BWV

Horper: „Grundwassermessstelle Sehlem muss weg!“

Bauern in Rheinland-Pfalz sollen Nitratmessstellen melden, die ungeeignet sind oder sich nicht in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden. BWV-Präsident Horper hat nun eine davon besichtigt.

Die Neuregelung des Düngerechts stellt für viele Landwirte ein großes Ärgernis dar. Grundlage für die bisherige Ausweisung von nitratsensiblen Gebieten sind Messstellen, die die Nitratgehalte des Grundwassers messen.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) hat Landwirte in betroffenen Gebieten aufgerufen, Nitratmessstellen zu melden, die entweder für die Feststellung des Nitrateintrags aus der Landwirtschaft nicht geeignet sind oder sich nicht in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden, sodass zuverlässige Messungen nicht garantiert werden können.

Der Kreisvorsitzende des BWV Bernkastel-Wittlich, Manfred Zelder, hatte daraufhin Mitte Juni die Messstelle Sehlem 4017 A besichtigt, die maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass große Teile der Wittlicher Senke als nitratsensibles Gebiet ausgewiesen wurden. Dies hat große Auswirkungen auf die Düngepraxis zur Folge. Bei seinen Recherchen stellte Zelder, der auch Vizepräsident des Verbands ist, fest, dass die Messstelle weder gesichert noch gegen Eindringen von Regen- oder Oberflächenwasser ausreichend geschützt ist.

BWV-Präsident Michael Horper nahm dies zum Anlass, die beiden zuständigen rheinland-pfälzischen Minister Ulrike Höfken und Dr. Volker Wissing anzuschreiben und die umgehende Herausnahme dieser Messstelle aus der Systematik der Grundwassermessstellen zu fordern: „Die Zustände, die wir vorgefunden haben, sind unhaltbar“, so Horper. „Es kann nicht sein, dass eine solch mangelhafte Messstelle, die nicht gegen das Eindringen von Oberflächenwasser gesichert ist und sogar Manipulationen ermöglicht, die Grundlage dafür ist, dass viele Landwirte in der Region Wittlich Auflagen einhalten müssen und Ertragseinbußen erleiden!“

Dass die vorgefundenen Zustände offensichtlich auch nicht im Sinne der Wasserwirtschaft sind, wird dadurch bestätigt, dass unmittelbar nach dem Hinweis des BWV die Messstelle innerhalb von zwei Tagen repariert wurde. Es bleibt allerdings die Frage, warum der Zustand, der nach Aussage der Landwirte vor Ort, seit bereits mehreren Jahren besteht, nicht bei den vorgenommenen Messungen aufgefallen ist und die offensichtlichen Missstände weder gemeldet noch behoben wurden. Der „schöne“ Zustand, den das Land Rheinland-Pfalz im Internet von der Messstelle präsentiert, spiegelt nicht die Realität vor Ort wider und stellt die Glaubwürdigkeit öffentlicher Daten in Frage.

Die Redaktion empfiehlt

Mehr Qualität und Quantität der Messstellen sowie einheitliche Kriterien zur Ausweisung sollen mehr Verursachergerechtigkeit bringen – Länder- und Verbändeanhörung zur Verwaltungsvorschrift...


Diskussionen zum Artikel

von Werner Danzeisen

Diskussion auf Augenhöhe?

So würde mein Beregnungsbrunnen auch nicht geduldet!

von Harald Finzel

Warum erst jetzt???

Warum haben sämtliche Bauernverbände jahrelang geschlafen, statt die Messstellenproblematik zu thematisieren? Viele der Ungereimtheiten der Nitratlüge sind bereits seit 2013 (!!) bekannt: http://www.keckl.de/texte/ZEIT_Kommentar.pdf

von Wilhelm Grimm

Sehe ich auch so !!!!!

von Wilhelm Grimm

Belastete Gebiete werden vereinheitlicht ?

Schon wieder so ein Trick aus dieser Schaustellerfamilie, um die bisherige Praxis des Vertuschen unsichtbar zu machen.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen