Grünlandumbruch

Krüsken: „Streitpunkt ist der Verlust des Ackerstatus“

Alle fünf Jahre müssen Landwirte mehrjähriges Ackergras gegen ihren Willen umbrechen. Das ist ökologischer Irrsinn. Trotzdem gibt es wenig Hoffnung, dass die Pflicht fällt. Ein Interview

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert noch Änderungen für das Grünland bei der Agrarreform 2023. Aber es gibt nur wenig Hoffnung, dass die Pflicht, Ackergras alle fünf Jahre zu brechen, um den Ackerstatus zu behalten, fällt, erläutert der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken im Interview mit top agrar.

Viele Grünlandbetriebe hadern mit der 5-Jahres-Regel, nach der sie alle fünf Jahre Ackergras umbrechen müssen, damit sie den Ackerstatus nicht verlieren. Gibt es mit der neuen GAP ab 2023 noch Hoffnung, dass sich das ändert?

Krüsken: Mit der 5-Jahres-Regelung hadern nicht nur viele, sondern alle Betriebe. Es gibt im Moment wenig Hoffnung, dass sich das ändert und diese wenige Hoffnung schwindet auch noch. Das liegt daran, dass das eine europäische Entscheidung ist, die gerade in den Trilog-Verhandlungen von EU-Parlament, -Rat und -Kommission liegt. Niemand dieser drei Parteien hat die Abschaffung der 5-Jahres-Regel ernsthaft auf dem Zettel. Das Europäische Parlament hatte zur Lösung des Problems den Vorschlag gemacht, den Begriff Wechselgrünland einzuführen für Ackerland, auf dem „Gras oder krautige Pflanzen“ für einen längeren Zeitraum angebaut werden. Das war ein Versuch, diesen Ackerfutteranbau nicht in die Gefahr zu bringen, rechtlich zum Grünland zu werden....


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