Zusammen schlagkräftig

Landwirte teilen sich Beregnungsanlage Premium

Als Kooperation zu beregnen, bringt viele Vorteile. Das wissen auch drei Landwirte aus Niedersachsen zu schätzen und entwickeln stetig neue Strategien. top agrar war vor Ort und hat nachgefragt.

So eine Beregnungsmaschine sieht man selten. Die ganze Maschine, nicht nur der Regner, folgt dem Schlauch. „Ein dänisches Fabrikat. Es fährt Kurven, sodass wir auf der Fläche die Beregnung nicht zusätzlich umstellen müssen“, erklärt Jochen Gaus mitten im Kartoffelacker. „Dabei sind wir hier gar nicht in einer typischen Beregnungsregion.“

„Wir“ – das ist Gaus zusammen mit seinen GbR-Partnern Ernst Lütje und Ulrich Behrens. Als Ährenwert GbR bewirtschaften sie 600 ha Ackerland, darunter 91 ha Kartoffeln. Die Flächen reichen von sandigen 18 Bodenpunkten bis zu lehmigen bzw. tonigen 65 Bodenpunkten. „Hier“, das ist der kleine Ort Ohnhorst, im südlichen Landkreis Gifhorn, Niedersachsen. Inzwischen sind 416 ha der GbR beregnungsfähig.

Ausgefeiltes Management

Das heißt aber nicht, dass alle diese Flächen beregnet werden. Denn die Kulturen sind unterschiedlich beregnungswürdig. Ganz oben stehen Kartoffeln, Zwiebeln und Süßkartoffeln. Dann folgen Zuckerrüben, Braugerste und Weizen. Das berücksichtigen Behrens, Gaus und Lütje schon bei der Anbauplanung. „Wir versuchen trotzdem, die Beregnungsmaschinen gleichmäßig zu verteilen“, erklärt Ulrich Behrens. Die Dreierkooperation entscheidet gemeinsam, welche beregnungsfähigen Früchte auf welche Flächen kommen.

Sie halten sich dabei auch an feste, gewachsene Fruchtfolgen. Auf Beregnungsflächen steht z.B. oft die Folge Kartoffeln/Weizen/Rüben/Weizen, nach Weizen kommt eine Ölrettich-lastige Zwischenfrucht. Statt Weizen wächst jetzt häufig auch Sommerbraugerste, nicht nur auf den leichten Standorten – weil sie beregnungswürdig ist. „Durch die gesicherte Beregnung ist die Braugerste schnell eine Alternative zum Weizen“, sagt Ernst Lütje. Auf den besseren Flächen, überall dort, wo keine Kartoffel steht, kommt u.a. die Folge Rüben/Weizen/Raps/Weizen/Weizen. Auf den 180 ha im Wasserschutzgebiet ist Triticale eine Alternative, Roggen wächst auf nicht beregnungsfähigen Flächen.

Angepasste Fungizidstrategie

In der GbR gibt es eine klare Aufgabenteilung: Ulrich Behrens ist für den Ackerbau zuständig, Ernst Lütje kümmert sich um den Kartoffelanbau und die -vermarktung. Und das Büro ist der Bereich von Jochen Gaus. Er übernimmt in der Saison auch die Beregnungsplanung. „Ich frage nicht wo, sondern wann die Beregnung laufen soll“, bringt er es auf den Punkt. Denn wie überall, sind auch bei der Ährenwert GbR während der Beregnungssaison die Tage lang und die Nerven kurz.

Die Pflanzenschutzmaßnahmen sind das Wichtigste, was Gaus dann mit seinen Partnern bespricht, z.B. die Fungizide bei Kartoffeln: Beregnen wir vorher oder nachher? Generell gilt: Bei hohem Krautfäuledruck geht Behandlung vor Beregnung. Dafür wählt Ernst Lütje relativ regenfeste Mittel. „So müssen wir nicht unbedingt Rücksicht auf die Beregnung nehmen“, erklärt er.

Der Start zählt

Normalerweise fängt Gaus Anfang bis Mitte Mai an, zu beregnen. Vorsommertrockenheit tritt häufig in der Region auf. Der Start richtet sich in erster Linie nach der Sichtkontrolle. „Man kennt ja seine leichten Ecken“, erklärt er lachend. „Und wenn der Weizen die Blätter rollt, dann wird es Zeit.“ Um sicher zu gehen, gräbt Gaus mit dem Spaten nochmal nach. Bei den Kartoffeln...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Die Redaktion empfiehlt

Premium

Damit die Erträge von Kartoffeln, Rüben, Getreide und Mais in Trockenphasen nicht leiden, muss das Zusatzwasser zur richtigen Zeit fließen. Hier die Empfehlungen dazu im 3. Teil der...

Bayerische Landwirte können sich nun besser über Bewässerung ihrer Flächen informieren. Eine neue Infoplattform ist eingerichtet.

Für die Bewässerung sollen die Bauern künftig Brauchwasser einsetzen. Ein entsprechender EU-Entwurf definiert Mindeststandards für die Hygiene und die Qualitätsüberwachung und setzt die...

Artikel geschrieben von

Redaktion Betriebsleitung, Geld, Steuern, Recht

Schreiben Sie Redaktion Betriebsleitung, Geld, Steuern, Recht eine Nachricht

Friederike Mund

Redakteurin Ackerbau/Grünland

Schreiben Sie Friederike Mund eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen