Herbizidstrategie

Mais: Herausforderungen durch Kälte und Nässe

Wegen der Kälte wächst der Mais derzeit nur langsam – ganz im Gegensatz zu Unkräutern wie Knöterich, Kamille, Vogelmiere und Co.

Der Mai war so kühl wie seit 2010 nicht mehr. Weil viele Unkräuter zurzeit schneller wachsen als die Maispflanzen, ist es wichtig, die Herbizidstrategie darauf auszurichten. Achten Sie wegen der Nässe auch auf Schneckenbefall.

Tipps zur Unkrautkontrolle: In den meisten Regionen Deutschlands sind die Böden nach ergiebigen Niederschlägen gut durchfeuchtet. Wegen der immer noch kühlen Temperaturen wächst der Mais nur verhalten. Unkräuter, die weniger Ansprüche an die Wärme stellen, wachsen hingegen recht zügig. Dies sind z.B. Knötericharten, Kamille, Vogelmiere, Weißer Gänsefuß, Melde und Rispen. Auf Standorten mit hohem Samenpotenzial sind auch Hirsen zu finden. Auf Flächen, die jetzt grün werden, kann es von Vorteil sein, zeitnah zu behandeln. Eine Behandlung zwischen den Schauern wird allerdings fast nur auf leichten Standorten möglich sein.

Während Melde/Gänsefuß unter den derzeitigen Bedingungen noch recht gut auch mit reduzierten Aufwandmengen zu erfassen sind, ist dies beim Windenknöterich schon schwieriger. Treten größere Pflanzen auf, empfehlen sich Zusätze von Bromoxynil-haltigen Produkten oder von Peak. Bei Peak (20 g/ha) ist zu beachten, dass man es auf derselben Fläche innerhalb von drei Jahren nur einmal einsetzen darf. Diese Auflage gilt auch rückwirkend. Peak wirkt auch gegen große Kamille, Kreuzblütler und Ampfer. Als Bromoxynil-haltiges Produkt kommt u.a. Zeagran Ultimate infrage. Mit einer Aufwandmenge von 0,5 l/ha ist es vergleichbar zu 0,3 l/ha B 235.

Geeignete Kombinationen können sein: Spectrum Gold (2,0 l/ha) + Callisto (0,4 bis 0,75 l/ha) + Zeagran Ultimate (0,5 l/ha) bzw. + Peak (20 g/ha). Bei stärkerem Auftreten von Rispe ist noch ein Zusatz von 18 g/ha Nicosulfuron (z.B. 0,3 l/ha Motivell forte möglich). Anstelle von Spectrum Gold ist unter den feuchten Bedingungen auch Successor T (3,0 l/ha) erfolgversprechend einsetzbar. Callisto kann durch andere Mesotrione-haltige Produkte oder durch 0,8 bis 1,5 l/ha Laudis ersetzt werden.

schnecke

Fraßschaden von Schnecken auf schwerem Boden. (Bildquelle: Klingenhagen)

Tipps gegen Schnecken: Witterungsbedingt sind auf einzelnen Flächen Schäden durch Schnecken zu finden. Es sind aber nur wenige Einzelflächen betroffen. In der Regel handelt es sich um tonige Böden. Prädestinierte Schläge sollten kontrolliert und gegebenenfalls mit Schneckenkorn behandelt werden. Gefährdet sich vor allem gerade auflaufende Bestände mit wenig Blattmasse. Zugelassene Präparate sind u.a. Delicia Schneckenlinsen (3,0 kg/ha) und Derrex (7,0 kg/ha).

Günter Klingenhagen, LWK Nordrhein-Westfalen