Künast: BfR sollte besser prüfen statt Glyphosatkritiker zu beschimpfen

Die frühere Agrarministerin Renate Künast hat dem von ihr gegründeten Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mangelndes Engagement für ein glaubwürdigeres Pestizid-Zulassungsverfahren vorgeworfen. „Statt beispielsweise die Veröffentlichung aller Studien über die Stoffe zu fordern, beschimpft das BfR seine Kritiker.“

Renate Künast (Bildquelle: www.renate-kuenast.de)

Die frühere Ernährungsministerin Renate Künast hat dem von ihr gegründeten Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mangelndes Engagement für ein glaubwürdigeres Pestizid-Zulassungsverfahren vorgeworfen. „Statt beispielsweise die Veröffentlichung aller Studien über die Stoffe zu fordern, beschimpft das BfR seine Kritiker“, sagte die Grüne der Tageszeitung „taz“ (Dienstags-Ausgabe).

Das BfR hatte den Unkrautvernichter Glyphosat für unbedenklich erklärt, obwohl die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat.

"Die Zulassungsbehörden in der EU oder den USA müssen die Studien der Pestizidhersteller nutzen, aber dürfen sie nicht veröffentlichen", ergänzte Künast. Deshalb seien diese Studien nicht durch unabhängige Experten überprüfbar. „So können die Bürger nur blöd gucken. Die Krebsforschungsagentur dagegen beruft sich auf öffentlich zugängliche Daten und hat eine breitere Fragestellung.“ Das müsste BfR-Präsident Andreas Hensel erklären und Änderungen des EU-Rechts fordern. "Er aber tut so, als sei er der Oberwissenschaftler mit der breitesten Studienstruktur."​
 
​Vor allem aufgrund des Gutachtens aus Hensels Behörde hat die EU den Wirkstoff am 12. Dezember 2017 für weitere 5 Jahre zugelassen. Umweltschützer und Grüne kritisierten die Entscheidung.​

Das vollständige Interview mit Renate Künast lesen Sie hier...

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht

Die Redaktion empfiehlt

BfR-Präsident Prof. Dr. Andreas Hensel weist die Vorwürfe zurück, das Bundesinstitut für Risikobewertung habe ungeprüft Studien von Monsanto übernommen und auch auf dieser Basis Glyphosat als ...

Paris Glyphosat Politik erntet Proteste

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen