Großes Echo

Klöckners Ackerbaustrategie: Die Reaktionen

Die SPD will Landwirtschaftsministerin Klöckner mit ihrer Ackerbaustrategie hängen lassen. Der Bauernverband hält das Ziel von mindestens fünf Kulturpflanzen je Betrieb für „ambitioniert“.

Bei den Reaktionen auf die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vorgestellte Ackerbaustrategie äußert sich nur die Union anerkennend. Die SPD und die Oppositionsparteien äußern sich enttäuscht. Die Agrarwirtschaft hingegen ist zufrieden. Den Umweltverbänden gehen die Maßnahmen, der Zeitplan, die politische Umsetzung und die Finanzierung nicht weit genug. Hier die Reaktionen im Einzelnen:

SPD: „Eine nachhaltige Ackerbaustrategie sieht anders aus“

Der agrarpolitische Sprecher der SPD, Rainer Spiering, macht keinen Hehl daraus, dass ihm die Ackerbaustrategie, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Donnerstag präsentiert hat, so nicht ausreicht. " Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen 2018 hatten wir eine praxistaugliche und zukunftsfeste Ackerbaustrategie als Neuausrichtung unseres künftigen nachhaltigen Wirtschaftens gewünscht“, sagte er. Das sei mit dem vorliegenden Entwurf nicht gelungen. Es fehlte an „regulatorischen Ideen und zukunftsweisenden Vorschlägen für ein Mehr an klima- und umfeldfreundlicher Landwirtschaft“, so Spiering weiter. Für die SPD-Bundestagsfraktion sei klar: „Wir machen eine ausschließlich auf Freiwilligkeit basierende Hochglanzpolitik des Ministeriums nicht mit“, teilt Spiering mit. Stattdessen fordert er neben einer praxistaublichen und nachhaltigen Ackerbaustrategie auch eine Nutztierstrategie sowie ein neues Miteinander. „Wir benötigen in den nächsten zwei Jahren Leitplanken und Maßnahmen, die dann auch praktisch umgesetzt werden“, sagte er.

FDP: „Widersprüchliche Vorgaben“

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Gero Hocker, kommentierte Klöckners Ackerbaustrategie mit folgenden Worten: "Landwirtschaftsministerin Klöckner fordert in ihrer so genannten Ackerbaustrategie schonende Bodenbearbeitung und Humusaufbau, hält aber gleichzeitig am wissenschaftsfernen Glyphosat-Ausstieg fest. Das ist keine Strategie, sondern Wunschdenken nach dem Motto: Ich mach mir die Welt, wie Sie mir gefällt. Landwirte wollen etwas für Natur und Umwelt tun. Sie sind es nur leid, für Fachleute auf den ersten Blick als unsinnig und widersprüchlich erkennbare Vorgaben zu erfüllen."

Grüne: „Märchenstunde statt Problemlösung“

Die Grünen vermissen in Klöckners Ackerbaustrategie konkrete Angaben zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und halten die Ziele und den Zeitplan für Bodenschutz und Humusaufbau für zu wenig ambitioniert. „Wo überhaupt konkrete Ziele genannt werden, sind die jedoch vollkommen unambitioniert und unzureichend: so will Klöckner etwa erst bis 2030 ein auch für den Klimaschutz wichtiges Humus-Gleichgewicht anstreben“, erklären Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Grünen Bundestagsfraktion. Außerdem kritisieren Sie die Finanzierungsvorschläge. Es gebe immer noch keine Umverteilung der Agrar-Milliarden für Umweltmaßnahmen statt für Flächengröße, monieren sie. „Zur Pestizidreduktion nennt Klöckner nicht einmal verbindliche Ziele, geschweige denn konkrete Maßnahmen. Selbst gefährliche Pestizide will sie auch in zehn Jahren noch nicht von den Äckern verbannen“, kritisieren die Grünen. Auf stößt ihnen auch Klöckners betonte Offenheit für neue Züchtungstechniken wie etwa CrisPR-Cas. „Damit verstößt die Agrarministerin gegen den Koalitionsvertrag und stellt sich gegen die Interessen von Ökosystem, Verbraucherinnen und Verbrauchern aber auch Bäuerinnen und Bauern, die in Deutschland und Europa sehr gut mit dem Erfolgsmodell gentechnikfreier Landwirtschaft fahren“, schreiben sie. Unsäglich sei auch, dass die Agrarministerin vorgebe, alle Probleme in der Landwirtschaft durch Digitalisierung lösen zu wollen. Das sei ein Trugschluss, so Ebner und Ostendorff.

