Bunte Biomasse

Landwirte wollen 500 ha Biogasmais durch Wildpflanzenmischungen ersetzen

Mit dem Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ wollen Jäger 500 Hektar Mais für die Biogasproduktion durch Wildpflanzenmischungen ersetzen.

Die Veolia Stiftung, der Deutsche Jagdverband und die Deutsche Wildtier Stiftung wollen mit dem Gemeinschaftsprojekt „Bunte Biomasse“ eine größere Biodiversität in der Feldflur bringen. In den kommenden fünf Jahren wollen teilnehmende Landwirte deutschlandweit 500 Hektar Mais durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion ersetzen.

Landwirt Richard Schulte aus Delbrück (NRW) ist einer von bereits 25 Landwirten bundesweit, die sich seit dem Projektauftakt im April bei den Initiatoren gemeldet haben. Er möchte auf etwa 10 Hektar Mais durch Wildpflanzen ersetzen. „Für mich als Landwirt und Biogasanlagenbetreiber ist Bunte Biomasse wahrscheinlich die effizienteste Möglichkeit, um die Lebensräume in der Feldflur zu verbessern“, betont Schulte. „Meine Flächen sind ein Magnet für Feldhasen, Fasane und viele Brutvögel.“

Die positiven Wirkungen von „Bunter Biomasse“ sind unstrittig: Die Kulturen aus bis zu 25 verschiedenen Wildpflanzenarten haben im Vergleich zu anderen Energiepflanzen eine bessere Struktur als Bruthabitat, weisen deutlich mehr Blütenvielfalt und -reichtum aus und haben dadurch eine größere und vielfältigere Wirbellosen-Fauna. Zusätzlich sorgen mehrjährige Wildpflanzen nach der Ernte für einen Bewuchs im Winter und damit für Erosionsschutz und ein Nahrungs- und Deckungshabitat für Wintergäste und Niederwild.

Hervorzuheben ist laut den Machern auch, dass die Intervalle der Bodenbearbeitung im Wildpflanzenanbau mit 5-jähriger Nutzung im Vergleich zu konventioneller Ackernutzung oder zwei-Kultur-Nutzung wesentlich größer sind. So erfolgen in den Jahren 2 bis 5 nur Düngung und Ernte. Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist nicht erforderlich. Schließlich haben die Wildpflanzen ein hohes Potenzial zur Stickstoffbindung, was den Stickstoffaustrag ins Grundwasser deutlich vermindert.

Hinsichtlich der Biomasseerträge gibt es zwischen dem Anbau von Wildpflanzen und Silomais kaum noch eine Differenz. Da allerdings der Methanertrag des Substrats von den Wildpflanzenflächen nur bei etwa 70 Prozent pro Tonne Trockenmasse im Vergleich zum Mais liegt, gewährt das Projekt „Bunte Biomasse“ einen Ausgleich von 250 Euro pro Hektar und Nutzungsjahr. Im kalkulatorischen Ergebnis ergibt sich dann eine Abweichung zwischen Wildpflanzen und Silomais von minus 45 Euro: Eine Investition, deren „Return-on-Investment“ sich angesichts der umfassenden positiven Wirkungen für Biodiversität, Bodenqualität und Wasserressourcen mehr als sehen lassen kann, so die Projektteilnehmer.

Ansprechpartner:

Torsten Reinwald
Pressesprecher
Deutscher Jagdverband e.V.
Tel.: 0160 / 97857970

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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