grimm

Verwirrt,

das kann ein Beamter nämlich nicht ohne Zustimmung seiner und unserer Ministerin posaunen. Also Frau Klöckner, wie sieht es aus ?

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen