Forschung

Ist der Boden bald eine CO2-Quelle?

Mit dem Boden als CO2-Senke scheint es bald vorbei zu sein

Noch wirkt der Boden als wichtiger Speicher für Kohlenstoffdioxid (CO2). Das heißt Pflanzen binden gegenwärtig durch Photosynthese mehr CO2 als Mikroorganismen durch Atmung wieder freisetzen. Doch mit dem Boden als CO2-Senke scheint es bald vorbei zu sein, fanden amerikanische Forscher vom Pacific Northwest National Laboratory heraus.

Denn weltweit steigt nicht nur die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sondern auch die Luft- und Bodentemperaturen. Dadurch erhöhen sich sowohl die Stoffwechselaktivitäten der Pflanzen (Photosynthese) als auch die der Mikroorganismen (Atmung). Die CO2-Freisetzung der Mikroorganismen nimmt aber scheinbar schneller zu, als die CO2-Bindung der Pflanzen. Damit könnte sich die Landmasse zur Kohlenstoffquelle entwickeln – das würde den Klimawandel in bisher nicht abschätzbarem Maße befeuern. Um mit Modellen präzise Voraussagen treffen zu können, müssen die Forscher aber noch kontinuierlich Messdaten zur mikrobiellen Bodenatmung erheben.

Derzeit binden Pflanzen mehr CO 2, als sie und Mirkoorganismen im Boden veratmen. (Bildquelle: top agrar 7/2019)

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von Klaus Fiederling

Hoffnungsschimmer?

Es handelt sich dem Vernehmen nach um ein aus Cyanobakterien isoliertes Zuckermolekül, mit dem wissenschaftlichen Namen „7-desoxy-Sedoheptulose (7dSh). Anders als gewöhnliche Kohlenhydrate, die in der Regel als Energiequelle für Wachstum dienen, hemmt diese Substanz das Wachstum verschiedener Pflanzen und Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Hefen), dabei blockiert der Zucker ein Enzym des sogenannten Shikimatwegs, einem biochemischen Stoffwechselweg, der nur in Pflanzen und verschiedenen Mikroorganismen vorkommt. Aus diesem Grund stufen die Wissenschaftler den Wirkstoff als unbedenklich für Mensch und Tier ein, erste Untersuchungen konnten dies angeblich bereits belegen; weitere Langzeitstudien seien aber noch vonnöten. Anders als bei Glyphosat handelt es sich bei diesem neu entdeckten Desoxy-Zucker um ein reines Naturprodukt. Man erwartet eine gute Abbaubarkeit und eine geringe Ökotoxizität. - Einfach mal recherchieren, fast die gesamte Medienwelt ist darauf bereits aufmerksam geworden.

von Erwin Schmidbauer

Senke

Die Idee, den Boden als CO2-Senke zu nutzen, erschien mir schon immer sehr akademisch. So einfach oder gar schnell kann man keinen Dauerhumus aufbauen!

von Axel Kalkreuter

Totalherbizid

Ein Glyphosat-Ersatz wäre doch wahrscheinlich wieder ein Totalherbizid, die Auswirkungen auf die Biodiversität genau wie bei Roundup! Was genau sollte daran mehr Zukunft haben...

von Klaus Fiederling

BAUERN-UPDATE!?

Die Konsequenzen eines Glyphosatverbots lassen sich kaum wegdiskutieren: Eine massive Steigerung der mechanischen Beikrautregulierung ist unumgänglich, will man diesem Beikrautdruck überhaupt Herr werden. Das führt in aller Regel nach den heutigen Kenntnissen zu einer verstärkten CO2-Freisetzung aus dem Boden. Unbestritten daher wohl auch, dass der Öko-Landbau demnach am meisten CO2 freisetzt. // Die Menschheit hat augenscheinlich derzeit 2 Stellschrauben, an denen sich drehen lässt: Möglichkeit I: Man bepflanzt die Landoberfläche mit 1 Mrd. Hektar Wald. - Möglichkeit II -und hier wird‘s für die frustrierten Bauern interessant- wäre ein Glyphosat-Ersatzstoff, den es zu entdecken gilt. Einige Wissenschaftler seien dahingehend bereits auf einer vielversprechend interessanten Spur. Ein komplexes Zuckermolekül könnte vielleicht sehr viele Probleme lösen. Diejenigen, welche ein solches Patent entwickeln, müssen verständlicherweise große Vorsicht walten lassen, bis dieses geistige Eigentum zunächst einmal auch geschützt ist; denn selbstredend kommt da sofort eine bahnbrechende Goldgräberstimmung auf... // Enttäuscht bin ich als Bauer jedoch, dass man in letzterer Thematik in unseren Fachmedien uns leider kein Update zukommen lässt, obgleich es hinreichend bekannt sein dürfte, wie sehr das allen noch ackernden Bauern unter den Nägeln brennt. - Schade!

von Willy Toft

Die DüV und das drohende Glyphosat- Verbot werden diesen Vorgang noch befeuern!

Der Holzweg der Politik wird schon beschritten, wenn doch nur mal Einer etwas Aufklärung den Herrschaften zukommen lassen würde! Bei der Ideologischen verbohrten Szene, kommt man mit Argumente nicht durch, schade!

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