DBV: „Ackerbau wird moderner, effizienter und nachhaltiger“

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bewertete die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgestellte Ackerbaustrategie hingegen positiv und erklärte: „Die Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist dank der Vielfalt der Maßnahmen ein guter Weg, um den Ackerbau moderner, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Denn sie zeigt Perspektiven und Optionen zur Weiterentwicklung des Ackerbaus auf, die auch wir als zielführend und zukunftsfähig erachten.“ Der Deutsche Bauernverband hatte bereits im Mai 2018 gemeinsam mit den Verbänden des Zentralausschusses der Deutschen Landwirtschaft eine Ackerbaustrategie vorgestellt.

Die in der Strategie des BMEL vorgesehene Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln unterstützt der Deutsche Bauernverband. „Hier gilt es, die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes mit Augenmaß und unter Berücksichtigung der guten fachlichen Praxis vorzunehmen. Nur auf diesem Weg können Ernten geschützt und Qualitäten gesichert werden“, so Rukwied. Auch die Erweiterung des Kulturpflanzenspektrums sei eine begrüßenswerte Maßnahme. Aus Sicht des DBVs ist eine Zielvorgabe von mindestens fünf Kulturpflanzen je Betrieb jedoch ambitioniert. Die Umsetzung erfordere flankierende Maßnahmen, wie die Verbesserung des Ertragspotenzials und der Widerstandskraft von Leguminosen, das Vorhandensein entsprechender Pflanzenschutzmittel und der Absatzmärkte. Insofern bedürfe es bei der Umsetzung der Ackerbaustrategie der Unterstützung der Politik.

Röring: "Gute Grundlage für zukunftsfähigen Ackerbau"

Auch der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) begrüßte die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgestellte Ackerbaustrategie. „Die Strategie ist breit angelegt und berücksichtigt alle Aspekte des Ackerbaus, d.h. auch die Bereiche Ernährungs- und Einkommenssicherung. Sie bietet eine gute Grundlage, um den für unsere Landwirte bedeutenden Ackerbau zukunftsfähig aufzustellen“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring.

DRV fordert Bekenntnis zur Marktwirtschaft

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) wies darauf hin, wie wichtig marktwirtschaftliche Lösungen für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft seien. "Es reicht eben nicht aus - wie vom Bundesumweltministerium gefordert - immer neue Maßnahmen per Verordnung durchzusetzen. Auf Dauer werden auch staatliche Markteingriffe wie Preisgarantien oder Intervention scheitern", sagte Dr. Henning Ehlers, DRV-Hauptgeschäftsführer.

Deshalb sei es vermessen zu erwarten, dass sich die Landwirtschaft binnen kürzester Zeit umstellen könne. Wenn beispielsweise eine fünfgliedrige Fruchtfolge angestrebt werde, müssten Pflanzenzüchter in die Lage versetzt werden, attraktive und leistungsfähige Sorten zu züchten, die am Markt vergleichbare Erlöse wie Weizen und Raps ermöglichten. "Genossenschaftliche Unternehmen stehen jederzeit bereit, mit den Landwirten neue Weg zu beschreiten und sie bei der Vermarktung ihrer Erzeugnisse zu unterstützen. Bereits heute untersuchen unsere Mitgliedsunternehmen unter anderem die Möglichkeiten, wie mehr heimische Leguminosen in der Tierernährung eingesetzt werden können", sagte Ehlers.

