Kompost ist ein guter Grunddünger für Bio-Kartoffeln

Über die Ergebnisse und Vorträge zum Abschluss des EIP-Projektes informiert das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen KÖN.

Kartoffeln (Bildquelle: top agrar)

Die Kartoffel-Düngung mit Kompost ist ein geeignetes Anbauverfahren, das in seiner Wirkung mit betriebsüblichen Düngesystemen konkurrieren kann. Das ist das Ergebnis eines Projektes der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP), das das KÖN jetzt mit einer Abschlussveranstaltung beendete.

Beste Erträge mit Bioabfall-Frischkompost

Drei Jahre lang sind die Mitarbeiter des Projektteams der Frage nachgegangen, wie welche Komposte auf den Kartoffelertrag und die -qualität wirken. Eine Antwort darauf ist: Kompost ist eine weitreichende Grunddüngung. Sie muss gegebenenfalls noch durch Stickstoff- und Kalidüngung ergänzt werden.

In den drei Projektjahren schnitt Bioabfall-Frischkompost am besten ab. Im Durchschnitt lag der vermarktungsfähige Ertrag hier 21 Prozent höher als auf den ungedüngten Vergleichsflächen. Die Versuchsergebnisse bestätigten die Erkenntnis, dass auf leichteren und schwach versorgten Böden am ehesten positive Ertragswirkungen durch Kompost zu erwarten sind.

Biolandwirt Rolf Winter vom Gut Wulksfelde bei Hamburg konnte die Projektergebnisse aus seiner langjährigen Praxis bestätigen. Seit zwölf Jahren düngt er Kartoffeln mit Kompost und ist mit seinen Erträgen zufrieden. Mit der Verwendung von Kompost konnte er zum Beispiel Mangelerscheinungen durch fehlende Spurenelemente beseitigen.

Mikroplastik im Kompost

Professorin Ruth Freitag von der Universität Bayreuth ging in ihrem Vortrag auf die Thematik „Kompost als Eintragspfad für Mikroplastik in Böden“ ein. Sie sprach über Schwachstellen bei der Erfassung von Plastikteilen im Kompost. Derzeit wird ein Liter einer Kompostprobe mit Pinzette per Hand nach Kunststoffteilen abgesucht. Dabei können Auslesefehler entstehen.

Es komme, so Professor Freitag, auch vor, dass organische Pflanzenteile versehentlich für Plastikfolienreste gehalten würden. Um objektive Ergebnisse zu erhalten, forderte sie technische Verfahren wie Spektrometer-Messungen. Freitag verwies auf Forschungsvorhaben, mit denen festgestellt werden soll, wie lange es dauert, bis sich Plastikteile im Boden zersetzen und welche Stoffe beim Zersetzungsprozess entstehen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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