Landvolk

Hennies: "Rote Gebiete und Düngeverordnung werden von Gerichten gestoppt"

Landvolk-Präsident Hennies rechnet mit erfolgreichen Klagen gegen die Düngeverordnung. In Niedersachsen sei die Hälfte der Fläche zu Unrecht als rotes, nitratbelastetes Gebiet ausgewiesen.

Der neue Präsident des Landvolks in Niedersachsen Holger Hennies geht davon aus, dass strengere Düngevorschriften durch Gerichte gestoppt werden. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Hennies mit Verweis auf anhängige Klagen von Landwirten beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg:

"Ich bin fest davon überzeugt, dass weder die roten Gebiete noch die Düngeverordnung in ihrer jetzigen Form Bestand haben werden." Es werde zu Unrecht in die Bewirtschaftung vieler Flächen eingegriffen und den Landwirten neue Vorschriften zum Ausbringen von Dünger gemacht, so Hennies.

Das Land Niedersachsen hatte kürzlich rund 800.000 ha Fläche als sogenannte rote Gebiete ausgewiesen. Auf denen müssen Landwirte die Düngung zum Schutz des Grundwassers vor Nitrateintrag zurückfahren. Hennies sagte: "Ich bin der Meinung, bei der jetzigen Ausweisung der roten Gebiete in Niedersachsen sind etwa die Hälfte der Flächen zu Unrecht rot."

In einigen Fällen deckten Messstellen viel zu große Gebiete ab, in anderen seien die Nitrat-Messwerte selbst fragwürdig. Auch die politisch verordneten Gegenmaßnahmen wie die pauschale Reduzierung der Düngung um 20 % kritisierte Hennies: "Das hat den Geschmack von Willkür."

Er betonte indes aber auch, dass seine Branche Verantwortung für den Grundwasserschutz trage. "Da, wo die Landwirtschaft Probleme hat oder verursacht, müssen wir diese schon aus Eigeninteresse angehen." Dies gelte beispielsweise auch für das sogenannte Artensterben.

"Natürlich hat die Landwirtschaft eine Mitverantwortung am Artenrückgang. Es kann doch jeder Landwirt sehen, dass landesweit weniger Rebhühner auf den Flächen unterwegs sind", sagte Hennies. Aber dennoch müssten alle Faktoren für den Artenrückgang berücksichtigt werden, die Verantwortung liege nicht nur bei den Landwirten.


Diskussionen zum Artikel

von Matthias Tuente

Hoffen wir es

Hoffen wir das es wirklich so ist und die Gerichte eingreifen, nur glauben tut es so recht keiner. Aber warum wir nicht in den Verkehr eingegriffen; wo bleiben die ganzen N0x -Abgase aus dem Verkehr? Dazu gab es bis jetzt keine richtige Studie, es wird nur gesagt das sie sich ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Warum

schreibt er nicht von Ökoverbundsystemen. Da Herr Hennies wird dann aber auch keine Siedlung, keine neuen Straßen und kein Gewerbegebiet mehr gebaut.

von Heinrich Schröder

rote gebiete

hoffentlich hält er was er verspricht ?

von Wilhelm Grimm

er ist eindeutig auf dem richtigen Weg !!!!!

von Hans-Peter Mahler

Merkel

Wie sagte Merkel im Herbst 2019, wir müssen das jetzt durchziehen! Wir haben jetzt keine Zeit! Also alternativlos!!! Wie alles bei Merkel und Konsorten! Das ganze "Alternativlose" wird dieser Regierung noch auf die Füße fallen! Wie z.B. Energiewende, Einwanderung, Klima, ... mehr anzeigen

von Bernd Rüsseler

Schön und gut

Schön und gut, aber warum entwertet Herr Hennies seine Aussagen gleich wieder, in dem wieder einmal eine Selbstbezichtigung an das Ende des Artikels gesetzt wird?

von Wilhelm Grimm

Die Nitratlüge ist aufgeflogen, es folgt die Arten- und Insektenlüge.

Und erneut läuft der Bauernverband im Büsserhemd herum. In meiner Jugend musste ich als Hundeführer mit meinem Vater zur Rebhuhnjagd. Wir sind nur zu den gelben Kartoffelfeldern gegangen, nur Wucherblumen und ....Rebhühner. Anschließend ging es dann in die Kartoffeln mit ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Dieser politische Skandal muss an die Öffentlichkeit, Herr Hennies.

Die Nitratlüge muss Konsequenzen haben, für die Regierung und die Medien.

von Albert Maier

Hoffnung

Der neue niedersächsische Präsident gibt Anlass zur Hoffnung, dass der BV endlich wieder Klartext redet, anstatt wie bisher mit Unterwürfigkeit und vorauseilendem Gehorsam solch schwachsinnige Papiere wie den "Niedersächsischen Weg" unterschreibt!

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