IVA: „Ambitionierte Ziele für Landwirtschaft von morgen“

Der Industrieverbands Agrar (IVA) lobt die Benennung von Zielkonflikten in Klöckners Ackerbaustrategie. „Die Landwirtschaft in Deutschland steht mitten in einem gewaltigen Veränderungsprozess. Sie muss für ihre gesellschaftliche Wertschätzung Erwartungen zum Schutz von Klima, Boden und Biodiversität aktiv annehmen, aber zugleich einen Beitrag zur globalen Ernährungssicherung leisten und angemessene Einkommen für ihre Beschäftigten erwirtschaften. Es zählt zu den Stärken der von Ministerin Klöckner vorgelegten Strategie, diese Zielkonflikte wie auch begrenzende Faktoren offen anzusprechen und konkrete Maßnahmen zur Lösung zu benennen. Hier werden ambitionierte Ziele formuliert, an denen sich die Landwirtschaft von morgen messen lassen muss“, sagte IVA-Präsident Dr. Manfred Hudetz. Der IVA hatte im September 2019 das Positionspapier „Perspektive Pflanzenbau“ mit 15 Maßnahmen vorgestellt. Der IVA empfiehlt darin unter anderem verbindliche Gewässerrandstreifen, die verstärkte Nutzung digitaler Prognosetools und die Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenschutzes durch das Konzept einer ökologischen Schadschwelle.

BUND: „Keine verbindlichen Ziele, keine konkreten Maßnahmen, kein Zeitplan“

Auf Kritik stößt Klöckners Ackerbaustrategie auch beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Keine verbindlichen Ziele, keine konkreten Maßnahmen, kein Zeitplan: Die Bundesregierung hat es verpasst mit der Ackerbaustrategie die Probleme im Ackerbau anzugehen. Eine Strategie als Absichtserklärung taugt nichts. Ohne einen gesetzlichen Rahmen und entsprechende Fördersysteme für bäuerliche Landwirtschaft wird die notwendige Agrarwende weiter verzögert“, sagte Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Stattdessen forderte er eine Pestizidreduktionsstrategie und einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Insekten. „Ebenso muss sie mit der Ackerbaustrategie auf klimaresiliente Anbausysteme umsteuern“, so Brandt. Außerdem kritisierte er den Fokus auf „technologische Einzelmaßnahmen wie neue Gentechnik-Sorten“. Diese könnten die Herausforderungen durch weiter zunehmende Extremwetterereignisse nicht lösen, so Brandt.

Auch forderte Brandt eine ökologische und gerechte Verteilung der EU-Agrarfördermittel. „Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag mit der Landwirtschaft. Bei diesem gesellschaftlich gewünschten Umbau müssen die Landwirtinnen und Landwirte finanziell unterstützt werden. Mittelfristig muss die pauschale Flächenprämie ersetzt werden. Diese Direktzahlungen sind nicht mehr zukunftsfähig“, sagte er.

WWF: „Abschluss eines enttäuschenden Jahres in der Agrarpolitik“

Die Naturschutzorganisation WWF erklärte, "es sei außerordentlich enttäuschend, dass Ministerin Klöckner die Ackerbaustrategie zu einem Diskussionspier degradiere". Das werde weder den Anforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft gerecht, noch sei es eine angemessene Antwort auf die Herausforderungen der Klimakrise und des Artensterbens. „Die Ackerbaustudie ist der unbefriedigende Abschluss eines Jahres, das in der Agrarpolitik nicht arm an Enttäuschungen war. Das Landwirtschaftsministerium hat einen vagen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der eine Ansammlung von unverbindlichen Empfehlungen an die Landwirtschaft ist. Den Erwartungen an eine echte Strategie, die verbindliche Ziele und klare Zeitpläne vorgibt, wird man in keiner Weise gerecht“, sagte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. Zwar setzten viele Maßnahmen, wie ein Humusaufbau zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und breitere Fruchtfolgen an der richtigen Stelle an und seien von Wichtigkeit, allerdings bleibe die Umsetzung und Zielsetzung dahinter zu unklar, so der WWF.

Die Redaktion empfiehlt

Ein Szenario für den Ackerbau bis 2035 hat Landwirtschaftsministerin Klöckner heute vorgestellt. Ihre Ackerbaustrategie enthält 50 Maßnahmen und soll als politische Diskussionsgrundlage dienen.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat eine Ackerbaustrategie vorgestellt. Sie verknüpft die Maßnahmen mit der Umstellung der Agrarförderung und einem Ackerbaufonds für...

