Weuthen-Kartoffeltag

Gute Aussichten auf dem Kartoffelmarkt

Die Kartoffelbranche hat schwierige Zeiten hinter sich. Mit den Lockerungen der Corona-Einschränkungen wurde auf dem Weuthen-Kartoffeltag klar: Die Branche kann optimistisch sein.

Dass Lockdowns die Gastronomie, das Gastgewerbe und den Tourismus vollständig lahmlegen, hätte vor rund eineinhalb Jahren niemand für möglich gehalten. Die Corona-Krise hat die Kartoffelbranche schwer getroffen. Nachdem auch der Weuthen-Kartoffeltag im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnte, war es vorgestern am 26. August 2021 wieder soweit: Auf dem 31. Weuthen-Kartoffeltag drückte Ferdinand Buffen, Geschäftsführer der Wilhelm Weuthen GmbH & Co. KG, endlich mal wieder Optimismus aus.

Partnerschaftlich durch die Krise

In seiner obligatorischen Rede zur Markteinschätzung, die er in diesem Jahr wieder in Präsenz vor Vertretern der Kartoffelbranche halten konnte, blickte Buffen zunächst auf die vergangene Corona-Zeit zurück. In dem Wissen, dass die Pandemie noch nicht komplett überstanden ist, drückte er seinen Stolz und seine Dankbarkeit aus, dass „die europäischen Verarbeiter die vertraglichen Vereinbarungen respektiert haben, obwohl Kartoffeln der Ernte 2019 zum Teil alternativ verwertet werden mussten“. So seien die Landwirte mit einem blauen Auge durch die Saison 2019 und 2020 gekommen.

Positiver Preistrend

„Heute, nach über einem Jahr, dürfen wir wieder positiver in die Zukunft schauen“, fasst Buffen zusammen: Die letzten alten Veredelungskartoffeln wurden noch mit rund 20 €/100 kg notiert und aufgrund der Impf-Fortschritte sei kein strenger Lockdown mehr zu erwarten. Diese Veränderung habe sein Unternehmen schon früh im Jahr vorhergesehen und versucht, dem Trend der Anbaueinschränkung entgegenzuwirken, sodass sie und die Landwirte von den jetzt höheren Kassapreisen profitieren können.

Karl-Josef Dammer und Ferdinand Buffen

Die Weuthen-Geschäftsführer Karl-Josef Dammer und Ferdinand Buffen blicken optimistisch in die Zukunft. (Bildquelle: Borgmann)

Buffen erklärte außerdem, dass die Versorgungslage derzeit ausgeglichen ist und die Kassanotierungen für Verarbeitungskartoffeln auch in der Ernte über dem Vertragspreisniveau liegen. Dies liegt zum einen daran, dass die Tiefkühlbestände aus dem Frühjahr schrumpfen und die Industrie seit drei Monaten auf Rekordniveau produziert. „Die heißen und trockenen Bedingungen in Nordwestamerika sowie in Ost- und Südeuropa bieten uns sicher zusätzliche Absatzperspektiven für Frischkartoffeln und vorgebackene Kartoffelprodukte“, ergänzt Buffen. Mit 10 bis 10,5 Mio. t deckten die Erträge 2021 nur knapp den Bedarf und lassen ein auskömmliches Preisniveau erwarten. Auch die deutschen Speisekartoffelpreise seien noch immer hoch.

Kartoffeln

Nach Buffens Einschätzung decken die Erträge 2021 knapp den Bedarf und lassen ein auskömmliches Preisneveau erwarten. (Bildquelle: Osthues)

Optimistischer Blick nach vorn

Nach Buffens Einschätzung werden die Verarbeiter in den kommenden ein bis drei Jahren sehr viel zusätzliche Kapazität „ans Netz“ nehmen, wofür entsprechende Rohstoffe benötigt werden. Gleichzeitig sorgen die derzeitig guten Perspektiven für andere Ackerkulturen wie Weizen seiner Meinung nach dafür, „dass nur höhere Vertragspreise den Rohstoffhunger der Verarbeiter stillen können“. Da in den traditionellen Anbauregionen in den Niederlanden und Belgien kaum noch weitere Ausdehnungen zu realisieren seien, versuche das Weuthen-Team in den kommenden Jahren potenzielle neue Anbauregionen zu erschließen.


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