Klimaschutzdebatte

Landschaftspflegeverband für Förderung von Klimaschutzleistungen

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) verlangt die gezielte Förderung von Klimaschutzleistungen der Landwirtschaft durch positive wirtschaftliche Anreize.

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) wünscht sich von der Bundesregierung eine finanzielle Unterstützung für Bauern, die das noch ungenutzte Klimaschutzpotenzial der Landnutzung aktivieren möchten.

Wie der Verband in einer Pressemitteilung kritisiert, würde die Autoindustrie ab sofort mit 2 Milliarden Euro für den Kauf von Elektroautos unterstützt. Dagegen fänden wiedervernässte Moore, Wälder und dauerhaftes Grünland im jüngst verabschiedeten Klimapaket erneut keine angemessene Berücksichtigung. Dabei könnten sie große Mengen Kohlenstoff binden und Treibhausgas(THG)-Emissionen wirksam senken.

In dem Maßnahmenpaket der Bundesregierung sei die Finanzierung des großen Einsparpotenzials im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) komplett vernachlässigt. „Diese Kurzsichtigkeit ist fahrlässig und kontraproduktiv!“, erklärt Josef Göppel MdB a. D., Vorsitzender des DVL. „Bereits die Umwandlung nur eines Hektars Ackerland auf Moorböden kann jährlich so viel CO2 einsparen wie fünf Personenautos mit 20.000 Jahreskilometern in die Umwelt blasen!“

Wiedervernässung reduziert THG-Emissionen eklatant

Ein Großteil der Moorböden wird landwirtschaftlich genutzt. Intakte, nasse Moore binden große Mengen Kohlenstoff in Form von Torf. Allerdings sind rund 95 % der Moorböden in Deutschland entwässert, wodurch der Torf sich zersetzt und CO2 emittiert. Deshalb sind Moorböden mit 5,4 % der gesamten deutschen Emissionen die größte Treibhausgasquelle innerhalb des Sektors Landnutzung LULUCF. Acker auf entwässertem Moor emittiert jährlich 37 t CO2 pro Hektar. Insgesamt entstehen durch trockengelegte Moore in Deutschland so viel Emissionen wie durch den Flugverkehr.

Finanzielle Förderung als Anreiz zur Wiedervernässung

Um diese Emissionen zu vermeiden, ist die Anhebung der Wasserstände nahe der Geländeoberfläche laut dem Verband die effektivste Methode. Dies schränke die landwirtschaftliche Bewirtschaftung stark ein. Auch verlören die Flächen an Wert, was wiederum die Entwicklung eines landwirtschaftlichen Betriebes hemmen kann. Deshalb sei eine langfristige und ausreichende Finanzierung zentral, damit die Moor-Landwirte bei der Umstellung auf eine klimafreundliche Bewirtschaftung nicht ihre Existenzgrundlage verlieren.

Nach Latacz-Lohmann et al. (2019) seien befragte Landwirte für eine langfristige Kompensation von etwa 2.000 € pro Hektar und Jahr bereit, den Wasserstand nahe der Geländeoberfläche zu halten. Die Bundesregierung arbeite zwar bereits an einer „Nationalen Moorschutzstrategie“. Aus Sicht des DVL muss darin aber konkret aufgezeigt werden, wie die von der Landwirtschaft zu erbringenden gesellschaftlichen Klimaschutzleistungen auch langfristig finanziell untersetzt werden.


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