Eine Woche bevor Agrarministerin Klöckner ihre angekündigte Ackerbaustrategie präsentieren will, legt Umweltministerin Schulze eine eigne vor. Der Unterschied liegt im Pflanzenschutz und beim Geld.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Gregor Grosse-Kock

Was für ein Kummer

Wir werden Abgewürgt. Nicht mehr lang und unsre Wirtschaft liegt am Boden! Und alles ist Vergessen! Das Billige Essen muß her!!!

von Guido Müller

Es wird nichts!

Frau Klöckner konnte in der Politik Rheinland-Pfalz als ehemalige Weinkönigin trotz familiären weinbaulichen Hintergrundes nicht landen, und versucht nun von Bonn aus ihr Profil zu formen. //////"1998 schloss sie das Studium mit dem Grad der Magistra Artium in den Fächern Theologie, Politikwissenschaft und Pädagogik ab; zusätzlich legte sie das Erste Staatsexamen für ein Lehramt an Gymnasien für die Fächer Sozialkunde und Katholische Religion ab." ////// Wenn die dt. Politik mit solchen Fachkräften glaubt, eine erfolgreiche Agrarwende zu erreichen, dann kann man auch beten, beten, beten. Das hilft genauso viel.

von Oskar Grütter

Wahlurnenstrategie!

Ganz einfach ,keine Altpartei mehr wählen!

von Hermann Kamm

Ob unsere Ministerin wohl

Die Rechnung ohne den Wirt macht? Von da oben kommt nur Mist!

von Hermann Kamm

Die Zeche danach zahlt die Landwirtschaft.

Unsere Ministerin hat doch nicht mehr alle.... 5 gliedrige Fruchtfolge Lachhaft, wenn ich daran denke das nur mit zwei Früchten ein positiver Deckungsbeitrag raus kommt. Sollen wir Landwirte bei den anderen 3 wieder mal Geld drauf legen? ich hoffe das meine Berufskollegen bei der nächsten Wahl es richtige Wählen! Denn mit dieser Regierung ist kein Blumentopf zu gewinnen.

von Wolfgang Rühmkorf

Liest sich nicht schlecht

Aufbau und Inhalt des papers gefallen im Wesentlichen. Es sind alle drei Säulen der Nachhaltigkeit angesprochen und zueinander diskutiert. Der Teufel steckt allerdings im Detail der Umsetzung. Wird der öffentlichen (veröffentlichten) Meinung auch nachgegeben, wenn deren Wünsche nachweislich den geschilderten volkswirtschaftlichen Zielen zuwider laufen? Werden die ökonomischen Sachzwänge gebührend berücksichtigt, oder wird wieder das Ordnungsrecht zu Lasten der Landwirtschaft dominieren?

von Andreas Gerner

@ Moderatoren

bitte endlich die Beleidigung von Frau Klöckner durch Herrn Jensen zensieren. Ohne die Kernaussage zu werten, oder zu widersprechen, aber Wortwahl unangemessen.

von Klaus Fiederling

Verlieren wir bei allem Ungemach doch bitte nicht den Respekt vor der Würde unseres Gegenübers

Was wir Bauern von anderen einfordern, zu Recht(!), daran soll es in unseren eigenen Reihen doch wohl nicht maßgeblich kranken, oder? Das WWW ist nicht anonym! - Bei allem nur allzu verständlichen Frust, der sich bei sehr vielen Berufskollegen wutentbrannt aktuell entlädt, sollte jedoch zu keinem Zeitpunkt in Vergessenheit geraten, dass man unter Wahrung eines angemessenen Umgangstones weit mehr erreichen kann -selbst in Form von glasklar scharf formulierter Kritik, wo diese ihre Berechtigung hat- als wenn das angegriffene Gegenüber verärgert sofort sämtliche „Schotten dicht macht“. Die zunehmende Aggression, die sich dato breit macht, ist der ganzen Thematik wenig zuträglich. - Einen schönen, hoffentlich entschleunigten 4. Advent als Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest für alle Bauernfamilien.

von Klaus Jensen

Und Übrigends...

.... Ich brenn eher den Reichstag wie Marinus van der Lubbe ab, als dass ich mich von der deutschen kommunistischen Regierung von meinem Hof jagen lasse. Ich hoffe Frau Merkel erkennt die Ironie.... MfG Jens Martin Jensen

von Klaus Jensen

(...)

(...)

Anmerkung der Redaktion

Bitte keine Beleidigungen gegenüber Politikern!

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Ich muß nicht um jeden Preis ein Bauer sein Macht eure Scheiße doch selber,holt doch die ganzen NGO,s Penner und Last die Mal 13-14 Stunden 7 Tage die Woche arbeiten

von Andreas Gerner

@Grüne, SPD, BUND, NABU, WWF...

Ihr seid mit Schuld, dass in Brasilien Urwälder brennen und das Klima sich weiter erwärmt, wenn ihr uns nicht effizient produzieren lasst.

von Andreas Gerner

@ Grüne: "Gefährliche Pestizide" gibt es nicht!

Alles, was an PSM zugelassen ist, ist umfassend geprüft und bei sachgemäßer Anwendung wissrnschaftlich belegt absolut unbedenklich (Ausnahme die hohen Mengen an Kupfer im Bioanbau, aber das wollen Grüne nicht hören). Wie sieht's denn mit Abgasen, Alkohol, Tabak, Handys, Druckern, Kerzen, Grillkohle, Putzmitteln, Verhütungspräparaten und anderen Medikamenten, Beauty-OPs, Weichmachern, Farbstoffen, Duftspays, Anti-Aging-Cremes, Tattoos, Sonnenstudios, Motorräder, Nahrungsergänzungsmittelchen usw. aus? Warum ist das alles frei verfügbar und teils für den direkten unverdünnten Verzehr/Kontakt vorgesehen, obwohl da zweifelsfrei krebserregende oder anderweitig krankmachende Auswirkungen belegt sind? Wo gibt es da Ausstiegspläne bis 2030?

von Michael Behrens

Klöckners verzweifelter Versuch...

der Umweltministerin es irgendwie noch recht zu machen. Es ist wie in einer zerrütteten Ehe, CDU und SPD, beide halten krampfhaft aneinander fest und zerstören sich dabei, jeder will ja besser sein. Nicht nur mit fatalen Folgen für die Parteien, nein ganze Wirtschaftszweige werden zerstört und die Bevölkerung gespalten. Die Zukunft wird ruiniert, da Ihr heute in der Gegenwart Fesseln angelegt werden!

von Klaus Fiederling

Wir borgen uns von der Zukunft; was aber geben wir zurück!?

