Geschäftsbericht

KWS setzt auf weiteres Wachstum

KWS meldet Wachstum in allen Produktsegmenten. Der Gesamtumsatz stieg trotz Währungsbelastungen. Auch EBIT und Jahresüberschuss legten zu, so dass ein Dividendenanstieg auf 0,67 (0,64) € vorgeschlagen wurde.

Die KWS Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatzanstieg von 4,2 % auf 1,11 Mrd. €. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um rund 13 % auf 150,0 Mio. €, das Ergebnis je Aktie verbesserte sich um rund 4 % auf 3,15 €.

„Unser Geschäft hat sich in einem herausfordernden Agrar-Umfeld erfreulich entwickelt“, kommentierte Eva Kienle, Finanzvorstand von KWS. „Wir sind in allen Produktsegmenten gewachsen und konnten unser Betriebsergebnis deutlich steigern. Auf Basis eines diversifizierten Produktportfolios, vielversprechender Sortenzulassungen und unseres Einstiegs in das Geschäft mit Gemüsesaatgut erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr weiteres Wachstum.“

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2018/2019 um 4,2 % auf 1.113,3 (1.068,0) Mio. €. Alle Produktsegmente trugen zum Wachstum bei. Belastend wirkte sich die Abwertung einiger lokaler Währungen im Geschäftsbereich der KWS Gruppe auf den in Euro konsolidierten Umsatz aus.

Das Betriebsergebnis (EBIT) der KWS Gruppe verbesserte sich um 13,1 % auf 150,0 (132,6) Mio. €. Dabei standen einem höheren Bruttoergebnis gestiegene Funktionskosten für Forschung & Entwicklung sowie für Vertrieb und Verwaltung gegenüber. Darüber hinaus wirkte sich ein positiver Einmaleffekt von 11 Mio. € aus dem Verkauf einer Unternehmensbeteiligung gewinnerhöhend aus. Die EBIT-Marge lag bei 13,5 % (12,4 %).

Das Finanzergebnis lag mit –5,5 (5,4) Mio. € unter dem Vorjahreswert. Das Zinsergebnis ging durch die höhere Aufnahme von Fremdkapital auf –15,0 (–8,0) Mio. € zurück, das Beteiligungsergebnis der at equity bilanzierten Gesellschaften sank auf 9,4 (13,4) Mio. €. Die Steuern auf Einkommen und Ertrag beliefen sich auf –40,4 (–38,3) Mio. €.

Daraus ergab sich ein verbesserter Jahresüberschuss in Höhe von 104,0 (99,7) Mio. € sowie ein Ergebnis je Aktie von 3,15 (3,02) €.

Geschäftsentwicklung nach Segmenten

Das Segment Mais verzeichnete im Berichtsjahr einen Umsatzzuwachs von 0,7 % auf 739,0 (734,2) Mio. €. Der Umsatzanstieg ist vor allem auf einen erfreulichen Geschäftsverlauf in Südamerika zurückzuführen. In Nordamerika – insbesondere im Mittleren Westen der USA – führten die feuchten Witterungsbedingungen während der Aussaatperiode zu einem deutlichen Rückgang der Maisanbaufläche und damit zu erheblichen Umsatzeinbußen des Joint-Ventures AgReliant. Positiv wirkten sich dagegen Währungseffekte aus der Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro aus. In Europa und China verzeichnete KWS einen insgesamt stabilen Geschäftsverlauf. Das Segmentergebnis stieg um 22 % auf 57,9 (47,4) Mio. €. Die EBIT-Marge stieg von 6,5 % auf 7,8 %.

Im Segment Zuckerrüben stieg der Umsatz leicht auf 461,2 (455,1) Mio. €. Während in der EU der Umsatz aufgrund erschwerter Anbaubedingungen, gesunkener Zuckerpreise und des Abbaus von Überkapazitäten in der Zuckerindustrie rückläufig war, konnte in Osteuropa durch die Einführung von CONVISO® SMART der Umsatz deutlich ausgeweitet werden. In Nordamerika profitierte der Umsatz von einer leicht gestiegenen Anbaufläche und einem stärkeren US-Dollar. Das Segment-EBIT stieg unter Berücksichtigung eines positiven Einmaleffekts (11,0 Mio. €) aus der Veräußerung von Anteilen an der KWS Potato B.V. auf 179,6 (160,5) Mio. €.

Im Segment Getreide stieg der Umsatz um 13,0 % auf 170,8 (151,1) Mio. € deutlich an. Der Roggensaatgutumsatz wuchs dank ausgeweiteter Anbauflächen sowie höherer Marktanteile um 24 %. Die Erlöse für Weizensaatgut und Raps blieben im Berichtsjahr stabil, während das Geschäft mit Gerste deutlich anstieg. Hybridroggensaatgut bleibt mit rund 39 % Hauptumsatzträger des Getreidesegments. Das EBIT erhöhte sich um 25 % auf 23,0 (18,4) Mio. €, die EBIT-Marge lag bei 13,5 % (12,2 %).

Die Umsatzerlöse des Segments Corporate lagen bei 3,9 (4,2) Mio. €. Diese werden im Wesentlichen von den landwirtschaftlichen KWS Betrieben generiert. Da im Segment Corporate sämtliche übergreifende Kosten für die zentralen Funktionen der KWS Gruppe sowie grundlegende Forschungsaufwendungen abgebildet werden, fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus. Die im Segment konsolidierten Kosten stiegen im Berichtsjahr an, unter anderem durch das Reorganisationsprojekt ONEGLOBE, Kosten für die Rechtsformänderung und M&A-Aktivitäten sowie gestiegene IT Aufwendungen. Das Segmentergebnis belief sich auf –97,1 (–77,3) Mio. €.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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