Forschung

Hinweise auf verändertes Brutverhalten von Bienen unter Neonikotinoid-Einfluss

Neonikotinoide wirken auf das Nervensystem der Bienen, haben Forscher jetzt erneut gezeigt. Bereits geringe Dosen führten dazu, dass die Ammenbienen die Larven kürzer fütterten.

Einen negativen Effekt von Neonikotinoiden auf das Brutverhalten von Honigbienen haben Forscher am Institut für Bienenkunde der Polytechnischen Gesellschaft Oberursel nachgewiesen.

Wie die der Universität Frankfurt berichtete, stellten die Wissenschaftler fest, dass Ammenbienen unter dem Einfluss solcher Wirkstoffe die Larven seltener fütterten, was bei den Larven zu einer verlangsamten Entwicklung führte. Eine längere Entwicklungszeit im Stock könne jedoch den Befall mit Bienenschädlingen wie der Varroa-Milbe begünstigen, erklärten die Forscher.

Nach den Ergebnissen ihrer computergestützten Videoanalyse führen bereits geringe Dosen der Neonikotinoide Thiacloprid oder Clothianidin dazu, dass die Ammenbienen an einigen Tagen der sechstägigen Larvenentwicklung weniger häufig und somit kürzer fütterten. Manche der so aufgezogenen Bienenlarven hätten bis zu zehn Stunden länger bis zum Verschluss ihrer Zelle mit einem Wachsdeckel benötigt; dieser Vorgang markiert den Beginn der Verpuppung.

„Neonikotinoide wirken auf das Nervensystem der Bienen, indem sie den Rezeptor für den Nerven-Botenstoff Acetylcholin blockieren“, erläuterte Dr. Paul Siefert vom Institut für Bienenkunde Oberursel. Es sei allerdings noch zu klären, ob die Verzögerung der Larvenentwicklung auch auf eine Verhaltensstörung der brutpflegenden Bienen zurückzuführen sei oder ob sich die Larven durch veränderten Futtersaft langsamer entwickelten.

„Wir wissen aus anderen Studien aus unserer Arbeitsgruppe“, so Siefert, „dass sich durch Neonikotinoide die Konzentration von Acetylcholin im Futtersaft verringert“. Andererseits habe man beobachtet, dass sich bei höheren Dosierungen auch die frühe Embryonalentwicklung im Ei verlängert, in einem Zeitraum also, in dem noch nicht gefüttert werde. Weitere Studien müssten klären, welche Faktoren hier zusammenwirkten.

Die Redaktion empfiehlt

Wenn Pollen Mangelware sind, beschädigen Hummeln Blätter von Blütenpflanzen so, dass diese schneller blühen. Das zeigt ein ​Forschungsteam aus der Schweiz.

Clothianidin hat auf Honigbienen kaum schädlichen Einfluss, haben Forscher aus Halle festgestellt.

Die Polen schert das EU-Recht wenig: Trotz geltendem EU-Verbot dürfen unsere Nachbarn auch für 2020/21 ihr Raps-Saatgut mit dem Pflanzenschutzmittel Cruiser OSR 322 FS von Syngenta beizen.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Ich weiß nicht ,ob ich ein Verschwörungstheoretiker bin,

aber bei derartigen Studien bin ich immer skeptisch. Zu viele dreiste Lügen und Halbwahrheiten sind aus der Umweltecke immer wieder veröffentlicht worden. Wer einmal lügt. dem glaubt man nicht, auch wenn er tausend mal die Wahrheit spricht. Bienen eignen sich auch besonders gut für ... mehr anzeigen

von Eckhard Piel

Neonics-Beize

Ich habe den Rapsanbau eingestellt, ist sicher das beste für die Bienen.

von Wilhelm Grimm

Clothianidin hat auf Honigbienen kaum schädlichen Einfluss,

haben Forscher aus Halle festgestellt. AgE vor 1. Jahr

von Peter Held

Macht doch mal einen Facktencheck

Liebe Leute, das ist doch nicht die erste Studie zu den Neonicotinoiden und die besagen alle ein Ähnliches. Die Wirkstoffe lagern sich in die Pflanze ein und sind auch 8 Monate nach der Aussaat, also zu Blüte noch voll wirksam. Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind valide ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Wenn die Wirkstoffe zur Blüte noch voll wirksam wären,

bräuchten wir keine Blütenspritzung machen. Und selbst eine Blütenspritzung hat den Bienen kein Leid zugefügt, wie meine Imker mir gesagt haben.

von Rudolf Rößle

Oder

anders gesagt. Würden alle nicht Nahrungsflächen ein einziges Bienenparadies erzeugen müssen, hätte die Biene gar keine Lust mit PSM Bekanntschaft zu machen.

von Albert Maier

Fakestudie?

Ohne die Studie im Detail gesehen zu haben, sieht diese zunächst einmal nach Fake aus, passt sie doch zeitlich und inhaltlich zu genau ins Bild einiger Ideologen!

von Josef Doll

Udo Polmer

Gute Studie schlechte Studie lesen. Solche Studien sind an einer Biene gemacht oder an 20 Völker ? Wurde es so gemacht das man Ratten nahm die sicher nach 300 Tagen Krebs bekamen aber Sie sogar 2 Jahre mit Genmais fütterte. Da hätten Sie das gesündeste Futter geben können Sie ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

...

Das Schlimme bei der Sache ist, dass in unserem Land alles verboten wird, unsere Landwirte darunter leiden und hohe Kosten verursacht werden, während in anderen Ländern die Auflagen nicht umgesetzt oder auch gar nicht bekannt sind. Wenn Auflagen, dann müssen sie in allen Ländern der ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Wer...

Ich stelle mir nur die Frage: wer hat die Studie bezahlt und kann man den Fakten glauben?.

von Heinrich Esser

Fakten sollte man immer glauben

von Andreas Gerner

Insbesondere die gebeizten Neonics

kommen ja nicht im Bienenstock an. Während der Zeit, in der die Neonicbeizen erlaubt und Standard waren (bei wohlgemerkt mehr Rapsanbau) gab es dennoch eine stabile Bienenzahl. Das sollte als Beleg ausreichen, dass es den Bienen nicht schadet. Wenn ich unter Laborbedingungen künstlich ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Wenn diese Propheten des Weltuntergangs ein Wunschergebnis haben wollen,

wird so lange untersucht und gerechnet, bis das Wunder Wirklichkeit wird.

von Wilhelm Grimm

Ein Glas Alkohol belebt,

eine ganze Flasche bringt uns zum Taumeln.

von Wilhelm Grimm

Termingerechte Studie

zu anstehenden Gerichtsentscheidungen. Dem produzierten Zeitgeist durch Gehirnwäsche sollen Politik, Gerichte und Medien folgen. In diesem Zusammenhang fällt mir erneut Paracelsus ein.

von Erwin Schmidbauer

Prioritäten

Das ist natürlich eine unschöne Erkenntnis. Trotzdem gilt es, hier zu überlegen, eine Interessensabwägung durchzuführen: was ist wichtiger, wie kann man einen Ausgleich finden? Die Pflanzenschutzmittel, die am Ende die Erzeugung unserer Nahrungsmittel sicherstellen oder die ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Die Bienen sind der größte Profiteur vom Rapsanbau.

Das wird man erst erkennen, wenn es ihn (hier) nicht mehr gibt. Ein wenig WEitblick würde helfen.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen