Hanf: Landwirt im „Faserrausch“

Der Anbau von Nutzhanf ist schon lange auf Talfahrt. Doch Landwirt Joachim Klack aus dem ostwestfälischen Versmold schwört auf den ­nachwachsenden Rohstoff – erst recht als Zwischenfrucht. Selbst als ihm vor einigen Jahren seine Abnehmer für die Hanffaser absprangen, wollte er sich nicht trennen.

Der Anbau von Nutzhanf ist schon lange auf Talfahrt. Doch Landwirt Joachim Klack aus dem ostwestfälischen Versmold schwört auf den ­nachwachsenden Rohstoff – erst recht als Zwischenfrucht.

Selbst als ihm vor einigen Jahren seine Abnehmer für die Hanffaser absprangen, wollte er sich von der wüchsigen bis zu 4 m hohen Pflanze nicht trennen. Kurzerhand stieg er aus dem Hauptfruchtanbau aus und baut seither die Kultur als Zwischenfrucht an. Damit ist er Pionier. Nur drei weitere Berufskollegen bestellen den Hanf ebenfalls im Spätsommer.

„Eigentlich war es nur ein wenig Restsaatgut, das mich auf die Zwischenfrucht-Idee gebracht hat“, erklärt der Landwirt. Aus einem halben Hektar Testfläche sind mittlerweile 20 ha geworden. Auf diesen baut er Hanf für ein Projekt der Universität Wuppertal an, das sich mit dem neuen Anbauverfahren beschäftigt.

Bereits der erste Anbauversuch übertraf Klacks Erwartungen. Der dichte Bestand, die gute Unkrautunterdrückung, gesunde Pflanzen und eine verbesserte Faserqualität haben ihn sofort überzeugt. Dass der Zwischenfrucht­-Hanf zudem keine Fut­ter­fläche bindet, erweist sich als sehr günstig für seinen Milchvieh­betrieb. Denn seine meist sandigen (Plaggen­esch, 30 Bodenpunkte) und mittelschweren Böden südlich des Teutoburger Waldes stehen ihm so vollständig für Mais, Winterweizen und -gerste zur Verfügung.

Frühe Saat nach Gerste

Als günstigste Vorfrucht zu Hanf hat sich Wintergerste bewährt. Auch einen Anbau nach Getreide-GPS kann sich Klack gut vorstellen. Dagegen ist eine Aussaat nach Winterweizen zu spät, so die Erfahrungen des Landwirtes. „Der späteste Saattermin ist der 25. Juli. Danach ist die Vegetationszeit vor Winter für den Hanf zu kurz“, erklärt er. Tendenziell muss die Saat sogar eher noch früher in den Boden, ist der Tipp eines Anbauers aus Mecklenburg-Vorpommern.

Der Hanfanbau ist in Mulch- oder Pflugsaat möglich. Dabei hat Landwirt Klack Folgendes festgestellt: Nach reduzierter Bodenbearbeitung – auf seinem Betrieb einmal grubbern (Tiefe: 15 cm) nach einer Gabe von 20 m³/ha Rindergülle – macht das Ausfallgetreide dem Hanf Konkurrenz. „Die Kultur wird damit fertig, ihr Wachstum leidet jedoch“, so Klack. Nach dem Pflügen tritt dieses Problem nicht auf. Die wendende Bearbeitung hat für ihn zudem den Vorteil, dass er zur Folgekultur Mais nicht mehr pflügen muss. So bleibt die lockere Bodenstruktur erhalten, die der Hanf mit seiner Pfahlwurzel hinterlässt.

Alles zu Aussaat, Kosten, zum Knackpunkt Ernte und Nutzhanf als Hauptfrucht lesen Sie jetzt in der top agrar 5/2015

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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