Düngeverordnung

Gutachten bestätigt gravierende Mängel am Messstellennetz

Ein neues Fachgutachten hat gravierende Fehler bei den Grundwassermessungen des niedersächischen Messstellennetzes identifiziert. Wir sprachen mit dem Hydrogeologen Dr. Stephan Hannappel.

Das niedersächsische Wasserrahmenrichtlinien-Messnetz, welches dazu dient, die Nitratbelastung der Grundwasserkörper zu bewerten, weist gravierende Mängel auf. Zu diesem Schluss kam ein von 23 Kreisverbänden des Landvolkes in Auftrag gegebenes hydrogeologisches Gutachten.

Der Hydrogeologe Dr. Stephan Hannappel hatte die Messstellendaten des NLWKNs von 41 der insgesamt 123 Grundwasserkörper ausgewertet. Er kam zu dem Schluss, dass das vorliegende Messnetz aus mehreren Gründen nicht geeignet sei, den chemischen Zustand der Grundwasserkörper fachlich plausibel zu bewerten. Wie aus dem vorliegenden Gutachten hervorgeht, seien bei der Anlage und dem Betrieb des Messnetzes massive Fehler gemacht worden.

Niedersachsens Alleingang beim Bewertungsschema

In Niedersachsen entwickelte man zur chemischen Beurteilung der Grundwasserkörper ein eigenes Bewertungsschema. Dieses basiert auf die Einteilung der Grundwasserkörper in Teilräume. Diese schwanken jedoch stark in der Größe und weisen keine ausreichend einheitlichen hydrogeologischen Eigenschaften auf. Auch sei häufig die Anzahl der Messstellen zu gering, um die Gebiete anhand der Messwerte beurteilen zu können. In diesen Fällen greife das Land zur sogenannten „Einzelfallbewertung“. Diese basiert auf Kenntnissen, nicht auf Messdaten und ist nicht belegbar dokumentiert.

Darüber hinaus überprüfte Dr....


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Sollten möglichst viele Landwirte bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umweltprüfung der Düngeverordnung teilnehmen, deren Einsendefrist am 2. April endet?

Wie sehen Deutschlands Agrarwissenschaftler die neue Düngeverordnung? Das Science Media Center Germany gGmbH (SMC) hat Stimmen von einigen Agrarunis gesammelt.

Der Abstimmungsmodus über die neue Düngeverordnung am Freitag zählte nur die Zustimmung. Sechs Maßnahmen gelten nun schon ab Sommer, die für die roten Gebiete folgen ab 2021.

Der Bundesratsbeschluss für die Düngeverordnung zieht eine enorme Welle an Reaktionen nach sich. Von Wut bis zur Erleichterung ist alles dabei.