In vorderster Priorität steht zunächst einmal im Raum, ob unsere bäuerlichen Erzeugnisse überhaupt gebraucht werden. Was nutzt es uns, wenn man für das, was auf unseren Äckern wächst, keinen Absatzmarkt findet. Sobald neue Pflanzen auf unseren Feldern sprießen, überrollt uns eine Lawine der mannigfaltigsten Problemfelder, wo sich der einzelne Bauer mit seiner heute nicht mehr vorhandenen Elastizität weitgehend alleingelassen fühlen darf. Niemand will diese haben, agrarpolitisch eingefordert im Sinne der medial gerne und oft gequälten „Nachhaltigkeitsstrategien“ werden sie aber sehr wohl. Und jetzt!? Nun ja, steht der Politik aufmerksamkeitsheischend ja auch sehr gut zu Gesichte! - Faserpflanzen, Euphorbia, Amarant, alles wunderbar kultivierbar und anbauwürdig bis zu jenem Zeitpunkt nach der Ernte, wenn die Vermarktung ansteht! Gerade der deutsche Staat steht alledem mit seinem eisernen Korsett äußerst gewichtig im Wege. Die nur kleinste Lücke wird -sofern es in unsere administrativen Köpfen nicht wohlgefällig hineinpasst- sofort unterbunden, von Außenstehenden kaum vorstellbar, wie rigoros man da vorzugehen weiß. //TA-Luft und jene nicht anerkannten Regelbrennstoffe, die CO2-neutral, ja sogar CO2-entlastend wären, und dennoch nicht miteinander zu vereinbaren sind. Genau das wird der Klimawandel allerdings zügig ins rechte Lot zu setzen wissen. // Mischkulturenanbau mit bis zu 3 Pflanzengattungen auf einem Acker, undenkbar ohne Zuordnungscode im Prämienantrag. Mischung Mais/Sonnenblumen/Amarant, wo letzterer vielleicht sogar mit 3 Hanfkörnern verseucht sein könnte, ist tunlichst aufzupassen, dass dies nicht sogar bußgeldbewehrt ist. Wer im übrigen eine Renaissance des Industriehanfes kommuniziert, sollte vorab prüfen, wie viele offene Industrietore man vorfindet oder ob es sich dabei nicht weit eher schon um eine neuerlich tot geborene Idee handelt. // Unsere Gesellschaft braucht für ihre Individualmobilität Unmengen an Energie. Dieses reiche Portfolio aus der Landwirtschaft wurde in den vergangenen 3 Dekaden sträflichst wie brutal mit Füßen getreten, massiv boykottiert unter dem Aufgebot sämtlicher zur Verfügung stehenden Mittel. Was wurde aus dem Elsbett-Motor mit seiner gesamten Bandbreite gemacht? In welchen Schleppern läuft dieser? Ist er nicht allenfalls zu besichtigen im Deutschen Museum München, dort in der hinterletzten Ecke!? Unsere Autobosse, die diese Technologie quasi vernichtet haben, hecheln jetzt der Elektromobilität hinterher, feiern die Wasserstofftechnologie, die schlussendlich wo ihren Ursprung nimmt!? // Eine vernünftige Kraft-Wärme-Kopplung zur Schadstoffreduzierung in privaten Haushalten bei Nutzungsgraden von über 90% ohne CO2-Ausstoß, verspürt welche steuerlichen Würgegriffe!? Schon geradezu hinterhältig geht man da staatlicherseits vor und eliminiert damit quasi, was durchaus Zukunftsperspektiven hätte. // Der zu feiernde Quantensprung ist eine fünfgliedrige Fruchtfolge keineswegs, allenfalls für die Betriebe, die bislang nur Raps und Getreide angebaut haben. Wer in der Vergangenheit schon sein Augenmerk auf die Bodengüte im Sinne der eigenbetrieblichen Nachhaltigkeit zu richten wusste, für den bildet die fünfgliedrige Fruchtfolge sogar eher eine Untergrenze ab. Das hierfür erforderliche Know how ist in den vergangenen Jahrzehnten in der bäuerlichen Ausbildung allerdings zur absoluten Mangelware mutiert, ein fataler Umstand, den nicht die Bauern selbst zu verantworten haben. Dieses Bewusstsein ist in den dafür verantwortlichen Reihen allerdings nicht vorhanden. // Gefährlich wird‘s tatsächlich, wenn heute zunehmend die Altbauern ihrer Jugend auf den Höfen anraten: „Lasst die Finger von diesem Beruf!“ - Dagegen ist selbst in fünfgliedrigen Fruchtfolgen kein Kraut gewachsen!!!...

von Heinrich Steggemann

Gelder von der linken in die rechte Tasche wird nicht funktionieren

Was wir brauchen ist frisches zusätzliches Geld. Bei den heutigen Vermarktungsstrukturen wird es nicht vom Verbraucher kommen. Mein Vorschlag: Die Landwirtschaft macht der Gesellschaft ein Angebot, zu welchen Konditionen sie CO2 in Form von Humusaufbau dauerhaft speichert. Für z.B. 60 Euro pro Tonne ( ein Cent pro gefahrenen Autokilometer ) würden sich viele auf den Weg machen. Mit der aktuellen Lehrmeinung werden wir allerdings keine nennenswerten Mengen speichern können. Teile der aktuellen und zukünftigen Düngeverordnung und ein komplettes Glyphosatverbot stehen uns dabei im Weg. Meiner Meinung nach geht es nur mit dem Wissen rund um den Liquid Carbon Pathway nach Christine Jones oder anderer vergleichbarer Forscher und Praktiker. Deutschland ist bei diesem Thema ein Entwicklungsland. Aber es sind noch viele Steine auf dem Weg dahin wegzuräumen. Wie gehen wir mit Pachtflächen um, zeigen wir uns solidarisch mit den Tierhaltern (Ammoniak, Methan etc. ), mit Bewirtschaftern von Moorstandorten usw. Was machen wir bei sinkenden Humusgehalten? Wenn der Humusaufbau bezahlt wird, darf die Landwirtschaft diese Mengen noch mit ihrem Klimagasausstoss gegenrechnen. Diese und viele weitere Fragen sollten wir im Berufsstand kurzfristig intensiv diskutieren. Wenn sich ein gewinnbringender Humusaufbau darstellen lässt und politisch umgesetzt wird, werden sich viele Forderungen in der Ackerbaustrategie von allein ohne zusätzliches Ordnungsrecht ergeben. Vorrausgesetzt aktuelle Gesetze werden für eine Förderung der Bodenbiologie angepasst und stehen dem nicht weiter entgegen.

