1. November

Gülle-Sperrfrist auf Grünland: Das gibt es zu beachten

Am 1. November beginnt die Sperrfrist zur Gülleausbringung auf Grünland. Einige Neuerungen treten damit in Kraft. Fristverschiebungen sind teilweise aber möglich.

Für Grünland, Dauergrünland und mehrjährigen Feldfutterbau (bei einer Aussaat bis zum 15. Mai) gelten bald die Sperrfristen vom 1. November bis zum 31. Januar.

Ein Ausbringungsverbot für Festmist von Huf- und Klauentieren gilt vom 1. Dezember bis einschließlich dem 15. Januar. Diese Sperrfristen beziehen sich auf Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff (≥ 1,5 % N in der Trockenmasse) und einem wesentlichen Gehalt an Phosphat (≥ 0,5 % P2O5 in der Trockenmasse).

Abweichend von den Daten können die Bundesländer die Sperrfristen verschärfen. Darüber hinaus gelten in den sogenannten Roten und Gelben Gebieten schärfere Auflagen. Darüber informieren die zuständigen Landesbehörden.

Im Folgenden einige Infos zu den Fristen und den möglichen Fristverschiebungen aus einzelnen Bundesländern.

Niedersachsen

In Niedersachsen ist die Landwirtschaftskammer zuständig. Sie lässt auf Antragstellung eine Vorverlegung der Grünland-Sperrfrist um zwei Wochen zu, um im Frühjahr eine Boden schonende Ausbringung bei gleichzeitiger Minimierung des Stickstoffverlustrisikos zu gewährleisten. Anträge sind immer bis Oktober zu stellen.

Genauere Infos zu den Sperrfristen in Niedersachsen finden Sie hier.

Bayern

In einigen Landkreisen Bayerns hat das Landwirtschaftsministerium die Sperrfristen für Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau um zwei bzw. vier Wochen nach hinten verschoben. Normalerweise dürfen vom 1.11.2020 bis einschließlich 31.01.2021 keine Düngemittel mit wesentlichem Stickstoffgehalt, ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte, ausgebracht werden. In diesem Jahr ist es jedoch aufgrund der Witterung und weiteren Faktoren des Pflanzenwachstums erforderlich, dass sich die Sperrzeiten in bestimmten Regionen in Bayern verschieben.

Weitere Infos zu den einzelnen Regionen in Bayern finden Sie hier.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg können sich Landratsamt und Untere Wasserbehörde abstimmen, um die Sperrfrist für die jeweilige Region zu verschieben. Für 2021 hat das Ministerium derzeit noch keine Allgemeinverfügung erlassen.

Genauere Hinweise für Baden-Württemberg finden Sie hier.

Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein können Landwirte auf einzelbetrieblichen Antrag die Sperrfrist für Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau um zwei Wochen vorverlegen (15. Oktober 2021 bis 15 Januar 2022). Der Antrag musste bis 11. September gestellt sein.

Weitere Informationen zu den Fristen in Schleswig-Holstein lesen Sie hier.

Nordrhein-Westfalen

Landwirte haben in NRW die Möglichkeit, eine „Sperrfristverschiebung“ für ihren gesamten Betrieb zu beantragen. Mit dem Antrag kann der Landwirt die offizielle Sperrfrist entweder vorziehen oder nach hinten verlagern.

Zuständige Behörde ist die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer. Die Auflagen variieren von Kreis zu Kreis, weil die jeweilige Untere Wasserbehörde ihr Einvernehmen geben muss. Für den Landwirt bedeutet dies im Falle des Vorziehens der Sperrfrist zum Beispiel, dass der Zeitraum, in dem er keine Gülle ausbringen darf, bereits bis zu vier Wochen früher beginnt als im Normalfall. Dafür darf er im Gegenzug vier Wochen bevor die offizielle Sperrfrist zu Ende geht schon Gülle ausbringen, sofern die anderen Regeln der guten fachlichen Praxis eingehalten werden. Da die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt allerdings meistens noch keine Nährstoffe benötigen, verpflichtet der Gesetzgeber den Anwender der Gülle dazu, einen Nitrifikationshemmer einzusetzen, der verhindert, dass der in der Gülle enthaltene Stickstoff zu dem auswaschungsgefährdeten Nitratstickstoff umgebaut wird.

Weitere Infos für NRW finden Sie hier.

Mecklenburg-Vorpommern

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Regelungen für Mecklenburg-Vorpommern.


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