Pflanzengenetik

Langzeitexperiment zur Saatgutlagerung startet

Wie lange ist Saatgut lebensfähig? Diese Frage wird beim neuen Langzeitprojekt im norwegischen Spitzbergen an 13 Kulturen untersucht.

Die Lagerung von Saatgut ist für Forschungsinstitute und Saatgut-Genbanken von entscheidender Bedeutung. Deshalb beginnt in Kürze ein 100-jähriges Experiment, das künftigen Generationen essenzielle Informationen über die Lebensfähigkeit von Saatgut liefern soll. Untersucht wird das Saatgut von 13 weltweit wichtigen Nutzpflanzen.

Die ersten Proben werden am 27. August in den Saatguttresor Svalbard Global Seed Vault auf Spitzbergen gebracht. Sie bestehen aus Kulturen Weizen, Gerste, Erbst, Salat und Kohl. In den kommenden zwei bis drei Jahren werde Saatgut von neun weiteren Kulturen produziert und in den -18°C kühlen Saatguttresor auf der norwegischen Insel gebracht, heißt es. Das Saatgut werde von renommierten Genbanken und Forschungsinstituten produziert, darunter auch das deutsche Leibniz- Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK).

Das Forschungsziel

"Dieses Experiment ist einzigartig in seiner Art. Es wird künftigen Generationen wertvolle Informationen über die Lebensfähigkeit des Saatguts und genauere Kenntnisse darüber liefern, wie oft das Saatgut reproduziert werden muss“, sagte Åsmund Asdal, Seed Vault Coordinator am Nordic Genetic Resource Center (NordGen), der Genbank, die für die Verwaltung des Projekts verantwortlich ist.

Das Hauptprinzip bei der Konservierung von Saatgut sei, dass Samen über einen langen Zeitraum am Leben bleiben, wenn diese trocken und gefroren gelagert werden. Wie lange genau die Lebensfähigkeit unter optimalen Lagerungsbedingungen aufrechterhalten werden kann, sei noch nicht vollständig erforscht. Man gehe jedoch davon aus, dass die Samen vieler Arten einige Jahrhunderte überleben können.

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Übersicht des Langzeitexperiments (Bildquelle: Manuela Nagel/ IPK)

Regelmäßige Tests bis 2120

Genbanken testen das Saatgut in ihren Sammlungen regelmäßig, um dieses rechtzeitig zu reproduzieren. So bleiben die genetischen Ressourcen lebensfähig und für Forschung und Pflanzenzüchtung verfügbar. Das erste Versuchssaatgut, das in Kürze in den Saatguttresor eingelagert wird, wird 2030 getestet. Daraufhin werden identische Saatgutproben alle zehn Jahre getestet – bis zum Projektende 2120, also in 100 Jahren. Die Ergebnisse aus dem Projekt werden während der gesamten Projektdauer veröffentlicht. Die neu erworbenen Erkenntnisse fließen dann in die Abläufe und Routineverfahren der Genbanken und des Global Seed Vault ein.


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