von Dittrich Thomas

ackerbaustrategie

Und der Bauernverband nickt brav dazu prima!

von Bernd Croonenbroek

Ackerbaustrategie !!!

Als wenn die beiden wissen was eine Ackerbaustrategie oder 5 gliedrige Fruchtfolge ist. Die können wahrscheinlich nicht mal Weizen von Mais Unterscheiden. Armes Deutschland !!!

von Bernhard ter Veen

...

Was für ein BLÖDSINN... Wofür bekommen all diese Besserwisser überhaupt soviel Geld ? Nichts als Vorschriften und Verordnungen... diese andauernde Gehirnwäsche von wegen Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschäden, Ackerbau- und Nutztierhaltungsstrategie - und und und... Keinen Quadratmeter Land bewirtschaften aber ne dicke Lippe reissen... haltet euch doch ENDLICH aus Dingen raus die Ihr nicht Versteht oder NICHT WIRKLICH BESSER als WIR BAUERN könnt... Das Einzige was all diese "Mainstream Mitläufer" wirklich auf die Reihe kriegen ist dafür zu sorgen das die Regale der LEH´s künftig NUR noch aus Importwaren befüllt werden !!! ...frohes Fest und guten Rutsch...

von Heinrich Esser

Ist das wirklich ambitioniert?

Vielfältigere Fruchtfolgen werden kommen, allein durch die Anpassung ans Klima. Zumal lassen sich in Klöckners Vorschlag Zwischenfrüchte anrechnen, was eine viergliedrige Fruchtfolge bedeuten würde, bei Nutzung von Untersaaten sogar nur eine dreigliedrige. Da die Landwirte in D so gut ausgebildet sind (wird ja häufig erwähnt), ist das nicht wirklich ambitioniert. Die Reduktion von PSM wird ohnehin kommen und da die Technik für weitere Einsparungen sorgen kann, sind 50% weniger in zehn Jahren realistisch - ohne Ertragseinbußen. Wirklich Sorge macht mir die Ackerbaustrategie jedenfalls nicht. Wichtig wäre eher, zu erfahren, wie der Handel in Zukunft aussieht. Setzt man auf größere Exporte, konzentriert sich der Ackerbau auf wenige rentable Kulturen. Bei gleichzeitigem Import von billigen Waren, die hier zwar angebaut werden könnten, aufgrund der Preise aber nicht werden. Bei höheren Selbstversorgungsgraden werden die Fruchtfolgen automatisch vielfältiger.

von Albert Maier

Als ob...

... die Bauern plötzlich eine "Ackerbaustrategie" brauchen. Die Anmaßungen der Politik und derer, die sie treiben (NGO´s) werden unerträglich!

von Ludwig Rasche

Leben

Die trachten uns nach den Leben, anders kann ich es nicht ausdrücken. Wenn sich jemand bedroht fühlt darf man sich wehren!

von Willy Toft

Solange es nicht machbare Rahmenbedingungen gibt, ist alles zum Scheitern verurteilt!

Denn sonst wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet! Die Regierung will gerne den Mainstream leben und in Politik umsetzen, nur der Bauern lebt von den "Einnahmen" aus dem Erlös seiner Produkte, und die richten sich nicht nach dem Mainstream aus, da wird im Zweifel immer das billigere Produkt gewählt!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen