Klöckner beendet Export von Neonik-Saatgut

Neonikotinoide mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen seit dem 19. Dezember 2018 für die Anwendung im Freiland nicht mehr verkauft und angewendet werden. Ab dem 1. April 2019 ist auch der Export von derart gebeiztem Saatgut in Ländern außerhalb der EU nicht mehr zulässig.

Neonikotinoide mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen seit dem 19. Dezember 2018 für die Anwendung im Freiland nicht mehr verkauft und angewendet werden. Ab dem 1. April 2019 ist auch der Export von derart gebeiztem Saatgut in Ländern außerhalb der EU nicht mehr zulässig, teilt das Bundesagrarministerium mit.

Bis dahin kann gebeiztes Saatgut in Drittländer nur exportiert werden sofern die verwendeten Pflanzenschutzmittel in diesen Ländern zugelassen sind. In Deutschland wird es auch keine sogenannten Notfallzulassungen auf Grundlage des EU-Pflanzenschutzrechts geben. Damit wird die Linie der Bundeslandwirtschaftsministerin zur Beschränkung dieser Neonikotinoide fortgesetzt. Eine Reihe anderer EU-Mitgliedstaaten hat für diese Wirkstoffe Ausnahmegenehmigungen zur Saatgutbehandlung bei Zuckerrübe und Winterraps erteilt.

Hintergrund

Am 27. April hatte der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel der Europäischen Union (SCoPAFF) mit Unterstützung der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, zugestimmt, die Genehmigung der drei neonikotinoiden Pflanzenwirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam auf Gewächshausanwendungen zu beschränken. Die diesbezüglichen Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission traten am 19. Juni 2018 in Kraft.

Zum 18. September 2018 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) daher die Pflanzenschutzmittelzulassungen für die nicht mehr möglichen Anwendungen mit den betroffenen Wirkstoffen widerrufen.

In der Europäischen Union wurde die Anwendung der genannten Wirkstoffe auf Gewächshausanwendungen beschränkt, da im Freiland Risiken für Bestäuber nicht ausgeschlossen werden können.


Diskussionen zum Artikel

von Wilfried Maser

Zu kurz gedacht

Die Politik macht es sich einfach! Es ist doch praktisch, die Landwirtschaft und den Pflanzenschutz als Schuldigen zu haben. Man verbietet medienwirksam ein paar Wirkstoffe und steht bei der Bevölkerung gut da, wird sich vermutlich bei der nächsten Wahl positiv auswirken denken Sie. ... mehr anzeigen

von Thorsten Holtmeier

Wertschöpfung ade

Dann wird das in den Ländern gemacht in denen es erlaubt ist, und dort wird dann auch das Geld verdient und kostengünstig produziert, wir müssen mit geringer werdenden Erträgen, höheren Kosten zu Weltmarkt Preisen die gleichen Produkte erzeugen und alles ohne Ausgleich. Schönen Dank ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Frau Klöckner macht einen Kniefall vor dem pöbelnden Zeitgeist

und beweist damit ihre Unfähigkeit zu einer klaren Analyse.

von Heinrich Esser

Auf der anderen Seite...

Gehe ich jetzt davon aus, dass auch nichts mehr importiert wird, wo Neonicotinoide während der Produktion eingesetzt wurden.

von Erhard Kunz

Un die Gewächshausanwendungen

sind sicher, da die Pflanzen dort keine Blühpflanzen sind und nie im Freiland ausgesetzt werden???? Allerdings hab ich auch noch keine Biene an Rüben gesehen und im nachflogenden Getreide auch nicht. Frau Klöckner verschärft die Bedingungen und Kosten der deutschen Landwirte. So kann ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Die größten Betäuber der Bestäuber

sind unsere um das GOLDENE KALB tanzenden Politiker. Purer Übermut !

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