Einbeck

KWS sieht weiterhin großes Potenzial für den Rübenanbau

KWS investiert jährlich rund 90 Mio Euro direkt und indirekt in die Entwicklung neuer, leistungsstarker Zuckerrübensorten.

Das Pflanzenzuchtunternehmen KWS sieht für den Anbau von Zuckerrüben ungeachtet der vielen derzeitigen Herausforderungen weiterhin ein großes Potenzial für die Zukunft. „Die Rübe ist ein Multitalent und sie war, ist und bleibt eine wichtige strategische Feldfrucht bei KWS“, erklärte der KWS-Regionenleiter Zuckerrübe für Deutschland und Österreich, Dr. Alexander Coenen, kürzlich bei der traditionellen KWS-Fachtagung in Einbeck.

Klimaschützer, Sauerstoffproduzent, regionaler Zuckerlieferant, wachsend auf heimischen Äckern und einsetzbar für erneuerbare Energien, als Futtermittel, in der Verpackungsindustrie sowie für die menschliche Ernährung - die Liste positiver Eigenschaften der Zuckerrübe ließe sich fast beliebig erweitern, so Coenen.

Das verantwortliche KWS-Vorstandsmitglied für das Segment Zuckerrübe, Dr. Peter Hofmann, wies darauf hin, dass das Unternehmen jährlich rund 90 Mio Euro direkt und indirekt in die Entwicklung neuer, leistungsstarker Zuckerrübensorten investiere. Das Ergebnis lasse sich als züchterischer Fortschritt messen - dieser betrage rund 2 % jährlich; das seien bis zu 2 t mehr Rüben pro Hektar und Jahr.

„Den Herausforderungen der Zukunft begegnen wir als Saatgutspezialist mit unserer Kernkompetenz, der Züchtung, denn in Zeiten zunehmender Reglementierungen und Umweltveränderungen entscheidet mehr und mehr die richtige Sorte über Erfolg und Misserfolg“, sagte Hofmann. Beispielhaft dafür stellten Carsten Stibbe und Ernst von Stockhausen vom KWS AgroService eine neue Lösung beim Befall mit Cercospora in Aussicht.

Der KWS-Zuckerrübenzüchtung sei es gelungen, mit Hilfe einer neuen Resistenzquelle höchste Resistenz mit höchster Ertragsleistung zu kombinieren. Damit bestehe die Möglichkeit, auch unter Starkbefallsbedingungen den Zuckerertrag abzusichern und gleichzeitig Fungizidmaßnahmen einzusparen, betonten Stibbe und von Stockhausen. Bereits im Jahr 2022 könnten die ersten Sorten für den Anbau zur Verfügung stehen. Die neue Genetik leiste einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Zuckerrübenanbau in Deutschland.

Offizielle IfZ-Ergebnisse Zuckerrübe

Das Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) aus Göttingen stellt in jedem Jahr das gesamte Zuckerrübensortiment in Deutschland auf den Prüfstand.

Rundum positiv sind die Bewertungen bei KWS aufgenommen worden: In den aktuell veröffentlichten dreijährigen Sortenergebnissen zeigten die Zuckerrübensorten des Einbecker Saatgutspezialisten hervorragende Leistungen.

Bei den Nematoden-toleranten Sorten ist LUNELLA KWS die Beste aller geprüften Sorten im Merkmal Bereinigter Zuckerertrag (BZE) und das sowohl auf Flächen mit als auch ohne Nematoden. Sie dokumentiere damit den züchterischen Fortschritt und leistee einen sehr hohen Beitrag, um das Ertragspotenzial der Flächen bestmöglich auszunutzen, erklärt KWS in einer Pressemitteilung.

ANNAROSA KWS zeige ebenfalls auf Flächen mit und ohne Nematodenbesatz eine hohe Ertragsleistung. Sie kombiniere einen guten Zuckergehalt mit hohem Rübenertrag. Eine besondere Stärke ist ihre gute Toleranz gegenüber Cercospora. Den Anbau von ANNAROSA KWS empfehlen die Berater in fast allen Anbaugebieten.

Ist ein Nematodenbefall auszuschließen, könnten Landwirte eine Rizomania-toleranten Sorte nutzen. Hierbei belegt ADVENA KWS den ersten Platz im BZE und ZE. CELESTA KWS überzeuge mit einem hohen BZE bei gleichzeitig sehr hohem Zuckergehalt und verfügt über einen üppigen Blattapparat, so KWS weiter.

Für die Nutzung in Biogasanlagen und bei der Rinderfütterung empfehle sich die Sorte FELICIANA KWS, die ihre gute Leistung der Vorjahre bestätigte.

CALLEDIA KWS und ELDORANA KWS seien die leistungsstärksten Sorten unter den Neuzulassungen 2019. Während ELDORANA KWS mit dem höchsten BZE und ZE überzeugt, stehe CALLEDIA KWS an der Spitze im Zuckergehalt. CALLEDIA KWS zeichne sich außerdem durch eine mehrfache Rizomania-Toleranz RZ 2.0 und sehr gute Blattgesundheit besonders bei Cercospora aus, heißt es.


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