Forschung

Ist das die Lösung? Steinstaub kann CO2 binden

Klingt fast wie die Lösung aller Klimaprobleme: Basaltstaub auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht entzieht der Luft viel CO2 und kommt dabei dem Boden und den Pflanzen zugute, sagen Forscher.

Wissenschaftler um James Hansen von der Columbia University haben herausgefunden, dass Steinstaub offenbar große Mengen des Treibhausgases CO2 aus der Luft binden kann, wenn es auf Äckern verteilt wird.

Würden Landwirten die Technik großflächig anwenden, ließen sich jedes Jahr zwei Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entfernen, zitiert der SPIEGEL aus dem Fachmagazin Nature. Wenn Basaltgestein zu Karbonat verwittert, bindet es CO2. Das könne man künstlich beschleunigen, indem man die Steine zerkleinert oder erhöhter Witterung aussetzt, etwa auf einem Feld.

Der Gesteinsstaub verbessere die Fruchtbarkeit und die Ernteerträge, schreiben die Forscher. Der Nährstoffgehalt der Böden steige und auch die negativen Folgen von Düngern wie Ammonium, Schwefel oder Harnstoff könnte der Steinstaub zumindest abmildern. Letztlich würde das entstandene Karbonat über Bäche und Flüsse in die Ozeane gespült, wo es als Kalkstein auf den Boden sinke und gegen die Versauerung der Meere wirke.

In einem ersten, kleinen Praxistest hätten Experten der University of Sheffield Sorghum mit dem Material gedüngt, schreibt der SPIEGEL weiter. Laut einer Analyse vom April hätten sie den Ertrag des Getreides damit um 20 % steigern können. Das würde die Methode auch für Landwirte attraktiv machen.

Forscher des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sind ebenfalls an dem Thema dran und sind überzeugt, dass sich mit der Technik weltweit bis zu fünf Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr aus der Luft geholt werden können. Im Gegensatz zur Aufforstung würden keine neuen Flächen benötigt. Stattdessen könnten Ackerflächen genutzt und dabei sogar noch deren Bodenqualität verbessert werden. Probleme könnte nur der Transport der enormen Mengen Basaltstaub machen, heißt es.


Diskussionen zum Artikel

von Andreas Gerner

Hochinteressant, aber leider problematisch:

Ein(e) Kommentator*in namens "Mageo" auf Spiegel online schreibt, dass im Originalwerk steht: "with extraction costs of approximately US$80–180 per tonne of CO2" und dies sei falsch übersetzt worden mit: "Der Preis für eine Tonne Steinstaub liegt laut Studie zwischen 80 Dollar und 160 ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

im Dunkeln stochern

Leider hat auch der Spiegel nur die Kosten pro Tonne und nicht, wie viel Staub ausgebracht werden müsste.

von Andreas Gerner

Interessant wäre

ein Steinstaub, der vom Staat gefördert (Co" Zertifikate) kostenfrei ausgebracht wird und 0,9% N als Nebenbestandteil hat.

von Andreas Gerner

Welche Mengen sind dafür nötig?

Alle drei Jahre eine Tonne pro ha? Oder jährlich 20?

von Thomas Und Cordula Schulz

Co2 Senke oder Quelle

Bitte erst die ganze Kette betrachten ! Der Basaltstaub liegt ja nicht fertig auf einem großen Platz und muss nur ausgebracht werden. Das Basalt muss abgebaut, gebrochen und geborgen werden, alles unter Einsatz extremer Materialverbrauchs und Energieaufwand . Erst wenn der ... mehr anzeigen

von Dirk Rathmann

eierlegende Wollmilchsau - ENDLICH

Hat das Ganze jemand bilanziert? Wo und wie viel von diesem Zeug gibts überhaupt? Kosten Abbau, Transport, Ausbringung? Wenn das so einfach wäre!

von Albert Maier

Wenn das...

...PIK an dem Thema dran ist, dann wirds ein Rohrkrepierer.

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