Studienergebnisse

Integration von Naturschutz und landwirtschaftlicher Produktion

Agrarökologen der Universität Göttingen plädieren für integrative Konzepte, die Naturschutz und landwirtschaftliche Produktion nachhaltig vereinbaren.

In Naturschutz und Landwirtschaft gebe es zwei gegensätzliche Konzepte, wie eine hohe Artenvielfalt und eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu verbinden sei: Naturschutz soll in Produktionslandschaften integriert oder in Form von reinen Schutzgebieten segregiert werden, um auf den Produktionsflächen maximale Erträge zu ermöglichen. Forscher der Universität Göttingen plädieren für integrative Lösungsansätze, die Naturschutz und landwirtschaftliche Produktion in nachhaltig bewirtschafteten Agrarlandschaften vereinbaren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift People and Nature erschienen.

Kombination ermöglicht Artenvielfalt

In der Studie argumentieren die Forschenden für eine stärkere Integration der beiden kontrastierenden Konzepte. „Moderne und nachhaltige Agrarlandschaften erfordern sowohl landsparende und ertragreiche Produktionsgebiete, unberührte Lebensräume als auch extensiv bewirtschaftete Flächen. Diese Kombination ermöglicht nicht nur die höchste Artenvielfalt, sondern fördert auch Ökosystemdienstleistungen wie die Bestäubung und biologische Schädlingsregulierung durch Insekten und Feldvögel. Diese sind für eine nachhaltige Agrarproduktion essenziell“, erläutert Dr. Ingo Grass aus der Abteilung Agrarökologie an der Universität Göttingen und Erstautor der Studie. Die verschiedenen Landschaftselemente und Lebensräume sollten dabei durch Hecken und Korridore verbunden sein.

Die Originalveröffentlichung finden Sie hier:Grass, I. et al. Land-sharing/-sparing connectivity landscapes for ecosystem services and biodiversity conservation. People and Nature (2019). Doi: https://doi.org/10.1002/pan3.21

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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von Erwin Schmidbauer

Wie stellt man sich das genau vor?

Wir produzieren hier in Deutschland nachhaltig und importieren dann aus aller Welt irgendwie produzierte Nahrungsmittel, weil die Produktion nicht ausreicht? Das kann nun wirklich nicht die Lösung sein. Die Nachhaltigkeit muss beim Konsumenten anfangen bzw. weitergehen oder am Besten Hand in Hand gehen!

von Klaus Fiederling

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. (Einstein)

Schlichtweg also ein „WEITER SO“!? Unglaublich. - Ein jährlicher Monokulturenanbau in höchster Effizienz, nun aber auf kleineren Flächenarealen mit einer fortwährenden Intensivierung dieser Restflächen, wohlig eingebettet in die „Ökosystemdienstleistungen“ unberührter Naturschutzräume. // Hat sich der Autor dieser Studie gefragt, ob unsere Gesellschaft das SO(!) auch will? Sind die in den Landkreisen Forchheim und Rosenheim erst dieser Tage vermeldeten Ereignisse in obige wissenschaftliche Weisheiten bereits eingeflossen? In sinnloser Steuerverschwendung müssen Eigentümer Obstbaumkartierungen über sich ergehen lassen, bloße Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Biologen, nichts weiter, der Artenschutz gerät ungeachtet dessen dennoch vollkommen unter die Räder. Aktuell sind z.B. unzählig viele Lerchen in unseren Fluren zu sichten -sofern man diese betörenden Singvögel zu sehen und zu hören vermag- und jetzt soll in den obig angedachten Flächen wieder das Mulchsystem mit einem alles vernichtenden Schröpfschnitt für ein Massensterben unserer Artenvielfalt sorgen, oder ist vielleicht eine Pflege selbiger „unberührten“ Naturräume überhaupt nicht mehr angedacht!? // Darf man demnach also die Rechte der jeweiligen Eigentümer an ihren Flächen weitgehend unberücksichtigt lassen in einer absoluten Vernachlässigung von „Schaden und Nutzen“, auch im ökonomischen Sinne? Die Nutznießer selbiger unter Naturschutz gestellten Flächenareale werden also vor allem diejenigen sein, die auf den dafür auserkorenen intensivierten Bereichen ackern? Damit ist eine weitreichende Abhängigkeit der Bewirtschafter von den alljährlichen staatlichen Transferleistungen geradezu zementiert. // Der Autor der Studie sollte vielleicht einmal Flächen käuflich erwerben zu Quadratmeterpreisen von 4,00 € und mehr, um hernach feststellen zu müssen, dass selbige willkürlich seinen angedachten Naturschutzgebieten zugeordnet werden. Sodann darf er frohen Unternehmermutes sämtliche betriebswirtschaftlichen Klimmzüge vollziehen, um auf eben diesen Flächen die eigene Existenz sichern zu können, bestenfalls ohne Prämienzahlungen, die ohnedies heute bereits agrarpolitisch gewollt mehr und mehr zurückgefahren werden. // Investiert also endlich unser aller Steuergeld in weitaus sinnvollere Bereiche, INTENSIVIERT dahingehend euren Forscherdrang; solange wir uns nicht rigoros vom Monokulturenanbau abwenden, hin zu Mischkulturen auf unseren Feldern, wird sich am Status quo rein gar nichts verändern. Unsere Eliten in ihren Elfenbeintürmen sollten sich u.a. dem Separieren dieses Ernteguts widmen, das von Mischkulturen eingebracht wurde. Trotz unterschiedlicher Tausendkorngewichte der jeweiligen Erzeugnisse sind die nachgelagerten Händler unter Zuhilfenahme modernster Technik offensichtlich außerstande -trotz üppiger Entlohnung seitens der Bauern- eine solche Lappalie handhaben zu können (wollen!). In Produktion und Verarbeitung verbindliche Lösungskonzepte zügig zu entwickeln, dürfte nicht schwer sein, so man denn hierzu auch wirklich gewillt ist. // Der Autor der Studie sollte sich ferner vielleicht schlau machen, was heute Fremdbesatz in unseren Erzeugnissen für den Bauern zur Folge hat, welche nachhaltigen Konsequenzen für ihn hieraus resultieren. - Und genau daran scheitert wirklich fast alles. An dieser Stelle muss förmlichst die Brechstange angesetzt werden, oder hegt man in Reihen der Wissenschaft erhebliche Ängste vor möglichen eigenen Zahnverlusten, würde man in dieser Thematik erheblich beißwütiger fordern!? - Massiver Widerstand ist jedenfalls schon vorprogrammiert, da muss man kein Hellseher sein. // FAZIT obiger Studie: Der wissenschaftliche KOTAU vor jenen Protagonisten, die immer schon herausragend AN der LW verdienten, während jene, die hierfür ihre Bettelbrot-Dienste zur Verfügung stellen müssen, weiterhin äußerst schmerzhaft die Knute verspüren müssen, in ihren bestens geschmierten Hamsterrädchen dabei lautlos physisch und psychisch zugrunde gehen dürfen. - Vergessen sollte man dabei allerdings nicht, dass heute nicht für jeden toten Bauern schon der nächste überambitioniert, geradezu arbeitswütig, in den Startlöchern steht; diese Zeiten sind vorbei!

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