Bio-Anbau 2020

Hohe Verluste beim Anbau von Bio-Gurken

Eine Gurkensaison zum Abhaken: Nachts war es zu kalt, tagsüber zu heiß. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Missernte werden im Bio-Bereich von der Landwirtschaft bis zum Kunden spürbar sein.

Die Ernte von Einlegegurken in Bio-Qualität wird dieses Jahr um die Hälfte niedriger liegen als erwartet. Darauf weist der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in Bonn hin.

In den Hauptanbaugebieten in Niederbayern, im Rheinland und im Spreewald haben kalte und feuchte Nächte in den wichtigen Monaten Juni und August das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Die feuchte Witterung förderte die Entwicklung von Krankheiten. Die Pflanzen litten stark unter Spinnmilben und Mehltau. Dagegen und gegen den ebenfalls starken Pilzbefall gibt es im Bio-Anbau keinen ausreichenden Schutz.

„Die Lage ist absurd“, sagt Christoph Freitag, Geschäftsführer des BOGK. „Die Erntesaison 2020 war tagsüber zu heiß und zu trocken. Trotzdem kämpften die Biobauern mit kalten feuchten Nächten. Die halbe Ernte zu verlieren ist dramatisch.“

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Missernte werden im Bio-Bereich von der Landwirtschaft bis zum Kunden spürbar sein. Im Gurkenanbau fehlen nach Einschätzung des BOGK ein Drittel der erwarteten Einnahmen. Die ersten Bauern, die die Industrie im Rahmen von festen Lieferverträgen beliefern, haben bereits ihren Rückzug aus dem Bio-Anbau angekündigt. Auch für die Industrie sind die geringeren Mengen ein Problem, denn sie wirken sich auf die Kalkulation aus. Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucher werden sich auf ein schmaleres Angebot zu höheren Preisen einstellen müssen.

Die größere Abhängigkeit vom Wetter ist im Bio-Anbau ein generelles Problem. Sie führt zu verhältnismäßig größeren Schwankungen der Erntemengen von Jahr zu Jahr. Der spezialisierte Bio-Fachhandel hat sich darauf eingestellt. Soll jedoch, wie die EU-Kommission in ihrer Farm-to-fork-Strategie plant, der Anteil der Bio-Landwirtschaft von heute acht auf 25 % bis 2030 erhöht werden, so werden Ernteschwankungen auch für den regulären Einzelhandel zu einem normalen Phänomen werden. Der BOGK hat daher vorgeschlagen, neue Vereinbarungen zwischen Industrie und Handel zu treffen, die das Risiko von Miss- und Minderernten auf Verarbeiter und Handel fair aufteilen.


Diskussionen zum Artikel

von Christian Bothe

Biogurken?

Für die Biolandwirte traurig, aber so wird‘s werden, wenn man nur auf den Bioanbau setzt...Die Entwicklung der konventionellen LW in den letzten Jahrzehnten zeigt uns einen anderen Weg hin zur industriellen LW und der Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsgütern.Bio ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Die Bevölkerung auf der Erde ist zu hoch ? Sie ist aber da !!!

Darauf haben wir uns ein zu stellen, basta, wenn uns Hunger und Verteilungskämpfe um Nahrung und Leben nicht gleichgültig lassen. Unsere Regierungen in Europa laden große Schuld auf sich, wenn sie sinnlose und verwerfliche Kämpfe gegen wissenschaftlich begründete ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

@Wilhelm Grimm -

Die Verteilungskämpfe sind doch schon längst am laufen. Nur wollen wir es nicht wahrhaben. Ja, sogar noch von uns selber befeuert. Merkel hat ja auch noch freiwillig den Migrationspakt unterschrieben. Seitdem wurde die Werbung im Fernsehen ja schon deutlich "farbiger". In diesem Pakt ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Was wollt ihr denn? Paßt doch alles!

In aller Regel sind die Erträge im Bioanbau um 30 bis 50 % unter dem der "konventionellen" Kollegen. Ist doch somit alles im grünen Bereich. Jetzt muß nur der Preis dem Angebot angepaßt werden, dann regelt sich doch alles von selber. Oder sollte ich mich da täuschen? Hört sich da ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Bio

nur für absolute Profis und Überzeugte. Der Zeitaufwand für die Feldkulturen ist extrem hoch.

von Gerhard Steffek

Und - nicht zu vergessen,

auch nur für entsprechende Gunstlagen. __ __ Womit man dann damit nicht nur 50 % weniger Ertrag hat sondern auch noch 50 % weniger Anbauflächen. Ergo, die Bevölkerung auf der Erde ist zu hoch...

von Michael Prantl

Bio

Kapiert es noch kein Biobauer dass die Natur macht was sie will und nicht die Grünen und bie Biobauern fragt. Mir tut keiner Leid - was muss man auch so einen Blödsinn machen. Es gibt einfach Pilzkrankheiten und auch andere wo ohne Behandlung nichts geht - genauso wie kranke Tiere - was ... mehr anzeigen

von Hermann Kamm

Kein Problem!

Was nicht reicht wird Importiert.

von Markus Grehl

Die Türkei...

stellt die notwendige Zertifikate aus.

von Markus Grehl

Wie?

Bio rettet doch die Welternährung sagen die Grünen.

von Wilhelm Grimm

Und man kann auch

GESUND sterben !

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